68. Jahrgang

Auktionsberichte

357. Auktion der Auction Galleries Hamburg vormals Schwanke GmbH: Spezialitäten und Unikate aus aller Welt


24.08.2016 | "Eine Auktion ganz im typischen Schwanke-Stil" verspricht Auktionator Christoph Gärtner, der das Hamburger Traditionshaus im Sommer übernommen hatte. Auf dem Titel des Kataloges führt er die Zählung seines Vorgängers (357.) fort, macht aber weiter unten mit der "1." den Übergang deutlich. Und eine Art Zäsur ist die 1. Versteigerung unter neuer Regie (und mit altem Personal) durchaus, wenn man die Loszahl, die daraus resultierende Seitenzahl sowie das Angebot und dessen Struk­tur betrachtet. Mit 3250 Einzellosen sowie 2300 Sammlungen, Posten, Briefposten und Ansichtskarten bringt die Versteigerung am 2. und 3. Sep­tem­ber 2016 viele interessante Belege zur Postgeschichte fast aller Gebiete sowie Spezialitäten und Uni­kate aus aller Welt.


Deutschland und Europa im Fokus

Die Gebiete Norddeutsche Staaten und Skandinavien sind auffallend gut be­setzt. Dänemark/Dänische Gebiete glänzt vor allem mit klassischen Bele­gen. Stellvertretend für Finnland sei Los 208 mit der seltenen Facit-Nr. 9v1C4a, 40 Penni Roulette IV gestempelt, aufgeführt.

Frankreich ist mit seltenen klassischen Einheiten vertreten, u. a. Los 226, das Titelbild des Kataloges, die MiNr. 16 a in farbfrischer Qualität im Viererblock (80 c ungezähnt Napoleon), sowie Los 234, MiNr. 31 im Sechser­block vom Rand (80 c gezähnt Na­poleon).

Aus dem reichhaltigen Angebot Alt­ita­lienische Staaten/Italien mit 200 Losen sind besonders erwähnenswert die Modena Sassone Nr. 5 (Los 418), eine der seltensten Marken der europäischen Ausgaben in ungebrauchter Er­haltung, Neapel MiNr. 8 "Trinacria" un­gebraucht ohne Gummi (Los 434) und Toscana MiNr. 23, 3 Lire gestempelt (Los 484), sowie die nicht verausgabte Serie "Artistica" von 1925, eine der größten Selten­hei­ten der italienischen Aus­ga­ben aus der Zeit des König­rei­ches (Los 503).

Niederlande-Samm­ler können sich auf interessante ungebrauchte Vierer­blocks aus dem Abschnitt MiNrn. 4 bis 65 B freuen. Als Beispiel sei Los 678 genannt: MiNr. 48 C im Viererblock vom Oberrand, ein absolutes Liebhaberstück in schöner Qualität.

Auch der Bereich Übersee ist mit einem ausgewogenen Angebot vieler Gebiete gut aufgestellt.

Die Deutsch­land-Abteilung enthält ebenfalls viele be­ach­tens­werte Stü­cke und Raritäten. Dazu zählt beispielsweise die einzige Marke der Ba­yern-Klassik mit rückseitigem Dop­peldruck 3 Kreu­zer Wappen (Mi­Nr. 15 DG, Los 1751).

Helgoland trumpft mit ganz besonderen Spezialitäten auf, darunter zwei absolute Spitzenbelege der Vorphilate­lie: zum einen ein markenloser philatelistischer Brief von Helgoland nach Mel­bourne mit englischem ERS-Stempel HE­LIGOLAND DE 4 1860 (Type I). Derzeit sind nur zwei Briefe mit Heligoland-ERS-Stempeln vor 1866 bekannt (Los 1896). Zum anderen handelt es sich um einen vollständigen Faltbrief nach Hull (Eng­land) mit dem Poststempel HELGOLAND DECEMBER 12 1813 (Los 1894).

Thurn & Taxis sowie Württemberg bieten eine große Anzahl herausragender Stücke. Das Auge fällt u.a. auf eine museale Rarität zur Geburtsstunde der Briefmarken von Thurn und Taxis aus der Druckerei Neumann mit acht Pro­bedruck-Erstabzügen der am 1. Ja­nuar 1852 erschienenen Erstausgabe in den Wertstufen 1, 3, 6 und 9 Kr. sowie ½, 1, 2 und 3 Sgr. (Los 1999).

Bemerkenswert ist auch das Deutsche Reich, das z.B. ein Vineta-Provisorium (MiNr. AI) auf Briefstück enthält - ein sehr schönes Exemplar dieser nur in ei­ner Auflage von 600 Stück hergestellten Rarität (Los 2116). Gut bestückt sind auch Danzig und die Deutschen Gebiete. Nachkriegsdeutschland ist insgesamt sehr attraktiv.

Der Sammlungsteil der Septemberauk­tion kann sich ebenfalls sehen lassen. Das reichhaltige Angebot enthält Kol­lektionen fast aller Länder und Epochen inklusive ausgefallener und selten offerierter Gebiete sowie Ansichtskarten aus dem norddeutschen Raum mit in­te­re­s­santen Fotokarten und Lithograp­hien. Besonderes Highlight ist die Welt­raumsammlung "Manned Space Flight of the USA and USSR" in neun Alben (Los 5491).
Das komplette Auktionsangebot mit zahlreichen Abbildungen auf www.auction-galleries.de.


Bildbeschreibung: Wahrscheinlich das wichtigste Stück der Helgoland-Philatelie: Brief mit ERS-Stempel aus 1860 von Helgoland nach Melbourne (25 000 Euro).

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