68. Jahrgang

Auktionsberichte

Neuentdeckter "Gehrde-Brief" sucht Käufer!


17.11.2010 | HAMBURG Zu den Schwerpunkten der 327. Schwanke-Auktion vom 25. bis 27. November in Hamburg gehört die Bolivien-Sammlung ILLIMANI, eine der größten jemals existierenden Sammlungen dieses Sammelgebietes. Beginnend mit vorphilatelistischen Briefen und Dokumenten, liegt der Schwerpunkt auf der Erstausgabe, den "Condors".


Diese Ausgabe zählt seit jeder zu den "Königsdisziplinen" der Südamerikanischen Klassik. Briefe gibt es so gut wie gar nicht, und wenn, dann sind es nur die Wertstufen zu 5 und 10 Centavos, die als Briefporto Verwendung fanden. Die hohen Werte zu 50 und 100 Centavos wurden ausschließlich als Gebührenmarken verwendet, und wer diese Ausgabe philatelistisch darstellen will, kann nur auf frankierte Dokumente zurückgreifen, von denen in der ILLIMANI Collection einige spektakuläre Stücke enthalten sind. Auch die auf die Condors folgenden Emissionen sind durchweg rar, die Höchstwerte zu 500 Centavos der "9-" bzw. "11-Stars-Ausgaben" zählen zu den seltensten Marken Südamerikas. Auch diese Ausgaben sind in der Sammlung enthalten; der Bogen spannt sich dann bis zum Jahre 1912 und einige frühe Flugpostausgaben komplettieren das Angebot.

Einen weiteren Sonderkatalog hat Schwanke der Sachsen-Sammlung "Dr.Kauth" gewidmet, die durch ihre generell überdurchschnittlich gute Qualität besticht. Neben losen Stücken der MiNr. 1 findet sich diese prominente Marke als Einzelfrankatur auf einem Brief von Meißen nach Radebeul (10 000 Euro) und einmal im senkrechten Paar auf Drucksachenschleife von Leipzig nach Löbau (12 000 Euro). Das spektakulärste Stück ist das "Potschappel-Kreuzband", ein Viererstreifen der MiNr. 2 auf Kreuzband nach Bautzen, das auch den Katalogtitel ziert (2500 Euro). Erlesen sind auch die angebotenen Einzelmarken und Belege der folgenden Ausgaben. In den insgesamt 140 Positionen des Objektes sind auch ein paar vorphilatelistische Briefe, Landkarten und etwas Literatur enthalten. Im gleichen Sonderkatalog angeboten wird die Sammlung "Bailev" - Die Post in der Österreichischen Levante, ein phantastisches Objekt der Spitzenklasse, das geschlossen zum Ausruf kommt (Schätzpreis 75 000 Euro).

Die dritte Sonderkatalog beinhaltet die "Schwanke-Specials", die zum Jahresende wieder für Stimmung sorgen werden. Neben den beliebten 100-Euro-Startern findet man Einzelstücke und kleine Lots, die viel Luft nach oben haben. Schon der Altdeutschland-Teil hat es "in sich", von einer Halbierung der Badischen Landpostmarke MiNr. 13 auf Brief (2000 Euro) über Seltenheiten von Hamburg, Lübeck, Oldenburg, Preußen und Schleswig-Holstein bis hin zu Württemberg, wo eine 63-Kreuzer-Frankatur in die USA mit u.a. einem Dreierstreifen der 18 Kreuzer MiNr. 10 nach 11 000 Euro verlangt. Die nicht mehr verausgabten Werte NSKK/NSFK des Deutschen Reiches aus dem Jahre 1945 starten mit 15 000 Euro, ein Verkehrsausstellungsblock der Bundesrepublik im offiziellen Geschenkheft der Bundespost kostet 5000 Euro, und eine postfrische Marke der Marshall-Inseln MiNr. 27 A II – von der bisher überhaupt nur zwei ungebrauchte Stücke bekannt waren – wird mit ebenfalls 5000 Euro ausgerufen. Unter den großartigen Sammlungen und Beständen im Auslandsbereich nennen wir an dieser Stelle eine Spezialsammlung der ersten Ganzsache von ISLAND mit seltensten Proben (10 000 Euro), ein phantastischer Briefebestand der Volksrepublik China mit allen wichtigen Ausgaben der Kulturrevolution, allen Blocks und geschnittenen Ausgaben startet mit "entwicklungsfähigen" 20 000 Euro und eine Investitionspartie der ersten Ausgaben von Thailan verlangt ebenfalls nach 20 000 Euro. Titelfotos der "Schwanke-Specials" und wohl die atemberaubendste Neuentdeckung dieses Jahres dürfte aber der "Gehrde"-Brief sein, ein Brief mit einem Sechserblock der USA TEN CENTS 1855 auf einem Transatlantikbrief von San Francisco in das Königreich Hannover (10 000 Euro).

Der Hauptkatalog startet mit starken Abteilungen von Frankreich, Großbritannien, Portugal, Schweiz und Österreich. Hier gelangt eine Sammlung der österreichischen Neudrucke in ausgesuchter Qualität zum Angebot. Praktisch sämtliche Neudrucke sind vorhanden, dabei Proben zur Neudruck-Ausgabe von 1860-61 inklusive der bisher unbekannt gewesenen 2 Kreuzer gelb (1000 Euro). Im Übersee-Teil setzen einige seltene postgeschichtliche Stücke Akzente, dabei ein zum Schaden der Post verwendeter "Mädchen-Block" der VR China nach Deutschland (500 Euro), seltene Vorphila vom Kap der Guten Hoffnung, aus Portugiesich-Indien, Samoa oder ein paar dekorative "illustrated envelopes", z.B. von Westaustralien (220 Euro). 200 Lose Philatelistische Literatur sind ebenso im Angebot wie etwa 100 Lose Goldmünzen.

Altdeutschland ist vorzüglich vertreten mit Qualitätsmaterial insbesondere von Braunschweig, Hannover und Hamburg. 250 Lose Deutsches Reich beinhalten so ziemlich alles, was Rang und Namen hat. Der Bogen spannt sich von den Brustschildausgaben bis zu einigen sehr dekorativen Zeppelinbriefen. Germania-Spezialisten wird ein ungezähnter Satz MiNr. 68-77 U postfrisch reizen (1000 Euro), Inflaexperten dürfen sich auf ein Stück der seltenen Postfälschung MiNr. 157 PFä freuen (1000 Euro) und die für stetige Diskussion sorgende letzte Ausgabe des Dritten Reiches (MiNr. 909-10) ist gleich viermal auf Briefen vorhanden. Deutschland nach 1945 offeriert neben dem bekannten Standardmaterial ein ungewöhnlich reichhaltiges Angebot der Lokalausgaben. Ein Angebot von 80 Losen "Grossräschen" umfasst so ziemlich alles an Vorläufern, was der Michel-Katalog hergibt, von V 1 ** (250 Euro) bis V 34 ** (400 Euro). Dabei sind auch Seltenheiten wie die im MICHEL preislich nicht notierte MiNr. 27 I (korrigierte Wertziffer), die sowohl in postfrischer als auch in gestempelter Erhaltung auf Briefstück jeweils 250 Euro einspielen soll. Drei Blocks von "Meißen" in gestempelter Erhaltung verlangen nach jeweils 600 Euro, und der seltene Block 1 C von "Storkow" kostet in postfrischer Erhaltung 150 Euro.

1400 Posten und Partien beschließen am letzten Auktionstag die 327. Schwanke-Auktion. Wie immer kommen komplette Nachlässe und gut ausgebaute Sammlungen aller deutschen und ausländischen Sammelgebiete unter den Hammer. Motivsammlungen, Ansichtskarten und Münzen (darunter ein moderner Goldschatz mit gut 150 Gramm Feingold, Ausruf 4500 Euro) komplettieren das Angebot.

Insgesamt gelangen 5040 Auktionslose mit einem Schätzwert von 1,5 Millionen Euro zum Ausruf.


» www.schwanke-auktionen.de

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