68. Jahrgang

Auktionsberichte

Einmaliger Kopfsteher der Tschechoslowakei


13.07.2016 | MAINZ Die 171. Loth-Auktion am 5. und 6. August 2016 wartet mit vielen Seltenheiten aller Sammelgebiete von Deutschland, Eu­ropa und Übersee auf.


Eines der herausragenden Einzellose ist eine österreichische Freimar­ke 6 Kreuzer braun von 1850, Hand­papier Type III, mit einem sogenannten "Tokayer Durch­stich" auf komplettem Falt­brief von Tokay nach Tarczan und von dort weitergeleitet nach Eperjes. Im ungari­schen Tokay wurden die ersten österrei­chischen Frei­mar­ken von 1850, die un­ge­zähnt verausgabt wurden, mit einem privat angebrachten Linien­durchstich 14
versehen. "Die Marke ist mit einem klaren kompletten Abdruck des schwarzen Ein­kreis-Stempels 'TOKAY 28/3' entwertet, der Durchstich ist an allen vier Seiten klar ausgeprägt und gleichmäßig rechteckig, die Marke ist frisch", schreibt der Österreich-Prüfer Prof. Dr. Ulrich Ferchenbauer im sei­nem Attest von 2013. Der Brief ist laut Ferchenbauer altbekannt und in einer frü­heren Auflage seines Spezial-Kataloges be­reits abgebildet. Im Januar 1928 wurde er auf der 1. Felix-Brunner-Auktion in Prag erstmals angeboten, des weiteren auf der 47. Corinphila-Auktion 1967 und im Mai 2001 bei Peter Rapp. Er stammt aus der Sammlung Silvain Wyler. Der Ausruf beträgt 20 000 Euro.

Während mehrere Marken und Belege mit "Tokayer Durchstichen" registriert sind, ist der abgebildete, ebenfalls bei Loth angebotene Kopfsteher der Tschechoslowakei MiNr. 52 I bislang einmalig. Die Abart mit dem kopfstehenden Aufdruck "POSTA CES­KOSLOVENSÁ 1919" befindet sich auf einem kleinen Briefstück und trägt den Poststempel von Prag 9c vom 27. De­zem­ber 1919. Sie stammt laut Attest von Ludvik Pytlicek aus der Sammlung des renommiertesten tschechischen Experten der Vor­kriegszeit, Ing. Mrnák. Das Unikat geht mit 5000 Euro an den Start. Die bekanntesten tschechischen Kataloge Pofis und Klim ha­ben die Abart aufgenommen, ihr aber kei­nen Preisansatz gegeben, was angesichts der Seltenheit nicht verwundert.

Zu den Einzellosen, die natürlich auch das Standardmaterial umfassen, gesellt sich noch ein umfangreicher Sammlungs-Teil mit vielen hochwertigen, gehaltvollen und teils unberührten Objekten und Nachlässen so­wie Literatur und Zubehör.

Hervorzuheben ist außerdem die Auflösung eines großen Münz-Nachlasses aus aller Welt mit meist modernen Gold-, Platin-, Palladium- und Silbermünzen, insgesamt ca. 400 Lose mit einem Gesamtschätzwert von ca. 120 000 Euro, die zu sehr modera­ten Schätzpreisen unter den Hammer kommen. Ein Blickfang ist eine seltene 10 000 Zloty-Gold-Gedenkmünze aus Polen aus dem Jahr 1982 mit dem Bildnis von Papst Johannes Paul II, deren Gesamtauflage nur 700 Stück beträgt. Die moderne numismatische Seltenheit ist mit 2000 Euro angesetzt.


Bildbeschreibung: Für 20 000 Euro Ausruf bei Loth: Österreich-Marke mit "Tokayer Durchstich" auf komplettem Faltbrief.

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