68. Jahrgang

Auktionsberichte

SBZ-Bezirkshandstempel besonders begehrt


28.11.2015 | DÜSSELDORF Die durchweg guten Ergeb­nis­se der 154. Felzmann-Auktion am 5. und 6. November geben An­lass zur Freude bei Käufern und Einlieferern. Das Auktions­haus bewies einmal mehr, dass es für hoch­wertige Brief­mar­ken die passenden Kun­den findet.


Den Auftakt der Auk­tion machte ein um­fangreiches Angebot an Zep­pelin- und Flug­post mit annähernd 1000 Losen. Beson­ders angetan hatte es den Bietern eine Weinkarte von Bord des LZ 129 "Hin­den­burg". Diese seltene Version des Kurgarten-Hotels wurde mit 150 Euro ausgerufen und für 1200 Euro zu­geschlagen (Los 4099). Ebenso interessiert zeigte sich das Publikum an einer Postkarte aus Liegnitz von 1913, befördert mit dem Zeppelin LZ 17 "Sachsen". Das einwandfrei erhaltene Stück ging für 1600 Euro an einen schriftlichen Bieter (Los 4192, Ausruf 1200 Euro). Ein Brief zur Olympia­fahrt 1936 stach mit einer sechsfachen Steigerung des Startgebots im Bereich The­matik besonders heraus (Los 7520, Ausruf 250 Euro, Zu­schlag 1500 Euro). Viele weitere Lose dieser Rubrik konnten ihren Schätzpreis um ein Vielfaches steigern.

Den höchsten Zuschlag der Auktion be­an­spruchte der zinnoberrote Merkur für sich. Für 40 000 Euro plus Aufgeld sicherte sich ein Liebhaber im Saal die wunderbar erhaltene Alt-Österreich-Rarität (Los 5140, Ausruf 38 000 Euro).

Stark nachgefragt wurden auch seltene Mar­kenausgaben aus Altdeutschland. Allen voran eine echt gestempelte ½-Schilling-Marke aus Bergedorf in schwarz auf dunkelblau. Mit 2500 Euro ausgerufen, lag das letzte Gebot eines Saalbieters bei 4400 Euro (Los 5358). Den Schätzwert mehr als verdoppeln konnte eine schöne 10-GroschenMarke aus Hannover, die mit ihrem ideal zentrisch platzierten Stempel großes Inte­resse weckte. Ungeachtet des Katalog­wer­tes in Höhe von "nur" 1100 Euro erfolgte der Zuschlag des Auktionators erst bei 2500 Euro (Los 5396, Ausruf 1200 Euro). Spit­zenergebnisse lieferten auch zwei legendäre „Sachsen Dreier“. Los 5427 mit einem der Klassiker auf attraktivem Luxus-Briefstuck brachte 7500 (6500) Euro. Los 5428, ein besonders farbtiefes Exemplar in braunrot mit farbigem Stempel, erzielte sogar 9000 (8000) Euro.
Interessiert zeigte sich die internationale Bieterschaft auch an einer faszinierend vielfältigen Sammlung von Belegen aus der Zeit der Hochinflation. Vor allem eine Einschreiben-Ruckschein-Karte nach New York, frankiert mit 88 Milliarden Mark, hatte es den Sammlern angetan und wurde von 180 Euro auf 1300 Euro gesteigert (Los 5849).

Für mehr als das Vierfache des Ausrufpreises wurde eine Fotoessay-Serie zur Internatio­na­len Automobil-Ausstellung Berlin 1939 zugeschlagen. Die amtliche Vorlage für spä­tere Ausgaben der Marken ging für 2700 Euro an einen neuen Besitzer (Los 5967).

Wenig später stand eines der beliebtesten Sammelgebiete des Deutschen Reiches auf dem Programm: die Deutschen Auslands­postämter und Kolonien. Die Kauflaune der Sammler erwachte insbesondere bei Los 6039, einer 30 Pf "Handstempelaufdruck" der Deutschen Post in China auf außer­gewöhnlich schönem Briefstück mit einem Startpreis von 2400 Euro. Nach zahlreichen Steigerungen konnte sich ein Saalbieter mit einem Gebot von 4600 Euro gegen Kon­trahenten aus dem Internet durchsetzen. Ebenso entschlossen ging ein Bieter bei ei­ner 2 ½ $-Marke aus Kiautschou vor. Für 3200 Euro erhielt er den Zuschlag für das wundervoll gestempelte Stück (Los 6104).

Im Bereich der Deutschen Besetzungsaus­gaben Zweiter Weltkrieg sorgte unter an­derem die Abart einer Marke aus Serbien fur Aufsehen. Es handelte sich um eine 1,50 D-Marke mit Netzüberdruck, jedoch ohne Landesnamen, da dieser im Blinddruck ausgeführt wurde. Die ausgerufenen 800 Euro konnte die Seltenheit mit 2000 Euro Zu­schlag mehr als verdoppeln (Los 6581).

Den Höhepunkt im Bereich deutsche Nach­kriegsphilatelie bildeten die stark nachgefragten Bezirkshandstempelaufdrucke der SBZ. Es waren Handstempel aus Bezirk 3 und 29, die bei Liebhabern dieses Sam­melgebietes besonderen Anklang fanden. Dies schlug sich folglich in deutlichen Ge­botssteigerungen nieder. Bei Los 7013, ei­nem Bezirkshandstempel aus Berlin-Ho­hen­schönhausen auf 5 Mk, lag das letzte Gebot bei 1400 Euro (Ausruf 500 Euro). Noch höher gingen die Gebote für einen Stempel aus Dessau 1 auf 60 Pf. Ein Kom­missio­närskunde erhielt für 3400 Euro den Zuschlag (Los 7069, Ausruf 1000 Euro).

Die DDR hielt ebenfalls einige Raritäten bereit. Hervorzuheben ist eine 5-Pf-Marke DDR MiNr. 640 Uu aus der Bogenecke, un­ten ungezähnt mit klar aufsitzender Ent­wer­tung Karl-Marx-Stadt. Bei 2700 Euro fiel der Hammer des Auktionators nach intensivem Wettstreit zweier Telefonbieter (Los 7267, Ausruf 500 Euro).

Großer Beliebtheit erfreuten sich auch Sel­tenheiten aus der Bautenserie der Bizone. Eine postfrische 60 Pf Type I erzielte 1400 Euro (Los 7390, Ausruf 300 Euro), eine ge­stempelte 40-Pf-Marke sogar 1600 Euro (Los 7386, Ausruf 250).


Bildbeschreibung: Steigerte bei Felzmann von 500 auf 1400 Euro: Einschreibebrief mit der 5 Mark mit Bezirkshandstempel aus Berlin-Hohenschönhausen.

» www.felzmann.de

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