68. Jahrgang

Auktionsberichte

34. Gärtner-Auktion: 60-facher Ausruf für Brief aus der Französischen Zone


14.07.2016 | Die letzte Gärtner-Auktion war wieder ein Mammut-Projekt. Über mehr als zwei Wochen verteilt kamen über 32 000 Lose unter den Hammer, die in 15 Katalogen präsentiert wurden. Nach dem Auftakt mit der Rari­tä­ten-Auktion am 30. Mai in New York (siehe DBR 7/16, Seite 56) folgten am Stammsitz in Bietigheim-Bissingen am 10. und 11. Juni die Verstei­gerung von Münzen und Banknoten sowie vom 13. bis 17. Juni die Haupt­auktion mit weltweiter Philatelie. Über 4000 Bieter sorgten für ein gu­tes Gesamtergebnis von über 12 Millionen Euro (inklusive Aufgeld) vor dem Nachverkauf.


Asien einmal mehr im Blickpunkt

Dabei lieferte auch die Hauptauktion etliche bemerkenswerte und außergewöhnliche Zuschläge. Im Einzellos-Teil standen einmal mehr die asiatischen Gebiete im Blickpunkt. Mit 500 Euro startete ein frankierter "Forwarder"-Brief von Colombo (Ceylon) nach London, der schließlich für 2300 Euro zugeschlagen wurde. Von 1300 auf 7800 Euro sprang der Satz China MiNrn. 995-1008 "Maos Gedichte" in postfrischer Erhaltung. Indiens Scinde Dawk ½ Annas Rot auf Briefteil wurde für 15 500 (10 000) Euro mitgenommen. Einige Marken der Japanischen Post in Korea 1900 in einem kompletten Post­sparbuch brachten 6400 (1000) Euro. Ein senkrechtes Paar der auf Brief seltenen 5 p. Boeing-Marke (Saudi-Arabien MiNr. 246) mit Beifran­katur war einem Käufer 8200 (800) Euro wert. Eine ähnliche "Preisexplo­sion" verzeichnete die ägyptische UPU- Serie von 1934 in ungebrauchten bzw. postfrischen Eck­rand­vie­rerblocks, die von geschätzten 500 auf 11 000 Eu­ro davon zog. Mit 3800 Euro konnte die Neusüd­wales MiNr. 3 b x un­ge­braucht ihren Aus­ruf verdoppeln.

Auch im Europa-Teil wurde manches Bie­tergefecht ausgetragen. Eine mit 300 Euro taxierte MiNr. 29 U der Tsche­choslowakei lief schließlich mit 2100 Euro ein. Im Son­derkatalog "Italien & Österreich" überzeugte eine Mehrfach­frankatur der Sar­dinien MiNr. 13 a von Mailand nach London mit einem Zuschlag von 5000 (1500) Euro.

Deutschland stand ebenfalls hoch in der Gunst der Inte­res­senten. Bayerns Schwar­zer Einser mit Plattenfehler auf Drucksache klet­terte von 2000 auf 8200 Euro. Ein un­gebrauchter Vierer­block der Preußen MiNr. 4 a ging für 3600 (1000) Euro in neue Hände. Mit 16 500 Euro leicht unter dem Schätz­preis zugeschlagen wurde ein waagerechtes Paar der Sachsen MiNr. 1 c auf grünem Brief­stück. Von 150 auf 5200 Euro sprangen zwei Vorlage­stücke der Deutsches Reich MiNrn. 909-910 in abweichender Farbe. Be­gehrt war auch die Aushilfsmarke Dan­zig MiNr. I als portogerechte Frankatur auf Postkarte, die von 10 000 auf 23 400 Euro steigerte. Auch Nachkriegs­deutschland wusste zu gefallen und wie: Ein am 19. Juni 1947 in Calw aufgegebener Auslands­brief mit Taxe-percue-Stempel in die USA sprang von 80 auf unglaubliche 4800 Euro! Für 5200 (2000) Euro wur­de ein gestempeltes Versuchsmarken­heftchen Heuss III mitgenommen.

Viel Potential steckte in den Samm­lungen, wie 12 500 (2000) Euro für ein Brasilien-Objekt der Erstausgaben 1843, 56 000 (20 000) Euro für eine Marken­sammlung VR China ab 1949, 12 500 (1000) Euro für eine Seychel­len-Samm­lung 1843–1963 oder 13 500 (4000) Euro für eine Schweden-Kollektion 1855– 1918 zeigten. Bei den Münzen entwickelte sich eine 1 Pia. Französisch-In­do­china von 350 auf 2300 Euro. Top-Zu­schläge bei den Banknoten waren 14 500 (12 500) Euro für eine Finnland 5000 M. mit Aufdruck "SPEICHEN", 11 500 (2200) Euro für eine 20 L. Lettland 1924 oder 15 500 (12 000) Euro für eine 5-$-Banknote von Tschingtau 1907 unter deutscher Kolonialherrschaft.

Abschließend ein Blick voraus: Die 35. Gärtner-Auktion vom 10. bis 17. Ok­to­ber 2016 bringt u.a. weitere Teile aus den Sammlungen "Aerogramme" (J. Kas­per) und "Postgeschichte weltweit", ge­haltvolle Sammlungen sowie seltene Einzelstücke wie z.B. die einzige bislang bekannte Freimarke Indiens (1½ A. Kö­nig Georg V von 1929) mit liegendem Wasserzeichen.


Bildbeschreibung: Heiß umkämpft: Danzigs Aushilfsmarke MiNr. I auf Postkarte, die zum Zu­schlag von 23 400 Euro verkauft wurde.

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