69. Jahrgang

Auktionsberichte

Seltene Briefmarken und viele Spezialsammlungen


25.10.2010 | BIETIGHEIM-BISSINGEN Die Philatelie lebt! Diese Erkenntnis gewinnt man zumindest derzeit im Hause Christoph Gärtner. Kaum ist die erfolgreiche Septemberauktion beendet, laufen schon die Vorbereitungen für die kommende Auktion vom 22. bis 25. No­vember auf höchsten Touren. Mehrere hundert Einlieferer sorgten in kürzester Zeit für ein so beeindruckendes Angebot, dass nunmehr erstmalig ein zusätzlicher Katalog "Raritäten aus aller Welt“ das Stan­dard­katalogquartett erweitern wird.


Freuen dürfen sich die Sammler beispielsweise auf herrliche Brief­marken, vom postfrischen Viererblock der ersten Briefmarke der Welt, der "Black Pen­ny" von 1840 (40 000 Euro), einem ungebrauchten "Roten Mer­kur" von Österreich oder einer sehr schönen "Vermillon" aus Frankreich bis hin zum gebrauchten Vie­rer­block der gelben 5 cand. (1885) von Chi­na. Natürlich werden auch die vielen seltenen Briefe auf Erstaunen stoßen. Dazu ge­hören solche von Vancouver Island, die mit Wells Fargo transportiert wurden, ein ungewöhnlicher Brief aus Neuseeland, bei dem mehrere 1 p.-Stempelmarken postalisch ver­wendet wurden, der früheste, frankierte Brief aus dem Kir­chenstaat 1842 mit britischer Teilfran­ka­tur oder auch ein Brief mit statthafter Mischfrankatur Bay­ern und Baden von München 1850.

Ganz besonders hinzuweisen ist aber auch auf die vielen Spezialsammlungen aus aller Welt, seien es umfassende Kollek­tio­nen von R-Briefen oder Internationaler Antwortscheine, eine Studie mit Belegen der "Heller"-Ausgaben Österreichs, Spe­zial­sammlungen China, Indien oder der Sit­zenden und Stehenden Helvetia (Schweiz). Beeindruckend auch die fast komplette Sammlung altdeutscher Staaten (60 000 Euro).
Ein ganz besonderes Highlight ist eine Autographen-Sammlung mit zahlreichen Briefen aller französischen (und einiger europäischen) Kaiser und Könige vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Dabei sind auch ein Brief Napoleon Bonapartes 1798 aus dem Ägyptenfeldzug mit vollständiger Unterschrift und ein Brief des letzten Kaisers des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Franz II, während der Konflikte zwischen Napoleon und Österreich 1809. Eine Kollektion von großer historischer Bedeu­tung und musealem Charakter, die mit 180 000 Euro angesetzt ist.
Internet:


Bildbeschreibung: Bayern 1850 mit badischer Teilfrankatur auf Briefkuvert nach Mainz. Beide Marken entwertet durch offenen Mühlradstempel "325" Auf­ga­bestempel "MÜNCHEN 13 MAI 1862" nebengesetzt. Die badische Mar­ke wurde unbeanstandet in Bayern als Teilfrankatur angerechnet. In Mainz wurde das taxische Bestellgeld vorderseitig blau notiert (7000 Euro).

» www.auktionen-gaertner.de

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