69. Jahrgang

Aktuelles von der Deutschen Briefmarken-Revue

Spitzenpreise für Stücke aus der Kirchner-Sammlung!


23.04.2010 | WIESBADEN Der 3. und letzte Teil der Deutschland-Sammlung von Fritz Kirchner, die von Experten als die vielleicht bedeutendste Kollektion deutscher Brief­mar­ken aus der Zeit zwischen 1849 und 1980 eingeschätzt wurde, bildete den Höhepunkt der Früh­jahrsauktion bei Heinrich Köhler vom 22. bis 27. März 2010.


Zum Schätz­preis von 250 000 Euro wechselte einer von nur zwei erhaltenen 90er-Schalter­bo­gen des Schwarzen Ein­sers von Bayern, der ersten deutschen Brief­marke, in die Sammlung eines an­deren deutschen Spit­zen-Philatelisten. Ein gestempelter Vierer­block derselben Marke (MiNr. 1 IIa) sprang von 30 000 auf 66 000 Euro. 62 000 (40 000) Euro erlöste eine wertstufengleiche Mischfrankatur aus den Bayern MiNr. 1 IIa (zweimal) und 3 Ia. Der berühmte Sachsen Dreier auf Kreuzbandsendung in taufrischer Erhaltung steigerte von 20 000 auf 39 000 Euro. Auch vom Deutschen Reich besaß Kirchner etliche Spitzenstücke wie eine so­ge­nannte Syke-Halbierung (MiNr. 19 H) auf komplettem Dienstfaltbrief vom Amts­haupt­mann in Syke, die sensationelle 70 000 (30 000) Euro einspielte. Heftig gestritten wurde auch um das Damgarten-Pro­visorium, einen Wertbrief über 300 Mark aus dem preußischen Damgarten nach Berlin mit einer ungezähnten 5 Groschen Ockerbraun (MiNr. 22 U). Das Brustschilde-Highlight fand für 120 000 (50 000) Euro einen neuen Liebhaber. 36 000 (15 000) Euro kosteten ungezähnte postfrische Vie­rerblocks der Germania-Mark-Werte von 1902 (MiNr. 78-82 U). Von 40 000 auf 68 000 Euro schoss eine ungebrauchte bayerische 20 Mark mit Ludwig-Porträt und Auf­druck SARRE vom rechten Bogenrand. Von den ehemals 16 überdruckten Marken existieren heute nur noch 14. Die Kauflaune beschränkte sich nicht nur auf deutsche Klassik und Semi-Klassik. Ein Briefstück mit der sogenannten Gscheidle-Marke von 1980 (Bund MiNr. XIII) steigerte von 10 000 auf 26 000 Euro.

Der Hauptkatalog bot einige spezialisierte Sammlungen, beispielsweise die Roger-Lawson-Kollektion Portugiesisch-Indien 1871 bis 1883. Dabei erlöste der einzige Brief mit der MiNr. 5 c 17 000 (10 000) Euro. Bei einem Gesamtausruf von 142 000 Euro betrug der Gesamtzuschlag 185 000 Euro, 175 der 200 Lose wurden verkauft. Ebenfalls sehr gut lief die Ägypten-Samm­lung 1838 bis 1920 von Jürgen Fricke. Hier brachte der möglicherweise einzige Ab­schlag des Stempels POSTE KEDEVIE EGIZIANE/ABE auf Brief 3200 (1500) Euro. Spektakuläre Steigerungen verbuchten Überdruck-Marken der Deutschen Beset­zung von Estland im Zweiten Weltkrieg. Jeweils mit 1000 Euro angesetzt, zogen ge­stempelte Exemplare der MiNr. 39 und 40 (auf Briefstück) auf je 13 000 Euro, die MiNr. 45 auf Brief auf 8600 Euro.
An den sechs Auktionstagen wurden Mar­ken, Briefe und Sammlungen für insgesamt 5,3 Millionen Euro umgesetzt!


Bildbeschreibung:

» www.heinrich-koehler.de

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