68. Jahrgang

Aktuelles von der Deutschen Briefmarken-Revue

210.-212. Corinphila-Auktion: Zuschläge, die selbst kühnste Erwartungen übertrafen!


31.12.2016 | Mit Ergebnissen, die zum Staunen einluden, ging am 26. November 2016 die Corinphila-Auktionsserie 210 bis 212 in Zürich zu Ende. Allem voran die Spezialangebote Schweiz-Klassik sowie Frankreich mit der Samm­lung "BESANÇON" (Teil II) boten Rekordverdächtiges und ließen keine Wünsche offen. Auch das weitere Angebot hochwertiger Philatelie und Postgeschichte, Einzellose wie Sammlungen, erfreute sich einer beeindruckend starken Nachfrage, und quer durch alle Sammelgebiete überschlugen sich die Ergebnisse bei zahlreichen Losen förmlich. Am Ende verzeichnete Corinphila die höchste Verkaufsquote einer internationalen Groß-Auktion seit vielen Jahren. Der Gesamtzuschlag lag bei 172% vom Gesamtausruf aller angebotenen Auktionslose.


"Online-Faktor" begünstigt Spitzenpreise

Dass die Versteigerungen der Corin­phi­la neue Maßstäbe setzen, bewies die Rekordbeteiligung der Online-Bie­ter, die aktiv von zu Hause aus ins Auk­tions­ge­schehen eingriffen. Mit einem Gesamt­anteil von knapp 40% der erfolgreichen Zuschläge, deren Gebote aus aller Welt über das bewährte System zum "Online-Live-Bieten" ab­ge­ge­ben wurden, wird deutlich, wie sagenhaft sich dieses innovative System entwickelt hat. Mit einem neuen, attraktiven "Fea­ture", der Live-Übertra­gung von Saal und Auktionator in Bild und Ton, wur­de die virtuelle Präsenz sogar nochmal optimiert. Das Gefühl, selbst dabei zu sein, scheint viele der Kunden beflügelt zu haben, denn ein ums andere Mal hatten die Saal- bzw. Telefonbieter das Nachsehen gegenüber den Online-Bie­tern, die sich aktiver denn je zeigten.

Schon die Versteigerung des ersten Teils der Frankreich-Spezialsammlung "BESANÇON" im Rahmen der Juni-Auk­tion dieses Jahres verlief überwältigend. Der zweite Teil (Ka­talog 211) knüpfte nahtlos an diesen Erfolg an und zahlreiche Lose die­ser Ausnah­me-Kollektion gingen sprichwörtlich durch die Decke. Steige­rungen um 100%, 150%, 200% und mehr - selbst bei Marken und Briefen, die schon mit fünfstelligen Startpreisen taxiert wurden - waren keine Sel­ten­heit! Bereits das fünfte Los der Auktion (Los 3005), ein ungebrauchter Vierer­block der Ceres 15 Cen­ti­mes grün von 1849, wur­de von 50 000 auf 100 000 Franken gesteigert. Ein ungebrauchter Viererblock der Ceres 40 Centimes (Los 3016) kletterte von 8000 auf 22 000 Franken, ein ungebrauchter Viererblock derselben Ausgabe, jetzt der 1 Franc (Los 3020), von 20 000 Franken Ausruf nach heftigstem Bieterkampf auf 50 000 Fran­ken Zuschlag. Und mit zunehmender Auktionsdauer wurde das Wettbie­ten um die Seltenheiten sogar noch in­tensiver: Den Höhepunkt erreichte die Auk­tion mit dem Spitzenstück der Sammlung, einem Viererblock der Ce­res-Marke 1870, 20 Centimes im Stein­druck als Notausgabe von Bordeaux während der Einkesselung von Paris durch preußische Truppen im Krieg 1870/71 (Los 3102). Hier fiel der Ham­mer erst bei sensationellen 150 000 (40 000) Franken! Man hätte eine Steck­nadel fallen hören können, so still war es im Auk­tionssaal, als Auktionator An­toine Cla­vel mit dem Hammer "zum Dritten" zuschlug. In ähnliche Sphären bewegte sich ein ungebrauchter Vierer­block der 1876, Type Sage, 1 Centimes in der seltenen Farbvariante auf preußischblau (Los 3134) - eine vergleichseiweise "mo­derne" Seltenheit Frank­reichs. Bei ei­nem Startpreis von 30 000 Franken er­folgte der Zuschlag bei sagenhaften 95 000 Franken. "Dieses Preisniveau ist nicht von diesem Pla­neten", kommentierte ein Teilnehmer atemlos.

Die Nachfrage nach seltener und hochwertiger Philatelie blieb auch bei den nachfolgenden Gebieten auf einem ähnlich starken Niveau. So beeindruckte unter anderem (Alt-)Italien mit tollen Zuschlägen. Ein wunderschöner Brief aus Parma mit einem senkrechten 4er-Streifen der 40 c. blau von 1857 nach Frankreich (Los 706) erzielte einen Zuschlag von 38 000 (20 000) Franken. Ein nicht minder attraktiver Brief aus Sizilien nach Frankreich (Los 723) mit einer traumhaften Mischfrankatur zog auf großartige 34 000 (20 000) Fran­ken davon. Sensationell auch Saudi Ara­bien, das mit einem Satz der seltenen "Boeing-Marken" von 1966/75 in postfrischer Erhaltung (Los 1334) von 1000 auf unglaubliche 21 000 Franken ging. Der Bieterkampf wollte einfach nicht enden!

Der Abschluss der Auktion, der traditionelle Teil Schweiz und Liechtenstein, war erneut ein echtes Feuerwerk. Eine seltene Waadt 4, farbintensiv und allseits breitrandig, auf hübschem Falt­brief nach Meyrin im Kanton Genf (Los 4087) ging für 42 000 (15 000) Fran­ken an einen Telefonbieter, der sich im Urlaub in Asien befand. Ein "Mehlmus­ter ohne Wert" (Los 4094) erwies sich entgegen seiner Bezeichnung als höchst wertvoll und wurde von 15 000 auf 46 000 Franken hochgesteigert. Die Krönung des letzten Auktionstages war eine Zürich 4, die erste Briefmarke der Schweiz als Spätverwendung von 1851 auf Brief (Los 4200). Es ist kein späteres Verwendungsdatum dieser Marke be­kannt. Dementsprechend heiß um­kämpft war das Los, und der Wettstreit endete bei sensationellen 120 000 (40 000) Franken. Der Saal applaudierte dem er­folgreichen Bieter.

Die vollständige Ergebnisliste ist online unter www.corinphila.ch verfügbar.


Bildbeschreibung: Konnte mit 120 000 Franken ihren Ausruf verdreifachen: späteste Verwendung einer Zürich 4.

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DatumAuktion
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02.12.2017
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26.11.2017 Groß­tausch­tag
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26.11.2017 Groß­tausch­tag
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