68. Jahrgang

Auktionsberichte

Große Schweiz-Raritäten und gehaltvolle Sammlungen


22.09.2010 | GOSSAU Die Firma Chiani ist ein traditionsreiches Schweizer Auktionshaus und seit über 40 Jahren im internationalen Brief­mar­kenmarkt tätig. Vom 8. bis 11. November findet in den "Fürstenlandsälen" in Gossau wieder eine internationale Briefmarken-Auktion statt, die typisch für Chiani ist: Das Material stammt direkt aus Samm­lerhand und hat generell sehr attraktive Startpreise, auch für größte Raritäten. Neben den Einzellosen finden sich substanzreiche General-, Spe­zial- und ganze Ausstellungs­sammlungen. Kein Wunder, dass Sammler und Händler aus der ganzen Welt erwartet werden.


Von der Altschweiz sind praktisch alle Aus­gaben in Varianten, meist auch auf Brief, mit seltenen Abstem­pel­ungen, Auslands­des­tinationen oder als ungewöhnliche Verwendung er­hältlich. Mit 10 000 Franken startet eine Zürich 4 Rp. auf Brief von Win­terthur nach Töss. Ortsbriefe aus Winterthur sind große Altschweiz-Raritäten; nur drei weitere Briefe sind bekannt. Posthistorisch besonders interessant ist eine "Basler Taube" auf "Forwarded-Brief" aus Frank­reich mit Ab­sender "Danzas & Leveque, Mulhouse", aus Portoersparnis als Stadtbrief in Basel aufgegeben (15 000 Franken). Weitere 20 Exem­plare dieser Kantonalmarke sind au­ßerdem im Angebot. Das Topstück ist eine Ortspost ohne Kreuzeinfassung im waagrechten un­gebrauchten Viererstreifen, die größte be­kannte Einheit dieser Marke, von der ungebrauchte Einzelstücke schon zu den großen Raritäten zählen. Der vollständig ungebrauchte Zustand und die hervorragende Qualität dieses sensationellen Streifens werden in einem Gemein­schafts­attest von vier Schweizer Verbandsprüfern bestätigt (Berra, Hertsch, Marchand, Her­mann). Das Unikat geht mit 100 000 Franken an den Start. Als außerordentlich seltene Mehrfachfrankatur präsentiert sich eine Ortspost ohne Kreuz­einfassung im Viererstreifen und Paar auf Brief von Basel nach Altorf (8000 Franken). Nur 15 Exemplare sind von der Stehenden Helvetia 3 Fr. olivbraun in der seltenen Zähnung 11 ½ : 11 bekannt. Ein sauber in Solothurn gestempeltes Exemplar ist mit 8000 Franken taxiert. Einer der seltensten Ersttags-Belege der Schweiz, die Serie Pro Juventute 1918 mit Bogenrand auf FDC von Oberhofen, soll mindestens 10 000 Franken bringen. Ebenfalls mit diesem Ausruf geht ein Flugpostbeleg vom 18. Januar 1921 Paris-Straßburg-Prag ins Rennen, frankiert mit zehn Stück Flugpost Nr. 1 (inklusive zweier Viererblocks!) sowie 50 C. grün, als portogerechte Frankatur zu 3.50 Fr. von Grin­delwald nach Marienbad (CSSR). Ob­wohl nicht geflogen (an diesem Tag war die Fluglinie unterbrochen), handelt es sich um einen posthistorisch zentralen Beleg aus der Zeit. Beispielhaft für das enorme Angebot General- u. Spezialsammlungen aller Perio­den und Gebiete der Schweiz sind eine reizvolle Ausstellungssammlung "Tessiner Strahlenstempel" aus altem Sammler­be­stand (75 frankierte Briefe, 12 000 Franken) und eine umfangreiche Kollektion Bun­-
desfeierkarten in 18 Alben (10 000 Fran­ken).

Bei Altdeutschland fällt das Auge auf besonders reichhaltige und attraktive Samm­lungsteile aus einer alten Ausstellungs­sammlung Baden mit den Abteilungen Randstücke, Bunt- und Mischfrankaturen, Abstempelungen, Zierbriefe und Marken, die jeweils moderat mit 5000 Franken angesetzt sind. Das Highlight ist eine 12 Kr. Landpost-Portomarke senkrecht halbiert auf Nachnahme von Säckingen, das mit 6000 Fran­ken moderat geschätzt ist. Bayerns Schwarzer Einser zeigt sich in verschiedenen Typen und Platten in Luxus-Erhaltung. Da­neben werden mehrere alte Ausstel­lungs­sammlungen von Baden, Bayern, Würt­tem­berg sowie Thurn & Taxis angeboten. Mit 2500 Franken startet eine Vineta-Provi­so­rium auf Briefstück. Viele unberührte Samm­lungen gibt es vom Deut­sches Reich, den Kolonien und Ne­ben­gebieten. Von den Be­satzungszonen, Bund und Berlin wird ein umfangreicher Händlerbestand aufgelöst.

Im Europa-Teil glänzen eine Serie 1928 Ile de France postfrisch (4000 Franken) und ausgesuchte Stücke von Großbritannien, beispielsweise 1 P. schwarz nach Platten­num­mern gesammelt oder ein Luxusstück der 5 Pfund orange. Gleich vier ungebrauchte Exemplare, davon drei mit Bo­gen­rändern, sind von der italienischen Ausgabe zum Geschwaderflug Rom-Chi­cago "Trit­tico" mit Aufdruck VOLO DI RITORNO NEW YORK – ROMA aus dem Jahr 1933 zu haben. Die Startpreise lie­gen zwischen 10 000 und 15 000 Franken.

Etliche alte Ausstel­lungs­samm­lungen wer­ben z.B. von Finnland 1856–1889, Fiume 1795–1946, Londoner Zweigämter 1829–59, Zensurpost der Repu­blikanischen Gefan­ge­nen in Irland 1973–80, Triest 1783–1954, Schweiz oder Liech­tenstein ausgerufen. Darüber hinaus sind hochwertige Samm­lungen von Frank­reich, den Bri­tischen Kolonien (Bestand in 97 Alben), Italien, Liech­tenstein, Norwegen, Österreich, Polen, Slowenien, Schweden, Schweiz, Tschechoslo­wakei und Kolumbien (in 40 Alben) im Angebot.


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78628 Rottweil/Stadthalle, Stadionstr. 40/9-16 Uhr[mehr]