68. Jahrgang

Aktuelles von der Deutschen Briefmarken-Revue

Schwarzer Einser: Die Masse macht’s


23.04.2010 | Mancher Sammler wäre schon froh, wenn er wenigstens ein einzelnes Exemplar der ersten deutschen Briefmarke, des Schwarzen Einsers von Bayern, besitzen würde. Andere schauen erst bei größeren Einheiten hin, wobei schon Dreierstreifen oder Viererblocks der Bayern MiNr. 1 kleine Raritäten sind. Das Nonplusultra sind aber große Bogenteile bis hin zum vollständigen Schalterbogen. Innerhalb weniger Wochen such­(t)en gleich zwei "Mega"-Einheiten des Schwarzen Einsers neue Lieb­ha­ber.


Nur wenige Großeinheiten bekannt

Der Druckbogen der Bayern MiNr. 1 umfasste 180 Marken zu vier Gruppen à 45 Stück, wobei die beiden linken untereinanderstehenden Gruppen von den beiden rechten durch einen breiten Zwischensteg („großer Zwischen­steg“ von 13,5 mm) getrennt waren. Noch in der Druckerei wurde der Druck­bogen waagerecht in zwei Schal­terbogen zu 90 Stück getrennt. Als Trennungshilfe wurde zwischen den beiden übereinanderstehenden Grup­pen zu 45 Stück zwei dicke Trennungs­linien eingebaut ("kleiner Zwischen­steg"). Die Schalterbogen wurden an­schließend im breiten Zwischensteg ge­faltet und in vorbereitete Bogenta­schen gelegt und anschließend an die Postämter verteilt.

Schon der 1. Teil der Fritz-Kirchner-Sammlung, der am 28. März 2009 bei Heinrich Köhler in Wiesbaden unter den Hammer kam, wartete mit einer der größten Seltenheiten der klassischen Philatelie auf: einem von nur drei bekannten Blockstücken der Bayern MiNr. 1 mit einem Kehrdruck. Der un­gebrauchte Zwölferblock mit Origi­nalgummi kletterte von 200 000 auf 320 000 Euro. Der 2. Teil der Kirchner-Sammlung ließ mit zwei Traumein­hei­ten des Schwarzen Einsers aufhorchen, je einem postfrischen bzw. nahezu postfrischen halben Schalterbogen zu 45 Stück aus der linken unteren bzw. rechten unteren Ecke des Druckbogens von 180 Stück. Mit jeweils 40 000 Euro taxiert, spielten sie 54 000 bzw. 66 000 Euro ein. Der Höhepunkt kam schließlich zum Abschluss der Kirchner-Auk­tionsserie am 27. März 2010 mit einem kompletten Schalterbogen zu 90 Stück, der aus der berühmten Boker-Samm­lung stammt. Er ging zum Schätzpreis von 250 000 Euro in die Sammlung ei­-
nes betuchten deutschen Philatelisten, der in den vergangenen Jahrzehnten bereits etliche klassische deutsche Raritäten erworben hat.

Der 90er-Bogen der Bayern MiNr. 1 aus der Kirchner-Sammlung repräsentiert die obere Hälfte des Druckbogens. Es gibt noch einen weiteren Schalter­bo­gen, der 1997 – nach über 70 Jahren – auf der 102. Corinphila-Auktion am 16. November als Bestandteil der Elster-Sammlung wieder auftauchte. Er ist das Pendantstück, denn er stammt aus der unteren Hälfte des Druckbogens. Er wurde damals mit 290 000 Franken knapp unterhalb der Taxe von 300 000 Franken zugeschlagen.

Ein weiterer Viertelbogen, von denen nur wenige existieren, kommt am 4. Mai im Wiener Dorotheum unter den Hammer. "Das angebotene Stück ist un­gebraucht und in bestem Erhal­tungs­zustand, nur alle paar Jahre taucht eine derartige Seltenheit auf dem Markt auf", erklärt Dorotheum-Experte Ger­hard Babor. Nach einer Auktion im Jahr 1964 in Hannover und 1978 in Zürich befand sich dieses Sammlerstück bis jetzt in österreichischem Privatbesitz. Der Ausruf beträgt 40 000 Euro.


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