68. Jahrgang

Aktuelles von der Deutschen Briefmarken-Revue

14. Gärtner-Auktion: Der China-Boom hält an!


19.06.2010 | Mit einer gigantischen Auktion über sechs Tage, vom 7. bis 12. Juni, und mit über 25 400 Losen stießen Christoph Gärtner und sein Team teilweise an seine personellen und logistischen Grenzen. Doch der Einsatz hat sich gelohnt, und über 775 Einlieferer dürften durchweg zufrieden sein. Durch den Versand der vier voluminösen Kataloge in alle Welt und auch durch die Präsenz auf der Weltausstellung in London Anfang Mai, wo alle Einzellose und ausgewählte Sammlungen besichtigt werden konnten, beteiligten sich rund 3700 Bieter (einschließlich 113 am Telefon und ca. 470 im Saal) an der Versteigerung, die für einen Ge­samt­zu­schlag von über 7,1 Millionen Euro sorgten.


British Commonwealth zieht an!

Stark nachgefragt wurden asiatische Gebiete wie China oder Indien. Von 1300 auf 1800 Euro kletterte ein Ein­schreibebrief mit einer Misch­fran­katur aus den China MiNr. 35 und 39 und der Hongkong MiNr. 44, der über Mon­treal nach Boston lief. Die Ant­wortkarte Han Nr. 5r, gelaufen am 1. Januar 1922 von Kwantung Shum­chün nach Lukong, stieg von 800 auf 3200 Euro. Die Fiskalmarke 4c auf 3c (kleine "4") ungebraucht mit vollem Origi­nal­gummi kostete 16 000 (10 000) Euro. Für das Spitzenresultat sorgte die un­verausgabte Marke "Das ganze Land ist rot" auf Briefhülle von Hopeh 28. No­vember 1968 nach Shang­hai. Mit 4000 Euro angesetzt, landete das wertvolle Stück schließlich bei 20 500 Euro. Bei Indien erzielte die vollrandig und viereckig geschnittene MiNr. 7 in ungebrauchter Erhaltung mit 3000 Euro den dreifachen Zu­schlag. Für 2400 (1500) Euro wurde ein Brief mit einem in Burma verwendeten Paar der Stanley Gibbons Nr. 19 zugeschlagen, bei dem sich der Kopf von Königin Victoria in den Markenrahmen verschoben hatte.

Neben Asien sorgen seit einiger Zeit auch die Länder des British Common­wealth für Spitzen­er­geb­nisse. Heiß be­gehrt waren außerdem Marken von Austra­lien, was auch an dem starken An­gebot dieses Ge­bietes lag (über 200 Lose). Eine sehr seltene ungebrauchte MiNr. 15 von Marti­nique steigerte von 5500 auf 7600 Euro. Reunions MiNr. 1 II, obwohl mit Eck­fehler und Einriss behaftet, war ei­nem Bieter 11 500 (6500) Euro wert.

Bei Europa zählen Russland und einige weitere osteuropäische Länder weiterhin zu den Trendgebieten. Akzente setz­ten aber zum Beispiel auch Nieder­lande einschließlich Niederländisch-Indien, wo schöne Belege zu haben waren. Ein attraktives Exemplar der Tos­kana MiNr. 9 y, ungebraucht mit Ori­ginalgummi, spielte 32 000 (28 000) Euro ein.

Deutsche Postgeschichte gefragt

Hochkarätige Alt­deutschland-Briefe mit seltenen Fran­katuren und Desti­na­tio­nen, aber auch deutsche Marken gehörten ebenfalls zu den Schwer­punk­ten der sechstägigen Veran­stal­tung. Nicht nur we­gen der Größe fiel ein Briefcouvert mit einer Massenfra­n­ka­tur von Thurn und Taxis (viermal MiNr. 35 und sechsmal Mi­Nr. 46) auf, das von Kassel nach Scherm­beck bei Düsseldorf gelaufen war. Die laut Fotoattest "größte und seltenste Taxis­frankatur“ wurde für 62 000 (60 000) Euro verkauft. Ein Württemberg-Brief der 6. Gewichtsstufe, frankiert mit zwölf Exem­plaren der 18 Kreuzer, erlöste 14 500 (13 000) Euro. Eine Währungs-Misch­frankatur des Deutschen Reiches, be­stehend aus den Brustschildmarken MiNr. 19 und 22 (3) sowie neun Exem­plaren der 2-Mark-Marke MiNr. 37 a, auf Paketadresse für ein Wertpaket von Berlin nach Paris ging für 41 000 (40 000) Euro in neue Hände.

Die Vorlieben, die schon bei den Ein­zellosen zu beobachten waren, setzten sich auch im Sammlungs-Teil fort. Eine Sammlung VR China 1944/50 postfrisch/ungebraucht stieg von 32 000 auf 40 000 Euro, ein postfrischer Japan-Posten von 7000 auf 15 000 Euro und eine Kollektion Malaiische Staaten von 2000 auf 10 500 Euro. Beachtlich wa­ren auch 41 000 (5000) Euro für eine Transvaal-Sammlung, 23 000 (10 000) für ein Großbritannien-Objekt, 16 000 (10 000) Euro für eine Spezial­samm­lung von Island und 110 000 (100 000) Euro für eine Ausstellungs­sammlung "Drucksachen Europa 1840 – 1871“ von Gavin Fryer. Eine Würt­temberg-Kollektion, ausgestattet mit 336 Mar­ken und 68 Briefen, wechselte für 92 000 (90 000) Euro den Besitzer.


Bildbeschreibung:

» www.auktionen-gaertner.de

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