68. Jahrgang

Auktionsberichte

33. Gärtner-Auktion: Hohe Steigerungsraten


25.03.2016 | Ein Gesamtergebnis von über 9 Millionen Euro inklusive Aufgeld und vor dem Nachverkauf verbuchte die 33. internationale Gärtner-Auktion, die zweigeteilt durchgeführt wurde: Zunächst standen vom 10. bis 12. Fe­bru­ar Numismatik & Banknoten auf dem Programm, vom 22. bis 27. Fe­bruar folgte die Philatelie. Mit fast 37 000 Losen wurde wieder einmal ein faszinierend vielseitiges Angebot präsentiert, zu dem über 1500 Ein­lieferern aus aller Welt beigetragen haben.


Antarktis und Olympische Spiele gesucht

Bei einigen Sammelgebieten waren Stei­gerungen von weit über 100 Pro­zent zu verzeichnen. Dazu gehörten die Mar­kenheftchen. Das 2-Mark-Germania-Heften von 1910 mit Ord­nungsnum­mer 1 und rosafarbenem Deckel (MiNr. 1.1 C) in postfrischer Erhaltung konnte mit 3000 Euro seinen Ausruf verdoppeln. Auch bei Danzig lockten frühe Heftchenausgaben. Hier stieg die MiNr. 1 b postfrisch von 1500 auf beachtliche 7000 Euro. Ein Lot mit 14 postfrischen Exemplaren des ersten Bund-Marken­heftchens mit verschiedenen Randleis­ten-Kombinationen war einem Bieter 4600 (2500) Euro wert.

Gut beboten wurden auch Lose von Britisch-Zentralafrika sowie mit KZ-Post.

Bei der Thematischen Philatelie glänzten besonders die Bereiche Antarktis und Olympische Spiele. Die ausgerufenen 49 Antarktis-Lose erzielten insgesamt 160 100 Euro (Gesamtausruf 81 810 Euro). Ein auf den Falkland-Inseln 1902 aufgebener Brief von Otto Nordenskjold, Mitglied der schwedischen Antarktis-Ex­pe­di­ti­on, an seinen Vater schoss von 1500 auf 6200 Euro. Mit 1800 Euro beim sechsfachen Ausruf landete eine Foto-Postkarte von der argentinischen Ant­arktik-Ret­tungs­mis­si­on 1903. Für 5200 (1500) Euro wurde ein Umschlag der schwedischen Ant­arktik-Rettungs­mis­sion 1903/04, aufgegeben vor der Ab­reise aus Schwe­den, zugeschlagen. Kein weiterer Um­schlag ist bis heute von diesem Einsatz bekannt. Die beiden ungezähnten deutschen Olympia-Blocks von 1936 spielten zusammen stolze 31 700 (10 000) Euro ein.

China wurde seinem Ruf als "Dauer­brenner" wieder gerecht. Ein Brief der Lokalpost Shanghai aus 1897 konnte seinen Ansatz von 100 Euro verzehnfachen. Ein postfrischer 4er-Block aus der linken unteren Bogen­ecke des "Ro­ten Af­fen" von 1980 steigerte von 2000 auf 5200 Euro.

Im Deutschland-Teil stand eine seltene Misch­franka­tur von Bayern im Blickpunkt: eine Kombination verschiedener Kreuzer-Marken mit dem Höchstwert der Wappenausgabe zu 1 Mark. Sie wechselte zur Taxe von 30 000 Euro den Be­sitzer. Ein ungebrauchter, vollrandiger 4er-Block der preußischen 3 Silber­gro­schen gelborange mit Original­gummi kletterte von 4000 auf 7600 Euro. Bei 2800 (500) Euro fiel der Ham­mer für eine aus Aalen versandte Aus­lands-Brief­hülle aus 1851 mit blauem Oval-Stem­pel "PD." via Straßburg nach Lyon, fran­kiert mit der 18 Kreuzer schwarz auf violettgrau und der 3 Kreu­zer schwarz auf gelb. 11 000 (9000) Euro brachte ein Briefbogen mit 24 französischen Marken mit dreizeiligem Aufdruck "Be­setztes/Gebiet/Nord­frank­reich" im Rah­men (Deutsche Besetzungsaus­ga­ben Zweiter Weltkrieg/Dünkirchen).

Im Europa-Teil setzte die Schweiz Ak­zente. Die in unserer Februar-Ausgabe (Seite 53) vorgestellte "Basler Taube" auf kleinformatig gefaltetem Börsen­bericht an Herrn Hensler & Co erzielte 25 000 (15 000) Euro. Für 14 500 (5000) Euro zugeschlagen wurde die Pro-Patria-Marke 20+5 C. braunrot aus 1940 mit geändertem Sockel auf Erst­tagsbrief, sauber entwertet mit Erst­tagsstempel "SCHWEIZ. POSTMUSE­UM BERN 4.IV.40" und nach Zürich adressiert.

Überdurchschnittliche Steige­rungsra­ten wiesen ebenfalls Nachlässe und Wun­derkartons auf. Besonders hervorzuheben ist eine Briefmarkensammlung europäischer Staaten von 1840 bis 1969, die ihren neuen Besitzer 363 600
(250 000) Euro kostete.

In der Numismatik zeigten sich Mün­zen der Römischen Kaiserzeit und der Bundesrepublik Deutschland sowie bei den Banknoten vor allem deutsche be­sonders erfolgreich.


Bildbeschreibung: Stieg von 1500 auf 6200 Euro: seltener Brief von der schwedischen Ant­arktis-Expedition 1901-1903.

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