68. Jahrgang

Auktionsberichte

365. Heinrich-Köhler-Auktion: Berauschende Zuschläge


21.10.2017 | Eine wahre Höchstleistung ist dem Auktionshaus Heinrich Köhler mit der diesjährigen Herbstauktion geglückt, die mit den im Vorfeld als „phil­atelistische Symphonien“ angekündigten neun Auktionskatalogen eine unvergleichliche Auswahl herausragender Philatelie und Postge­schich­te vom 25. bis 30. September zum Ausruf brachte. Verteilt auf sechs Auktionstage fanden die zahlreichen Spitzenlose reißenden Ab­satz und stießen nahezu ohne Ausnahme auf eine kaum noch zu übertreffende Nachfrage aus Sammler- und Händlerkreisen. Dies war erneut insbesondere der weltweiten Kundschaft geschuldet, die sich live über das Internet in das Auktionsgeschehen einschaltete und über das Sys­tem zum Online-Live-Bieten maßgeblich zum hervorragenden Gesamt­er­folg der Auktion beitrug.


Hoch hinaus: "Ballon Monté“ und weitere Highlights

Erwartungsgemäß bot insbesondere die Kollektion "Ballon Monté“ aus der Sammlung "Erivan“ einige spannende Bietergefechte und - der Seltenheit der angebotenen Belege entsprechend - beeindruckende Zuschläge. Die spektakulären Auslandsfrankaturen der französischen Ballonpost aus dem umzingelten Paris nach Übersee erreichten "höchste Sphären“, wie z. B. ein Brief nach Hongkong mit dem Ballon "Ville de Paris“, der mit 36 000 Euro zugeschlagen wurde (Los 9906, Ausruf 10 000 Euro) oder ein Brief nach Osa­ka/Japan, der bis 24 000 Euro gesteigert wurde (Los 9850, Ausruf 10 000 Euro). Für zwei seltene Briefe nach Russ­land bzw. Tunis fiel der Hammer jeweils erst bei sagenhaften 17 000 Euro (Lose 9822 und 9869, Ausruf je 5000 Euro).

Ebenfalls in beeindruckende Höhen wur­den zahlreiche weitere Lose der in den edlen Sonderkatalogen präsentierten (Spezial-) Sammlungen gesteigert. Bei den Gebieten Altdeutschlands über­traf unter anderem die Sammlung "Bayern Kreuzerausgaben“ (Die Samm­lung "Peg­nitz“) die Erwartungen. Bei­spielhaft genannt sei­en eine 1-Kreuzer-Fran­katur auf Druck­sache aus Alt­ötting, die ihren Start­preis von 5000 Eu­ro verdreifachte (Los 9006), und ein rarer Brief mit einer Misch­frankatur der 3 Kr. und 6 Kr. aus dem Jahr 1850 aus Klein­heubach mit Fremd­entwertung "Prag“ (Los 9035, Ausruf 5000 Euro), der auf unglaubliche 27 000 Euro gesteigert wur­de. Die Sammlung "Buddenbrook“ (Lü­beck) glänzte ebenso mit tollen Zuschlä­gen, beispielsweise mit einem Brief aus dem Jahr 1859 mit einer Mischfranka­tur der ½ Sch. und 2 Sch. von Lübeck nach Güstrow, bei dem der Hammer bei 13 000 Euro fiel (Los 9611, Ausruf 8000 Euro). Dem standen die weiteren Spezialsammlun­gen wie auch die Angebote des Hauptkatalo­ges mit wertvollen Ein­zellosen, Lots und Posten aus aller Welt in nichts nach. Ein Erfolg auf ganzer Linie war ebenso der Verkauf der Kol­lektion "Deutschland ab 1849 - Sammlung Dr. Ludwig Trippen“, die in einem Sonderkata­log und einem speziellen Zusatzka­talog mit Losen "gegen Gebot“ als rei­ne Fernauktion präsentiert wur­de.

Im internationalen Bereich sorgte die zweite Simultanauktion der Sammlungen "Schweden - Post­geschichte und Nachporto“ des Ehepaars Bertil und Kerstin Lars­son für Furore. Die zeitgleich in Stockholm und Wiesbaden stattfindende Versteigerung brachte beeindruckende Zuschläge, wie beispielsweise ein Brief mit dem Drei-Kronen-Stempel des Auslands­post­amtes in Lü­beck (Los 6603) zeigte, der nach einem Startpreis von 5000 Euro für starke 9500 Euro zugeschlagen wur­de. Für einen Brief aus der Vorphilate­lie-Zeit mehr als beeindruckend! Inter­na­tionale Parallelauktionen sind inzwischen bei Köhler immer ein Highlight und führen zu großer lokaler Nachfra­ge.

Überragend war darüber hinaus auch der Verkauf der Sammlungen, Posten und Nachlässe. Eine riesige Nachfrage und "ein Andrang, als gebe es morgen keine Briefmarken mehr“, brachte es Heinrich-Köhler-Geschäftsführer Dieter Michelson nach der Auktion auf den Punkt.

Erfolgsfaktor Internet

Auffällig war erneut, wie stark zahlreiche Gebiete an Bieter dank Internet regelrecht "ausverkauft“ wurden. Der Saal konnte in vielen Situationen nur verblüfft zuschauen, wie die Kunden aus aller Welt über das Internet "das Rennen machten“. Die überwältigende Präsenz und aktive Teilnahme der In­ternet-Bieter belegt erneut, wie bedeutend der Einsatz modernster Technik auch bei klassischen Auktionen ist. Für Kunden, die bequem von zu Hause aus an einer Auktion teilnehmen können, und vielmehr noch für Einlieferer, die so eine weitaus größere Reichweite für den Verkauf ihrer philatelistischen Schät­ze erreichen, wird dies auch in Zukunft ein entscheidender Faktor sein.


Bildbeschreibung: Sprang von 10 000 auf 36 000 Euro: Ballon-Monté-Brief nach Hongkong (ex Sammlung "Erivan“).

» www.heinrich-koehler.de

» Zurück zur übersicht
 1 | 2 | 3 | 4 | | » 

Auktionskalender

DatumAuktion
22.11.2017
bis
24.11.2017
218.-221. Corinphila-Auktion
[mehr]
24.11.2017
bis
25.11.2017
175. Loth-Auktion
[mehr]
30.11.2017 169. Austrophil-Auktion
[mehr]
01.12.2017
bis
02.12.2017
61. Aix-Phila-Auktion
[mehr]
01.12.2017
bis
02.12.2017
Auktion Auctions Galleries Hamburg
[mehr]



Veranstaltungskalender

DatumVeranstaltung
25.11.2017 Großtauschtag für Briefmarken, Münzen und Postkarten, Werbeschau
78628 Rottweil/Stadthalle, Stadionstr. 40/9-16 Uhr[mehr]
25.11.2017 Vortrag
Willi Melz "Postzeitungsvertrieb DDR“[mehr]
26.11.2017 Briefmarken-, Münz- & AK-Börse
10243 Berlin/Berliner Ostbahn­hof, Koppenstr. 3[mehr]
26.11.2017 Groß­tausch­tag
21391 ... [mehr]
26.11.2017 Groß­tausch­tag
35396 Gießen-Wieseck/Bürgerhaus Wieseck, ... [mehr]