68. Jahrgang

Auktionsberichte

36. Gärtner-Auktion: Zum Luther-Jahr ein Luther-Brief


28.01.2017 | Auch die 36. Versteigerung von Christoph Gärtner am Stammsitz in Bie­tigheim-Bissingen ist wieder zweigeteilt. Los geht es am 9. und 10. Fe­bru­ar 2017 mit einer reichen Auswahl an Münzen, Medaillen und Bank­noten. Vom 21. bis 24. Februar folgen im Auktionsschwerpunkt Phil­ate­lie Briefmarken, postgeschichtliche Belege, Ansichtskarten und Samm­lungen. Interessenten dürfen sich wieder auf eine Reihe von Ka­talogen mit vielen Tausend Losen freuen.


Seltene Brustschild-Frankatur

Als Asienspezialist offeriert Gärtner u.a. über 1700 Lose Postgeschichte fast al­ler asiatischen Gebiete. Darunter befinden sich Großraritäten wie z.B. China Kleine Drachen im 9 Ca. Auslandstarif auf Kombinationsbrief 1889 nach Böh­men (15 000 Euro) und Indiens Gandhi 8 ½ A. auf Dienstbrief mit Inhalt vom Generalgouverneur von Indien (60 000 Euro).

Ein besonderes Kleinod der thematischen Philatelie ist der zweiseitige, ei­genhändig von Martin Luther im Jahr 1543 geschriebene Brief aus Wittenberg an Georg Buchholzer, dem damaligen Probst an St. Nicolai in Berlin. Im Betreff nannte er das Verhältnis und die Einstellung zum Judentum von Luther, Buchholzer und dem brandenburgischen Hofprediger Johann Agricola und unterschrieb mit "Martinus Luther D". Dem Brief liegt ein 64-seitiges Heft "Lu­ther und die Juden" aus dem Jahre 1917 bei (100 000 Euro).

Zu den bemerkenswertesten Stücken im Übersee-Teil gehören der früheste Druck 2. P. blau auf einem Brief von Mauritius nach Frankreich (75 000 Eu­ro) und der Fehldruck 4 P. in Karminrot statt Blau vom Kap der Guten Hoff­nung (25 000 Euro).

Stellvertretend für Europa ist zu nennen die unverausgabte ul­tramarine Marke 20c "Pont de St. Antoni“ 1932/33 der Serie "Val­lées d‘ Andorre“, von der insgesamt nur 25 Bogen hergestellt wurden (20 000 Euro).

Auch der Deutschland-Katalog enthält viele beachtenswerte Stücke und Raritäten. Dazu zählt ein Altdeutsch­landbrief von Altona 10. März 1864 nach Ko­penhagen mit der Frei­marke zu 1¼ Schillingen. Der Brief fällt in die kurze Periode vom 1. März (Aus­gabetag der Marke) bis 30. März 1864, als Briefe nach Dänemark über das neutrale Lübeck befördert wurden und die alte Inlandsgebühr von 1¼ Schillingen Gültigkeit hatte. Von den wenigen be­kannten Briefen dieser Marke ist dies der einzige nach Dänemark (35 000 Eu­ro). Als ganz besondere Brustschild­ra­ri­tät gilt der Auslands-Faltbrief von 1872 mit 18 Kr. kleiner Schild im waagerechten Paar und Einzelwert sowie zwei Ein­zelwerten 1 Kr. gelbgrün und 3 Kr. großer Schild je mit Einkreisstempel "FRANKFURT A.M. 16.8.73" als portogerechte Fran­katur mit Leitvermerk "pr. Southamp­ton" und rotem Einzeiler "P.P." via London nach La Paz/Bolivien mit Ankunftsstempel. Bei der außergewöhnlichen 59-Kreu­zer-Frankatur-Kom­bina­tion in Ver­bindung mit der Destination Boli­vi­en handelt es vermutlich um ein einmaliges Stück. Ein prachtvolles Schau­stück ist der ge­schnittene Pro­be­druck 30 Pf Otto-Motor von 1952 in verausgabter Zeich­nung auf gummiertem, gelblichem Papier ohne Wasser­zei­chen als unsignierter Komplettbo­gen zu 100 Marken (50 000 Euro).

In den Sammlungskatalogen können Sammler, Händler und Investoren wieder einmal aus dem Vollen schöpfen. Die thematische Sammlung "Das Le­ben und Wirken von Albert Einstein“ ist das Lebenswerk eines rührigen und sach­kundigen Sammlers und beleuchtet de­tailliert in 21 Bänden die Person des Physikers (18 000 Euro). Die profunde Kollektion "Türkische Besetzung von Kermanchah" von 1917 beinhaltet nicht nur die größten Blocks 12 Ch., sondern auch einen ausgezeichneten Postge­schich­teteil mit seltenen Zensuren (70 000 Euro). "Ubangi-Schari-Schad 1901/1937" - diese umfangreiche Ausstellungs­samm­lung glänzt mit Markenausgaben bis hin zu denen für die Zentralafrikanische Republik und Tschad-Aufdruckwerten sowie vielen Besonderheiten wie Essays, Probedrucken, Abarten, ver­schiedenen Stempel nach Orten und Jahren sowie sehr viel Bedarfspost (be­sonders Feld­post und Ganzsachen, 15 000 Euro).

Die Palette bei der zuvor angebotenen Numismatik reicht von der Antike bis zur Neuzeit. Orden- und Ehrenzeichen, historische Wertpapiere, Edelmetalle und numismatische Literatur ergänzen das breite Spektrum. Die Bankno­ten­auktion bietet mit mehr als 3100 Losen eine gehaltvolle Auswahl. Besonders er­wähnenswert sind eine große Samm­lung von Banknoten Albanien mit einigen nicht verausgabten Entwürfen, eine umfangreiche Sammlung Bulga­rien und viele frühe Ausgaben aus Ös­terreich. Besondere Einzelstücke, dar­unter seltene Muster und frühe Banknoten aus Europa sowie Banknoten und Notgeld aus aller Welt, eignen sich zur Vervollständigung der eigenen Samm­lung.


Bildbeschreibung: Möglicherweise einmalige Brustschild-Frankatur nach Bolivien.

» www.auktionen-gaertner.de

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DatumAuktion
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Veranstaltungskalender

DatumVeranstaltung
25.11.2017 Großtauschtag für Briefmarken, Münzen und Postkarten, Werbeschau
78628 Rottweil/Stadthalle, Stadionstr. 40/9-16 Uhr[mehr]
25.11.2017 Vortrag
Willi Melz "Postzeitungsvertrieb DDR“[mehr]
26.11.2017 Briefmarken-, Münz- & AK-Börse
10243 Berlin/Berliner Ostbahn­hof, Koppenstr. 3[mehr]
26.11.2017 Groß­tausch­tag
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26.11.2017 Groß­tausch­tag
35396 Gießen-Wieseck/Bürgerhaus Wieseck, ... [mehr]