68. Jahrgang

Auktionsberichte

Philatelie mit Leidenschaft: Bergedorf-Sammlung von Prof. Hornhues wird aufgelöst!


21.12.2010 | Der Mülheimer Auktionator Harald Rauhut pflegt seit Jahren, völlig unabhängig von gerade vorliegenden Markttendenzen, alle altdeutschen Staaten. Immer wieder gab es interessante Angebote einzelner Gebiete. Nun ist Rauhut mit der Versteigerung der einzigartigen Ber­gedorf-Sammlung des bekannten CDU-Politikers Prof. Dr. Karl-Heinz Horn­hues beauftragt worden. Der Sonderkatalog zeigt, wie vielfältig darstellbar diese kleine Sammelgebiet ist, obwohl nur sechs Marken erschienen. Beachtliche 380 Positionen warten auf neue Liebhaber!


Breites Spektrum

Prof. Dr. Karl-Heinz Hornhues, 1939 in Stadtlohn geboren, studierte Volkswirt­schaft, Soziologie und christliche So­zialwissenschaften in Münster. Nach verschiedenen Tätigkeiten, u.a. für das Bistum Münster, folgte 1972 die Be­rufung an die Katholische Fach­hoch­schule Norddeutschland in Osnabrück mit einer Lehrstelle und ab 1977 einer Professur für Sozialökonomie und So­zialpolitik. Bereits 1961 in die CDU eingetreten, wurde Hornhues 1972 Vor­sitzender der JU Niedersachsen und im selben Jahr erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt, dem er ununterbrochen bis 2002 angehörte. Bun­des­weit bekannt wurde Prof. Hornhues, der auch Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag und Vorsitzender des Auswärtigen Aus­schusses war, durch sein Engagement für den afrikanischen Kontinent. Trotz seiner intensiven politischen Tätigkeit fand er Zeit für die Philatelie und konzentrierte sich auf das vermeintlich kleine Gebiet Bergedorf. Er schuf den Ber­gedorf-Katalog (2. Auflage 2010, siehe DBR 10/10, Seite 73) und hat - auch für diese Zeit­schrift - immer wieder
über Interessantes aus der Bergedorf-Philate­lie geschrieben.

Bergedorf, gemeinsamer Besitz der Freien Reichs- und Hanse­städte Hamburg und Lübeck, gab 1861 eine einzige Brief­mar­ken­serie (MiNr. 1-5) her­aus, die diesen "bei­derstädtischen Sta­tus" verdeutlichte, denn die Marken zeigen je ein halbes Wappen von Ham­burg und Lübeck,
das zu einem Wap­pen vereinheitlicht wurde. Bedeutende Bergedorf-Ange­bo­te gab es in der Auk­tionsgeschichte nicht viele: Sammlung Laufs (Stock 1918), Sammlung Dr. Werner (Grobe 1949), Caspary (1856/58)/Burrus 1964/ Anderegg 1967, "Romanow" (Del­ven­dahl) 1976, Sammlung Puls 1978, Samm­lungen Boker 1985–88 und Salm 1993/94. Nach längerer Unterbre­chung kann Harald Rauhut nun wieder etwas Nennenswertes bieten. Dabei ist der Umfang der Bergedorf-Samm­lung von Prof. Horn­hues einzigartig. Obwohl nur sechs Werte er­schienen sind (die MiNr. 1b weicht in Farbe und Grö­ße von der MiNr. 1a ab und ist eine eigenständige Marke), zeigt das vorliegendene Angebot mit 380 Losen, wie vielfältig das Gebiet Bergedorf darstellbar ist. Der aufwendig ge­staltete Sonderkatalog, an­gereichert mit begleitenden Texten von Prof. Horn­hues, hat deshalb Hand­buch-Charakter.

Das Angebot startet mit den Post­speditionen anderer Postver­wal­tungen (Hannover, Thurn und Ta­xis, Preußen), Landpost sowie Post aus der Zeit der französischen Besetzung und mündet in der Vorphilatelie des Lübeck-Ham­burgischen Postamtes. Die Philatelie selbst lockt zunächst mit zahlreichen Einzelstücken und Einheiten von Essays und Farbproben. Rund 120 Lose beschäftigen sich mit den wenigen Marken Bergedorfs, von denen aber nahezu alles zu haben ist, was es gibt: Einzelstücke, Einheiten bis hin zum Originalbogen und natürlich Ver­wen­dungen, die bei Bergedorf nicht leicht zusammenzutragen sind. Zu den her­ausragenden Belegen gehört eine MiNr. 1 b auf Brief nach Hamburg (7000 Euro), eine der wenigen Mehr­fachfrankaturen der MiNr. 2 (2500 Eu­ro), ein Brief aus der bekannten "Wie­gels"-Korrespondenz mit der MiNr. 3 (2500 Euro) und gleich zwei Kuverts mit der MiNr. 4 (2000 bzw. 3000 Eu­ro). Mit über 80 Losen sehr umfangreich sind die "Bergedorfer Besonder­heiten". Dazu gehören Stem­pelbe­son­derheiten wie der seltene Oval­stempel "Aus Vierlanden", aber auch Verwen­dungen "ausländischer" Mar­ken (z.B. von Dänemark oder Ham­burg) und so­genannte "Incoming Mail", auf denen beispielsweise Ber­gedorfer Stempel ab­geschlagen wurden. "Der Katalog zeigt auch, dass an­spruchsvolle Phil­atelie mehr ist als nur ein hoher Michelwert - man sieht es z.B. an dem Los 68, einem Unikat für nur 250 Euro Ausruf", schreibt Harald Rauhut in seinem Vorwort. Es handelt sich um den einzig bekannten "Lauf­zettel" von Bergedorf. Wer den Katalog genauer studiert, wird viele Lose im niedrigen drei- oder - nicht selten - im zweistelligen Bereich finden, also für jedes Portemonnaie erschwinglich!


Bildbeschreibung: MiNr. 4 mit breitem, rechtem Bogenrand auf Brief von Bergedorf nach Hannover. Von dieser Marke gibt es etwa 20 Briefe, jedoch kein weiteres Bogenrandstück (3000 Euro).

» www.rauhut-auktion.de

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