68. Jahrgang

Auktionsberichte

165.-168. Corinphila-Auktion: Neue, junge Sammler-Generation kommt über das Internet!


21.12.2010 | Der Markt für klassische Sammlerbriefmarken und Postgeschichte ist weiterhin von starker Nachfrage gekennzeichnet. Eine junge und er­folg­reiche "neue Sammler-Generation" kommt immer stärker über das Internet zur Spitzenphilatelie. Und kaufkräftige Sammler aus Osteu­ro­pa beleben zusätzlich den Markt in allen Bereichen! Das ist das Fazit der Corinphila-Auktionswoche vom 29. November bis 4. Dezember 2010 in Zürich.


Klassische Marken hoch beboten

Das Spitzenstück der Auktion mit ei­nem Ergebnis von 312 000 Franken (al­le Preise inkl. Auktionsaufgeld) war ein Brief mit einem Paar der ersten Brief­marke der Schweiz, der "Zürich 4". Er wurde auf dem Postamt in Zü­rich aufgegeben, mit einem Doppel­stück der "Zürich 4" frankiert und nach Erlen­bach an einen Dekan Schinz adres­siert. Interessant ist die Geschich­te des Brie­fes. Er ist in Sammlerkreisen seit 1919 bekannt. Damals wurde er von einem Bauern gemeinsam mit ei­nem ähnlichen Brief aus der "Dekan-Schinz-Kor­respondenz" für 6000 Fran­ken an ei­nen Zürcher Händler verkauft. Die beiden "Schinz-Briefe" wurden dann ge­trennt und gingen anschließend in verschiedene Sammlungen. Seit damals sah man sie niemals mehr vereint in einer einzigen Kollektion. Und das wird sich auch zu­künftig nicht ändern. Denn Co­rin­phila-Geschäftsführer Karl Louis konn­te auf Nachfrage berichten: "Der erfolgreiche Bieter ist nicht der Besitzer des anderen 'Schinz-Briefes'. Somit treffen sich die Wege der 'Zwillings­brie­fe' auch 90 Jah­re nach ihrer Entde­ckung immer noch nicht in einer Samm­lung wieder."

Die klassischen Ra­ri­täten der Schweiz-Philatelie erzielten durchweg Spitzen­preise. So brachte das schönste be­kannte ungebrauch­te Paar der "Basler Taube" 216 000 Franken (Fo­to siehe DBR 11/10, Seite 44). Eine perfekt erhaltene Doppel­genf auf Brief spielte 72 000 Franken
in die Kasse und ein ungebrauchter Ach­terblock des "Kleinen Genfer Ad­lers" 114 000 Franken (Foto siehe DBR 11/10, Seite 44).

Ein weiterer Höhepunkt der Verstei­ge­rung war der Verkauf der "MOLDAU-Sammlung Klassisches Rumänien". Der in einem aufwendig gestalteten Luxus­katalog angebotene 1. Teil der Samm­lung (insgesamt drei Teile bis 2012 vorgesehen) mit 124 Losen erreichte ein Gesamtergebnis von knapp 1,5 Millio­nen Franken. Im Mittelpunkt des 1. Teils stand ein Sechserblock der 40 Pa­rale Ochsenkopf auf Brief. Bei einem Startpreis von 50 000 Franken gab es heftigste Bieter­gefech­te, bis schließlich das Endresultat von 210 000 Franken fest­stand.

Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die klassischen Briefmarken aus Chi­na. So spielte eine Mischfrankatur mit einer 2 Cents "Red Revenue" Über­druckausgabe von 1897 auf Brief 15 000 Fran­ken ein, der ungebrauchte Vie­rer­block der 4 Cents derselben Aus­gabe stolze 12 600 Franken.

Zur Versteigerung der Spezialsamm­lung "Grönland Pakke-Porto-Marken" waren zahlreiche Sammler aus Däne­mark und den skandinavischen Län­dern angereist. Vor allem die Paket­kar­ten erfreuten sich sehr großer Nach­frage. Dennoch verbuchte ein postfrischer Bogen der 10 Öre Pakke-Porto-Marke der ersten Auflage von 1905 mit 30 000 Franken den höchsten Preis.

Die Spezialsammlung "Kaiserreich Öster­reich" von Silvain Wyler stieß eben­falls auf außergewöhnliches Inte­resse. Nach einer Sonderbesichtigung der seltenen Österreich-Marken und -Briefe in Wien hatten sich viele Österreicher auf den Weg nach Zürich ge­macht. Das Spitzenstück der Wyler-Sammlung, eine Fünf-Farben-Frankatur der Adler-Ausgabe von 1863/64, er­reichte 78 000 Franken. Ein Brief mit einer halbierten 6-Kreuzer-Marke der Ausgabe 1850 und einer weiteren vollständigen 6-Kreuzer-Marke, zusammen als 9-Kreuzer-Porto verwendet, landete bei 45 600 Franken. Bemerkenswert ist, dass Silvain Wyler entschieden hat, dass der Gesamterlös aus dem Verkauf seiner Sammlungen "Kaiserreich Österreich" und "Schweiz - Eingehende Post" bei Corinphila in vollem Umfang einer wohltätigen Stiftung zugeführt wird, deren Erträge ausschließlich dem Schweizer Kinderdorf KIRIAT YEARIM zur Verfügung gestellt werden.

Das Paradestück der Ungarn-Philatelie, eine Mischfrankatur der ersten Ausgabe Ungarns von 1871 mit den Marken Österreichs von 1867 in "grün-gelber" Kombination, kostete 72 000 Franken.


Bildbeschreibung: Seit 1919 bekannt: Einer der beiden "Schinz-Briefe" mit einem Paar der ersten Schweizer Briefmarke, für 312 000 Franken verkauft.

» /www.corinphila.ch

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