68. Jahrgang

Auktionsberichte

Gärtner-Raritäten-Auktion in New York: Heißer Bieterkampf um eine Lokalausgabe von Baton Rouge


26.06.2016 | "Eine rundum gelungene Auktion in einer tollen Atmosphäre“, kommentiert Christoph Gärtner seine Raritätenversteigerung im New Yor­ker Javits Center am 30. Mai 2016, die bereits im Vorfeld auf weltweit großes Interesse gestoßen war. In zwei Sonderkatalogen wurden über 900 Lose mit Raritäten aus der ganzen Welt offeriert. Heiße Bietergefechte zwischen In­teressenten im Saal, am Telefon und über zwei Live-Online­plattformen sorgten für einen Gesamterlös von rund 5,1 Millionen Euro (Gesamt­zu­schlag + Aufgeld, vor Steuern).


Begehrtes „Ochsenauge“ mit Ersttagsstempel

Einer der Blickfänge war natürlich die Alt-Baden-Kollektion von Rolf Gold­schagg aus dem Zeitraum 1851 bis 1868 mit 97 bedeutenden Marken, Einheiten, Briefstücken und Briefen der Baden-Philatelie, die die Crème de la Crème seiner international mit höchsten Auszeichnungen bedachten Samm­lung darstellen. Diese beeindruckende und einzigartige Kollektion, fein auf Blät­ter mit detaillierten Be­schreibun­gen aufgezogen, stellt zweifelsohne ein "El Dorado“ der Baden- und Deutsch­land­philatelie dar. Inklusive Aufgeld war die Sammlung dem erfolgreichen Bie­ter 2 074 000 Euro wert.

Hart umkämpft war ein sogenanntes Och­sen­auge von Bra­silien mit Erst­tags­stempel. Am 1. August 1843 erschien die ers­te Freimar­ken­ausgabe des Kaiserreichs mit Werten zu 30, 60 und 90 Reis. Eben jener Höchstwert zu 90 Reis mit ideal aufgesetztem Rund­stem­pel "CORREIO GERAL DA CORTE 1 - 8 - 1843“ startete war bei Gärtner mit 1000 Euro. Da es nur ein weiteres Exem­plar dieser Marke mit Erst­tagsstempel gibt, kam der Bieterkampf nicht über­raschend, der erst bei 28 500 Eu­ro endete.

Stark vertreten war die nordamerikanische Philatelie, was beim Veranstal­tungs­ort New York sicher eine gute Option war. Die USA glänzte mit wichtigen Stücken ab der Post der Kon­förierten Staa­ten. Große Beach­tung fand das einzige wirklich einwand­freie gestempelte Exemplar der 10-Cent-Mar­ke von Baton Rouge in Louisana. Mit verhaltenen 5000 Euro angesetzt, schoss es schließlich auf 80 000 Euro! Zu den weiteren Highlights in dieser Abteilung gehörten ein mit Federstrich entwerteter "St.-Louis-Bär" zu 20 Cent, der für 29 280 Euro verkauft wur­de, und eine 90 Cent "George Was­hing­ton“ von 1861 in Mischfrankatur auf Brief über London, Marseilles und Hong­kong nach Shanghai, für den der neue Be­sitzer 32 330 Euro bezahlen musste.

Abschließend seien einige weitere Er­geb­nisse (inkl. Auf­geld) aus verschiedenen Gebieten ge­nannt: 201 300 Eu­ro für eine Spezial­sammlung des "Schwar­zen Einser“ von Bayern lose und auf Be­legen, 15 250 Euro für ein rechtes oberes Eckrandstück des „Sachsen Dreiers“ auf Briefstück, 61 000 Euro für eine einmalige Drei-Far­ben-Mischfran­katur von Württemberg nach Indien, 24 400 Euro für eine 3 Lire gelb aus der Toskana, 48 800 Euro für eine 12 Cent von Kanada 1851 mit Ring-Nummern­stempel "37", 183 000 Euro für einen Markenbestand der Volks­republik Chi­na von Sätzen bis hin zu kompletten Bogen und 122 000 Eu­ro für eine Mar­kensammlung aus aller Welt in einem alten Vordruck­al­bum.


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