68. Jahrgang

Aktuelles von der Deutschen Briefmarken-Revue

Harmers Baby-Sale-Kataloge erzielten einen Rekordpreis!


26.04.2017 | (wm) Charles Freeland hatte es besser ge­wusst, und genau dies hatte er den Be­rich­terstatter auch wissen lassen. Denn der nam­hafte Literatursammler kannte die Selt­en­heit eines Literaturloses der Heinrich-Köhler-Spezialauktion für Literatur, die am 21. März 2017 in Wiesbaden durchgeführt wurde.


Dort waren 200 Kataloge der Fa. Harmers (London) aus den Jahren 1942–1946 für 200 Euro im Angebot, also für nur 1 Euro je Katalog im Kleinstformat DIN A6. Freeland sollte Recht behalten: Der Zu­schlag wurde erst bei unglaublichen 7500 Euro erzielt, so dass dem Käufer jeder Katalog im Schnitt - Aufpreis einberechnet - wohl mehr als 45 Euro wert war. Ähnlich verrückte Preise er­zielten frühe Briefmarken-Kataloge aus den 1860er Jahren (Moens, Potiquet, Dürr’sches Handbuch), die ebenfalls vierstellige Zu­schlä­ge erreichten. Zwei Luxusausfüh­run­gen von Mirabauds/Reuter­skiöld-Luxuswerk über die ersten Schweizer Briefmarken gingen mit 1000 bzw. 800 Euro Zuschlag auch gut weg. Unerwartete 4800 Euro brachte ein Fälschungsalbum von Fournier (Ausruf 1500 Euro). Vergleich­bare Knüller waren Großlots mit Auk­tions­katalogen, die es in dieser Fülle und Umfang bei deutschen Auk­tionen wohl noch nie zuvor gegeben hatte: 60 von 78 möglichen Katalogen der legendären Burrus-Samm­lung wurden von 800 auf 1800 Euro hochgetrieben, drei Sets der Ferrari-Auktionen aus den 1920er Jahren erzielten "standesgemäß" je zwischen 800 bis 900 Euro, und ein Los mit 80 italienischen Auktionskatalo­gen schoss bei einem Startpreis von geringen 60 Euro auf un­glaub­liche 1400 Euro hoch. Komplette "Runs" der Robson-Lowe-Kataloge brachten bis zu 1800 Euro, wohingegen Caspary- und Hind-Katalog-Zusammenstellungen, die schon einmal häufiger anzutreffen sind, deutlich weniger gefragt waren. Insgesamt gingen die Lose mit enormer Vielfalt häufig auch älterer Auktionska­ta­loge prächtig, zumal die, die hierzulande nur selten erhältlich sind. Selbst Zeitschrif­ten, die aufgrund ihres benötigten Platzum­fanges zuweilen geringere Nachfrage finden, konnte das Wies­badener Auktionshaus bestens verkaufen. So zum Beispiel einen nahezu kompletten Bestand des "Collector’s Club Philatelist" ab 1922, der von 400 auf 1200 Euro gesteigert wurde. Ein vergleichbares Los des noch umfangreicheren "London Philatelist" ab 1892 brachte es allerdings nur auf 1000 Euro, was sicherlich auch der digitalen Fassung ge­schuldet ist, die man heute billig erwerben kann. Alles in allem war dies eine herausragende philatelistische Literaturauktion, die mit einem Erstverkauf von circa 80 Prozent mit überwiegend deutlichen Steigerungen der Ausrufpreise in die Geschichte eingehen wird. Der Nachverkauf dürfte diese Quote sicherlich noch deutlich erhöht haben.


Bildbeschreibung:

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