68. Jahrgang

Aktuelles von der Deutschen Briefmarken-Revue

38. Gärtner-Auktion: Neuentdeckte Picasso-Karte startet mit 75 000 Euro!


26.09.2017 | So vielfältig und bunt wie der Herbst ist auch die 38. Versteigerung von Christoph Gärtner, die wieder in zwei Teilen stattfindet: Am 10. und 11. Oktober 2017 werden die Liebhaber von Banknoten und Münzen be­dient, vom 16. bis 20. Oktober (um einen Tag verlängert!) die Philate­lis­ten. Das gehaltvolle Angebot ist rekordverdächtig. "Unsere Herbst­auk­tion wird ein richtiges philatelistisches Feuerwerk und bricht mit rund 40 000 Losen alle bisherigen firmeninternen Rekorde", freut sich der Fir­meninhaber.


Vielfältige Postgeschichte

Natürlich ist das Angebot der Asien-Phil­atelie wieder besonders stark. Bei mehr als 5100 Einzellosen sollte für jeden In­teressierten etwas dabei sein - nicht nur bei den Schwerpunkten Chi­na, In­dien und Thailand. Erwähnung verdient ein Inlandsbrief mit der Gro­ßer Dra­chen 3 Ca. von 1882, von der weniger als Handvoll aus Peking verzeichnet sind (15 000 Euro). Der Eu­ropa-Teil überrascht durch seine vielfältige Postge­schichte, sei es eine sehr wertvolle Samm­lung aus dem preußisch-französischem Krieg 1870-71 mit u. a. Ballon-Monté-Belegen oder kleinen Seltenheiten wie einer Ganzsachen­karte aus der Schweiz 1923 nach Mainz, dort aber zurückgewiesen, da die französische Armee alle Poststellen besetzt und geschlossen hatte ("Main­zer Postsperre“). Weitere Highlights sind ein Sonderbrief mit der IV. Aus­gabe von Sardinien nach Frank­reich (25 000 Euro), eine Vier-Farben-Bunt­frankatur von Österreich/Lom­bar­dei-Venetien von Venedig via Frank­reich nach London (40 000 Euro), eine in Polen verwendete russische 3 k. (Mi­Nr. 19 x U) im Paar mit Stempel Wloc­lawek, die seltenste Variante der ungezähnten Russland-Marke (200 000 Eu­ro), und ein orangefarbenes, vertikales Paar der Russland 1 k. (MiNr. 29 U) mit dem Stempel Kibarty "1 July 1886“ (150 000 Euro).

Ein Blickfang im Deutsch­land-Teil ist ein Bayern-Brief mit einem waagerechten Fünferstreifen der 12 Kreuzer grün zu­sammen mit 6 Kreuzer blau von Neu­stadt über Paris nach Fon­tain­bleau (35 000 Euro). Mit 40 000 Euro ebenfalls hoch bewertet ist eine Braunschweig Mi­Nr. 8 a als Zweidrittelung auf Brief nach Arn­stadt/Thüringen. Entwertet ist sie mit doppelt abgeschlagenem und je­weils auf das Briefpapier übergehendem leuchtend-blauen Nummernstem­pel "7“, nebengesetzt in gleicher Stem­pelfarbe ist der Rechteckstempel "BRAUN­LAGE 20/1 *“ (1858).

Herausragend ist diesmal das Angebot der Deutschen Besetzungsausgaben im Zweiten Weltkrieg mit vielen Unikaten. Durch die Auflösung gleich zweier hoch­karätiger Sammlungen, die sorgfältig über Jahrzehnte hinweg aufgebaut wur­den, kommen vor allem bei den Gebie­ten Pleskau und Zara ganz besondere Kleinode zur Versteigerung.

Eine sensationelle Neu­ent­deckung aus Übersee ist eine eigenhändig von Pab­lo Pi­casso gezeichnete Post­karte mit mittels einer einzigen Linie gezeichnetem Pferde­kopf und Signatur an die Adresse seines Agen­ten und Kunsthändlers "Herr/Frau Paul Rosen­berg, 21 Rue de Boetie, Paris“, frankiert mit einem Paar der 5 Centimes "Säerin“ gelb und wahr­scheinlich 1923 befördert. Den Ei­gen­tü­mern wurde die Bedeutung dieser Kar­te erst durch die Versteigerung einer ebenfalls neu entdeckten handgemalten Picasso-Karte während der 31. Auk­tion 2015 bewusst. Der Ausruf beträgt 75 000 Euro.

Freuen darf man sich außerdem auf phil­atelistische Sammlungen vom Feins­ten. Eine Kollektion "Deutsch-Französischer Krieg 1870-71“ mit vielen Raritäten einschließlich Ballon-Monté startet mit 240 000 Euro, eine Bayern-Spezial­samm­lung "Vorphilatelie bis Pfennig-Aus­gaben“ mit 140 000 Euro. "Pilger­fahr­ten und Mekka“ ist der Titel einer Sau­di-Arabien-Sammlung, die mit 80 000 Euro taxiert ist. Ebenfalls mindestens dieser Betrag muss für ein Objekt "In­dien Lithographie 1854-1855“ geboten werden. Die Motiv­samm­lung "Pfad­finder 1900-2016“, das Lebenswerk eines begeisterten Pfad­finders, geht mit geschätzten 15 000 Euro ins Ren­nen.

Banknoten und Münzen

Besonderes Augenmerk verdient hier sicher die hochwertige Sammlung "Österreichische Banknoten“, die über viele Jahre hinweg mit allergrößter Sorgfalt aufgebaut wurde. Auch einige seltene Musternoten, darunter z. B. ein Entwurf einer nicht verausgabten und bisher unbekannten 100-Francs-Bank­note von 1861, gelangen zur Verstei­gerung. Das außergewöhnliche Ange­bot an Weltbanknoten, gerade auch aus Afrika, Südamerika und Asien, so­wie sehr seltene Einzelstücke aus aller Welt lassen Sammlerherzen höher schla­gen. Die Palette bei der Numis­matik reicht von der Antike bis zur Neuzeit. Orden- und Ehrenzeichen, historische Wertpapiere, Edelmetalle und numismatische Literatur ergänzen das breite Spektrum.


Bildbeschreibung: Aus Übersee wurde diese Picasso-Karte eingeliefert.

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