68. Jahrgang

Aktuelles von der Deutschen Briefmarken-Revue

175. Rauhut-&-Kruschel-Auktion: Altdeutschland für Liebhaber


28.01.2017 | Mit insgesamt 10 000 Losen und einem Gesamtausruf von 3 Millionen Euro wartet die 175. Versteigerung der Firma Rauhut & Kruschel am 17. und 18. Februar 2017 in Mülheim an der Ruhr auf. Durch die Auflösung zweier Sammlungen besticht sie durch ein starkes Altdeutschland-An­ge­bot. Beide Objekte ergänzen sich durch unterschiedliche Schwerpunkte ideal, so dass nahezu jedes Teilgebiet gut und hochwertig besetzt ist. Die Sammler dürfen sich auf marktfrisches Material freuen, das über Jahrzehnte zusammengetragen wurde.


Seltenes Oldenburg-Paar

Vier Spitzenstücke, die auf der Vorder- und Rückseite des Katalogumschlages abgebildet sind, sollen im Folgenden etwas ausführlicher besprochen werden.

In einer ursprünglichen, absolut fehlerfreien Kabinetterhaltung zeigt sich ein Vordruckbrief aus dem Jahre 1872 von Helgoland an den Zeitschriftenverleger Werninck in London, der mit einem waagerechten Paar der MiNr. 3 sowie Einzelexemplaren der MiNrn. 6 e und 7 a frankiert ist. Auktionator Harald Rau­hut weist in seiner Beschreibung darauf hin, dass ihm die Portorate von 5 ½ Schillingen - 3 ½ Schillinge Brief­ge­bühr plus 2 Schillinge Seezuschlag - nur in dieser Frankatur bekannt ist. Der Beleg, der zu den schönsten aus der Schilling-Zeit zählt, hat mit König Faruk von Ägypten und "Romanow" edle Pro­venienzen und startet mit 9000 Euro. Gar nicht so häufig sieht man von Hel­goland die amtlichen Berliner Neudrucke MiNrn. 19-20 ND, die nur in klei­ner Stückzahl in den Verkehr ge­lang­ten. Rauhut kann einen Satz der 1 und 5 Mark in ungebrauchter Erhal­tung aus­rufen (700 Euro).

Ein Hingucker ist ein senkrechtes Paar der Oldenburg MiNr. 9 auf kleinem Nahbereichs-Briefchen mit zweizeiligem Rahmenstem­pel von Friesoythe. Das Paar ist zwar repariert, was aber damit zu­sammenhängt, dass durch Kli­scheeverschiebungen eine fehlerfreie Trennung kaum möglich war. Paare der Oldenburg MiNr. 9 wer­den sehr selten angeboten. Bei ins­gesamt nur elf registrierten Brie­fen mit Paaren - neun waagerechten und zwei senkrechten - ist das auch keine Wunder. Es han­delt sich also um eines der beiden senkrechten Paare auf Brief, der dementsprechend mit 7000
Euro angesetzt ist.

Ein Liebhaberstück ist ein breitrandiges und farbfrisches Exemplar der Schles­wig-Holstein MiNr. 2 b mit klarem, zen­trischem Rost­stem­pel "12" von Ham­burg - die "mit größter Wahrscheinlichkeit schönste existierende Einzelmarke", wie das At­test Möller ausdrücklich bestätigt. Die dekorative Marke ist "ex Romanow" und geht mit 10 000 Euro ins Rennen.

Ein Unikat ist eine Fünf-Farben-Kom­bi­na­tion mit den Kreu­­zer-Höchst­wer­ten von Thurn und Taxis, die Weih­nachten 1866 als Paket­be­gleitbrief von Ru­dolstadt nach Essen lief. Auf einer 9-Kreu­zer-Ganzsache kleben die MiNrn. 51/52 in Misch­fran­katur mit den Mi­Nrn. 24/25, was die portogerechte 58-Kreuzer-Frankatur für ein Paket bis 9 Pfund Gewicht und 40 bis 44 Meilen Entfernung ergibt. Mindestens 4500 Eu­ro müssen für diesen Beleg geboten wer­den.

Wer den mehrere Hundert Lose umfassenden, wie immer sehr ansprechend präsentierten Sonderteil zu Beginn des Kataloges durchsieht, wird noch eine ganze Reihe interessanter Stücke entdecken. Ergänzt wird das Alt­deutsch­land-Angebot u.a. durch Auflö­sung von Sammlungen bayerischer Mühl­rad­stem­pel und preußischer Num­mern­stempel.

Auch die deutsche Semi-Klas­sik ist gut besetzt und lockt mit etlichen Sel­ten­heiten. Neben hübschen Brust­schild-Franka­tu­ren verdienen zwei Vineta-Pro­vi­so­ri­en Beachtung, einmal die linke Hälf­te auf Druck­sa­chen-Streif­band aus der bekannten Kor­respon­denz "Dr. zur Vieth" (6000 Euro) und ein Pen­dent auf Briefstück (5000 Euro). Zu den Infla-Raritäten gehören eine gestempelte MiNr. 278 Y und die MiNr. 315 b auf Briefstück (2000 bzw. 3200 Euro). Nachkriegsdeutsch­land begeistert mit seltenen Zähnungs- und Was­serzeichenvarianten der Bau­tenserie. Im Europa-Teil fällt schönes Ma­terial von Finnland, Großbritannien und der Schweiz ins Auge.


Bildbeschreibung: Gesuchte Oldenburg-Frankatur: senkrechtes Paar der Mi­Nr. 9 auf Brief im Nahbereich.

» www.rauhut-auktion.de

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