68. Jahrgang

Auktionsberichte

100. Kirstein-Larisch-Auktion: Bayern stets mit großem Angebot


23.04.2016 | Auf zusammen mehr als 150 Jahre Berufserfahrung kann das Auktions­haus Kirstein-Larisch in München zurückblicken, das vom 2. bis 4. Juni 2016 seine 100. Versteigerung durchführen wird. Das weltweite Ange­bot ist auf kleine wie große Sammler ausgerichtet. Wer sich der Bayern-Philatelie verschrieben hat, findet stets eine breite Offerte, die von Mar­ken­aus­gaben bis hin zur Postgeschichte reicht.


Berühmte Sammler als Kunden

30 Jahre nach der Herausgabe der ersten deutschen Briefmarke, dem "Schwar­zen Einser" von Bayern, gründete der Briefmarkenhändler Anselm Larisch in Frankfurt am Main ein Briefmarken­haus. Nach einer Übersiedlung nach Wien ließ er sich 1887 endgültig in München nieder. Larisch, am 4. Juli 1843 im schle­sischen Nassiedel geboren, war auch Verleger von Brief­marken-Zeitschriften und gab damals sehr be­liebte Preislisten heraus. Nach seinem Tod 1892 blieb die Firma im Familien­be­sitz und wurde von seiner Frau weitergeführt. Im Jah­re 1906 trat Sohn Gustav mit in die Firma ein und machte sich sehr schnell ei­nen Namen als ausgezeichneter Briefmar­kenex­per­te. Es dauerte bis 1932, ehe die erste Auktion durch­geführt wurde. Nach dem Tod von Gustav Larisch im Jahre 1962 übernahm Richard Strauss, der Enkel des berühmten Kom­po­nis­ten, die Firma und führte sie mit Fachkom­pe­tenz im Sinne der Familie La­risch weiter. 1992, im 113. Jahr des Fir­men­be­stehens, entschloss sich die Uren­ke­lin des Grün­ders Anselm Larisch, das Un­ternehmen in die Hände des bekannten Münchner Auk­tiona­tors Peter Larisch zu übergeben. Larisch war zu diesem Zeitpunkt schon ge­standener Briefmarken­auk­tionator, hatte er doch seine erste Versteigerung be­reits am 17. und 18. Ok­tober 1967 durchgeführt. Im Jahr der Übernahme konnte er zudem sein 25-jähriges Fir­menjubi­läum begehen. Die vereinten Auktions­häuser firmierten nun unter dem Na­men Kirstein-Larisch und übernahmen die Auktionszählung von Kir­stein. Im Jahre 2003 übergab Peter Kir­stein das Unternehmen an seinen Sohn Thomas, der es im seit Ge­nerationen bewährten Stil weiterführt.

In der weit über 100-jährigen Ge­schich­te haben berühmte Sammler wie Fer­rari, Rothschild oder Boker, aber auch viele "kleine" Briefmarkenfreunde das Geschäft am Promenade- und später Maximiliansplatz aufgesucht. Mit der Konzentration auf das Auktions­ge­schäft änderte sich an der Philoso­phie nichts: Sammlern, Anlegern und Händ­lern soll stets möglichst interessantes philatelistisches Material vermittelt werden. Davon gab es alleine in der jüngeren Firmengeschichte einiges. In der 86. Auktion vom 20. bis 23. Mai 2009 be­fand sich beispielsweise eine komplette Luxus-Drucksachensendung mit einem allseits breitrandigen Sach­sen-Dreier (ziegelrot, Platte II, Type 17), die am 4. November 1850 von Dresden nach Breslau lief. Das seltene und sehr schöne Ganzstück dieser Alt­deutsch­land-Ra­rität startete mit 7000 Euro und erhielt schließlich bei 9400 Euro den Zu­schlag. Dass die Klassik zu den Stärken von Kirstein-Larisch ge­hört, zeigte sich einmal mehr auf der 90. Versteigerung zwei Jahre später. Hier standen u.a. Raritäten der Alt-Schweiz im Blick­punkt. Dazu zählte ein sehr farbfrisches und breitrandiges Lu­xus­stück der sogenannten Doppel­genf mit klar aufgesetzter roter Genfer Ro­sette. Es fand zur Taxe von 15 000 Euro ein neues Zu­hause.

Zweimal jährlich im Frühjahr und im Herbst treffen sich Philatelisten aus aller Welt zu den Großauktionen bei Kir­stein-Larisch, die ein umfassendes An­gebot von rund 8000 Losen bringen. Wie sich das für ein Münchner Tra­ditionshaus gehört, ist das Sam­mel­gebiet Bayern stets ein Schwer­punkt. Zur 100. Jubiläums­auktion vom 2. bis 4. Juni 2016 gibt es hieraus ein Pres­tige-Objekt: einen Geschäftsbrief vom 13. November 1923, auf dessen Rück­seite ein fantastischer 10er-Block des sogenannten Hitler-Provisoriums verklebt wurde (Deutsches Reich MiNr. 331 a). Altmeister Eduard Peschl schrieb 1982 dazu in seinem Foto­attest: "Die Marke war damals an nur wenigen Or­ten Bayerns, nur in kleinen Mengen und nur für kurze Zeit am Schalter; eine be­darfsmäßige Verwen­dung in größeren Einheiten war daher kaum möglich, weshalb dieser Bedarfs­brief in bester Erhaltung ein sehr seltenes philatelistisches Dokument ersten Ranges darstellt. Die frankierten 10 Mrd. M. entsprechen dem Porto für einen Fernbrief von 20 Gramm in der Zeit vom 12.11. bis 19.11.1923." Die Rarität für den ganz großen Deutsch­land-Sammler geht mit 12 500 Euro an den Start.


» www.kirstein-larisch.com

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