68. Jahrgang

Auktionsberichte

36 000 Euro für Berlin-Unikat!


01.01.2010 | BERLIN Am 17. Dezember 1949 erschien in West-Berlin ein Block mit drei Werten, dessen Zuschlagserlös für die Berliner Währungsgeschädigten gedacht war (Berlin Block MiNr. 1).


Kurze Zeit später sollte dieser Block mit dem schwarzen Aufdruck „20.3.1949/50 Westmark alleiniges gesetzl. Zahlungsmittel Westberlin“ folgen. Wegen des schlechten Verkaufs des Währungsgeschädigten-Blocks ohne Aufdruck wurde der Plan jedoch fallen gelassen. Erhalten geblieben ist lediglich ein Vorlagekarton mit dem Aufdruck-Block. Das seit langem in der Literatur bekannte Stück kam im Rahmen der 5. Schlegel-Auktion am 23. und 24. November unter den Hammer. Mit 25 000 Euro taxiert, schaffte es das Unikat auf immerhin 36 000 Euro. Es war nicht der einzige Zuschlag, der Aufmerksamkeit erregte. Von 15 000 auf 20 000 Euro kletterte eine weitere Nachkriegsrarität, ein aus den Kombinationsbogen 10 und 11 zusammengesetzter postfrischer SBZ-Großbogen, der 60 Jahre in einer Bogenmappe schlummerte. Am meisten überraschten sicherlich 11 500 (3800) Euro für einen schön gestempelten Nothilfe-Block des Deutschen Reiches (Block MiNr. 2). Der Käufer zahlte mit Aufgeld 14 400 Euro und damit 110% der MICHEL-Notierung. 11 700 (13 000) Euro brachte die 2 RM Danzig Abschied postfrisch ohne Aufdruck (MiNr. 729 x II). Einzellose aus einer aufgelösten Sammlung mit deutschen Kolonial-Vorläufern wurden überwiegend mit kräftigen Steigerungen zugeschlagen. Alle fünf angebotenen Sachsen Dreier“ (Sachsen MiNr. 1) in der „a“- Farbe wurden verkauft, der Höchstpreis lag bei 6200 Euro. Ein Schwerpunkt der Auktion waren Russland und Sowjet union. Schlegel hatte beispielsweise über 90 postfrische Lewanewskij-Flugpostmarken (Sowjetunion MiNr. 527) im Angebot, die alle, teils mit enormen Steigerungen, verkauft wurden. Ein postfrischer Vierer-Typen-Block stieg dabei von 2000 auf 10 500 Euro. Russisch war schon bei der Besichtigung im Vorfeld ein viel zu hörende Sprache gewesen. Die Bieterlaune erstreckte sich auch auf Sammlungen, wo eine Kollektion Russland/ Sowjetunion für 42 000 (30 000) Euro einen neuen Besitzer fand. Ebenfalls bei diesem Zuschlag, allerdings mit 10 000 Euro deutlich niedriger angesetzt, landete eine deutsche Kolonialsammlung.


Bildbeschreibung: Block mit drei Werten

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