68. Jahrgang

Auktionsberichte

363. Heinrich-Köhler-Auktion: Beste Verkaufsquote seit Jahrzehnten!


21.10.2016 | Sommerliche Temperaturen begleiteten die Woche der Heinrich-Köhler-Herbstauktion vom 21. bis 24. September 2016 in Wiesbaden. Doch nicht nur in Celsius gemessen glänzte der in Philateliekreisen gerne zitierte "heiße Herbst" mit Spitzenwerten. Das anhaltende "philatelistische Hoch" schlug sich wie auch in den zurückliegenden Verstei­ge­run­gen in einer beeindruckenden Nachfrage quer durch alle Sammelgebiete nieder. Die Beteiligung der Bieter - vom Saal bis zum Internet - ließ kaum Wünsche übrig, und so stand nach vier Tagen Auktion mit zahlreichen spannenden Bietergefechten und beeindruckenden Steigerungen unterm Strich ein großartiges Gesamtergebnis mit der besten Verkaufs­quote bei einer internationalen Heinrich-Köhler-Auktion seit Jahr­zehn­ten!


Gesuchte Raritäten von Europa bis Übersee

Bereits im Vorfeld sorgte die Vielfalt des Angebots weltweiter Philatelie und Postgeschichte im Hauptkatalog für Auf­sehen. Kleine und große Raritäten von Europa bis Übersee erwarteten die Samm­ler, die mit Begeisterung an der Verstei­gerung teilnahmen, um das ein oder andere Stück für ihre Sammlung zu ge­winnen. So fand zum Beispiel ein ungebrauchtes "Basler Täubchen" (Los 24), eines der schönsten Stücke dieser le­gendären Marke, für 9500 (3000) Eu­ro eine neue Heimat. Ein gestempelter Farb­fehldruck „blau statt braun“ der Schwei­zer 5-Rappen-Strubel-Marke von 1854 (Los 28) wechselte für be­acht­liche 12 000 (4000) Euro den Be­sitzer. Aus der "Sammlung Larsson", ei­ner Spe­zi­al­sammlung der Marken der unabhängigen Republik Irland, wurde eine un­gebrauchte Versuchs-Rollen­mar­ke von 1935 (Los 477) für sagenhafte 10 000 (4000) Euro zugeschlagen.

Das Sammelgebiet Großbritannien hat­te mit der ersten Dienstmarke der Welt, der unverausgabten Penny Black VR 1d, ein weiteres Highlight zu bieten (Los 814). Das hervorragend er­haltene Stück wurde bei 8000 Euro zugeschlagen. Beispielhaft ge­nannt sei an dieser Stelle auch eine wunderschöne gestempelte British-Guiana 4-Cent-Mar­ke von 1856 (Los 825), die für 9 000 Euro eine neue Sammlung bereichern wird.

Die deutschen Sammelge­biete vereinten wie ge­wohnt zahlreiche hochwertige und außergewöhn­liche Lose, die nachhaltig beeindrucken konnten. Zu den Höhe­punkten gehörte sicherlich Bayerns Schwarzer Einser auf Drucksache mit Fingerhutstempel "WUN­SIEDEL" (Los 2211). Bei einem Ausruf von 3000 Euro wurde die Druck­sache fast um das Siebenfache gesteigert und bei sensationellen 20 000 Euro zugeschlagen. Eine prächtige Vier-Farben-Mischfranka­tur von Sachsen nach Indien (Los 2305) sieht man auch nicht alle Tage. Hier fiel der Hammer bei starken 14 000 (5000) Euro.

Ausnahmesammlungen von Finnland und Bayern

Auch die in den Sonderkatalogen präsentierten Spezialsammlungen "Finn­land - Wappenausgabe 1860 bis 1866" und "Bayern 1849-1875 - Die Samm­lung Hilmar Kraus (II)" konnten nahtlos an die starken Ergebnisse anknüpfen. Die Finnland-Spezialsammlung bewies mit zahllosen prächtigen Stücken ihre große Klasse, darunter ein 5 penni Kehr­druck-Paar im 3er-Streifen mit Einzelmarke auf Briefstück (Los 8047), das für 13 000 Euro zugeschlagen wur­de. Der berühmte "Fehldruck auf beiden Seiten" 20 penni mit 40 penni blau auf der Rückseite in gebrauchter Er­hal­tung (Los 8105) wechselte bei einem Zuschlag von 8000 Euro den Besitzer. Bei einem Brief aus Abo mit einem Paar sowie zwei Einzelmarken der 1 Mark (Los 8130) fiel der Hammer bei fantastischen 12 000 Euro.

Wie erwartet war die Nachfrage beim Verkauf des zweiten Teils der Samm­lung Hilmar Kraus groß, um nicht zu sagen riesig. Bereits die im Vorfeld eingetroffenen schriftlichen Gebote be­wiesen das enorme Interesse der Samm­ler. Als Beispiel mag Los 9265 dienen, ein Brief mit der 9-Kreuzer-Marke lebhaftgrün von 1854 als waagerechter 3er-Streifen und waagerechtes Paar mit 3 Kreuzer blau nach Groß­britannien an Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, Gemahl der britischen Königin Victoria. Das Stück wurde 2009 bei Heinrich Köhler im Rahmen der legendären Fritz-Kirchner-Versteigerungen für 3300 Euro verkauft und nun - nur sieben Jahre später - waren bei einem moderat angesetzten Ausruf von 2500 Euro noch mindestens vier Bieter am Telefon und im Internet bereit, mehr als das Doppelte des damaligen Zu­schlages zu bieten. Das Rennen machte dennoch ein Saal­bieter, der sich gegen besagte Konkur­renz mit einem Höchst­gebot von 9000 Euro durchsetzte und dieses einzigartige Stück nun sein Eigen nennen darf.

Diesem Höhepunkt stehen zahllose weitere zur Seite, darunter auch das Titelstück des Sonderkatalogs, eine einmalige Mischfrankatur 18 Kreuzer oran­gerot und 12 Kreuzer violett auf traumhaft schönem Brief nach Frank­reich (Los 9257), das bei einem Ausruf von 10 000 Euro für 22 000 Euro zugeschlagen wurde. Ein Brief mit dem Schwar­zen Einser im Paar plus Ein­zel­marke als 3-Kreuzer-Frankatur aus Wal­lerstein (Los 9019) startete bei 8 000 Euro und sicherte sich mit 26 000 Euro den Spit­zenzuschlag. Weiterhin erwähnenswert auch zwei höchst dekorative Auslands­briefe nach Indien bzw. Finn­land: Der Brief nach Bombay (Los 9303) zeigt eine seltene Mischfrankatur der 3 Kreu­zer blau mit 9 Kreuzer gelbgrün im 3er-Streifen (Zuschlag: 12 000 Euro). Die nicht minder rare wertstufengleiche Mischfrankatur der 9 Kreu­zer gelbgrün mit 9 Kreuzer braun und weiterer Zu­satzfrankatur auf Brief nach Helsingfors (Los 9245) wurde bei 10 000 Euro zu­geschlagen. Alle genannten Zuschläge sind übrigens ohne Auf­geld.


Bildbeschreibung: Für 26 000 Euro zugeschlagen: Bayern 1 Kreuzer schwarz im Paar mit Einzelmarke auf Brief aus Wallerstein.

» www.heinrich-koehler.de

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21.11.2017 Vortrag
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53721 Siegburg/Res­taurant "KUBANA", ... [mehr]
25.11.2017 Großtauschtag für Briefmarken, Münzen und Postkarten, Werbeschau
78628 Rottweil/Stadthalle, Stadionstr. 40/9-16 Uhr[mehr]