68. Jahrgang

Auktionsberichte

Sammlung "Alster" bei Rapp: Ein Brustschild-Angebot, das keine Wünsche offen lassen dürfte!


29.01.2011 | Zwar sind es noch etliche Monate bis zur turnusmäßig nächsten Rapp-Auktion im schweizerischen Wil, aber das Traditionshaus hat bereits einige herausragende Objekte akquirieren können. Aus deutscher Sicht fällt das Auge vor allem auf die "Sammlung Alster", eine hervorragende Spezialkollektion des Deutschen Reiches und weiterer Gebiete. Be­sonders eindrucksvoll sind die Brustschilde, die mit größten bekannten Einheiten, Abarten, herrlichen Briefen, seltenen Abstempelungen und anderen Spezialitäten beeindrucken.


Größte Einheiten und Unikate

Die Sammlung "Alster" ist allerdings mit Ausnahmesammlungen wie „Ti­ci­no“ schon deshalb nicht vergleichbar, weil es sich - anders als bei Ticino - nicht um einen geschichtsträchtigen al­ten Bestand handelt. Viele Stücke sind marktbekannt und wurden vom Samm­ler während der letzten 20 Jahre nach und nach bei Auktionen erworben. Ihre Bedeutung liegt daher weniger in einer alten Sammlungstradition oder in der Außergewöhnlichkeit der einzelnen Stücke (obwohl zahlreiche Unikate und größte bekannte Einheiten enthalten sind) als vielmehr in der "Dichte" des sehr guten Materials.

Im Mittelpunkt stehen große postfrische, ungebrauchte oder (überwiegend) gestempelte Einheiten:

Viererstreifen der MiNr. 1 (kleiner Schild) in Kombination mit dreimal MiNr. 17 a (großer Schild) auf Brief;
Achterblock der MiNr. 1 gestempelt (= zweitgrößte bekannte Einheit nach ei­nem Zwölferblock);
Sechserblock der MiNr. 2 a gestempelt (= größte bekannte Einheit);
Sechserstreifen + Dreierstreifen + Paar + Einzelwert der MiNr. 2 a auf Briefstück
(Sechserblock = größ­te bekannte Ein­heit);
Achterblock der Mi­Nr. 4 gestempelt;
Fünfzehnerblock der MiNr. 5 gestempelt (= größte bekannte Einheit);
Achterblock der MiNr. 6 gestempelt;
Sechser- u. Viererblock der MiNr. 6 auf Briefstück;
Fünferstreifen + waagerechtes Paar der MiNr. 8 mit nachverwendetem Baden-Stempel MALSCH (Fünferstreifen = größte bekannte Einheit);
Zehnerblock der MiNr. 10 gestempelt (= größte bekannte Einheit – Unikat, ex Burrus-Sammlung);
Viererblock der MiNr. 17 a gestempelt (nur vier lose Viererblocks und einer auf Brief bekannt);
Sechserblock der MiNr. 18 auf Aus­landsbrief (= größte bekannte Einheit auf Brief);
Achterblock der MiNr. 20 gestempelt (= größte bekannte Einheit, als einziger Brustschild-Achterblock schon im Gro­be-Handbuch erwähnt);
Viererblock der MiNr. 27 c gestempelt (= größte bekannte Einheit, Unikat);
Waagerechtes Paar der MiNr. 28 ge­stempelt (nur drei lose Paare bekannt).

Daneben sind mehrere Fünf- und Sechs­farben-Frankaturen enthalten:

Fünffarben-Frankatur aus den MiNr. 1 und 3-6;
Sechsfarben-Frankatur aus den MiNr. 6, 12 (2), 13, 18, 19 und 20 auf Wert­brief-Vorderseite nach Wien;
Sechsfarben-Frankatur aus den MiNr. 1, 3, 4, 5, 6 und 12 von Leipzig nach Ber­lin.

Interessant ist auch ein Paketbegleit­brief mit zehn Exemplaren der MiNr. 12 und einmal der MiNr. 18.

Weitere Highlights sind eine Einzel­frankatur der MiNr. 28 (MICHEL 23 000 Euro), mehrere Ersttagsbriefe und Zier­briefe sowie einige bessere Destina­tionen (z.B. Australien und Syrien). Na­türlich sind auch rare Einzelstücke wie die MiNr. 22 U oder 22 PFä, beide ge­stempelt, im Angebot.

Zusätzlich zu den Einzellosen werden im Brustschild-Bereich sehr gut ausgebaute Sammlungen präsentiert, u.a. mit nachverwendeten AD-Stempeln und anderen Stempel-Spezialitäten auf Brust­schilden, für die der Besitzer der "Samm­lung Alster" eine Vorliebe entwickelte. So finden sich: Ausgabe- und Recommandations-Stem­pel als Entwerter; Krone-Posthorn-Stempel, Dienstsiegel und Petschaftsstempel als Entwerter (auf Marken, teils auch auf schönen Briefen); einige Kolonialverwendungen von Con­stantinopel auf Einzelwerten, Brief­stü­cken und Briefen; roter Ra1-Stempel UNKEL; eine größere Zahl badischer Postab­lagestempel; badische Uhrradstempel; diverse altdeutsche Langstempel, ein- oder zweizeilig; Stempel kleiner Postagenturen und -ne­benstellen; Achteck-Stempel der Hamburger Fahr­post als Entwerter;
einzig bekannter Abschlag eines Be­stellstempels (K2) von Königsberg als Ankunftsstempel auf Ganzsache MiNr. P1; Briefstück MiNr. 4+6 mit Ra2 "AUS WESTINDIEN ÜBER BREMEN"; diverse Schiffs- und Seepoststempel; diverse Bahnpostdreizeiler, darunter auch seltene farbige Abschläge; MiNr. 19 auf Briefstück mit blauem Ra3 "BREMEN/ST.P. AG: R. WOLMERSHAUSEN/13.9.73"; handschriftliche Entwertungen;
nachverwendeter seltener HH-Ra1 "RIT­Z­E­BÜTTEL" auf Briefstück mit MiNr. 19.

Altschweiz auf gewohnt hohem Niveau

Außer dem bemerkenswerten Brust­schild-Teil entstammen der Sammlung "Alster" u.a.:

Sammlung Deutsches Reich mit etlichen Spitzenwerten, seltenen Abarten, teils ebenfalls in Einheiten, spezialisierten Teilsammlungen Krone/Adler und Germania etc.;
eine Reihe von Topstücken diverser deutscher Gebiete vor und nach 1945 (u.a. Eckrandviererblock der unverausgabten "Burg Rheinstein");
Altdeutschland mit etlichen seltenen Belegen (u.a. von Hannover, Schwerin, Oldenburg etc.) sowie guten Samm­lungen Preußen und Schleswig-Hol­stein;
ca. zwei Dutzend hochwertige Länder­sammlungen Europa mit Spitzen­werten, teils wiederum in größeren Einhei­ten;
Sammlung Flug- und Zeppelin-Post mit einigen ungewöhnlichen Stücken wie z.B. Australien-Brief zum Ross-Smith-Pionierflug.

Im Altschweiz-Be­reich kann die Firma Rapp wiederum hervorragende Ein­zel­werte und Briefe von höchstem Qua­litätsniveau ankündigen. Sämtliche Kantonal-Marken sind lose und auf Belegen vorhanden. Dabei sind mehrere Briefe mit der Zürich 4 Rappen, Doppelgenf verkehrt geschnitten auf prachtvollem Brief, mehrere Basler Tauben lose und auf Briefen, ebenso Waadt 4 Cent. Hin­zu kommen Sammlungen und Partien im ursprünglichen Zustand.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Auf­lösung der Sammlung "Schwechat". Über drei Generationen mit großem Sachverstand, Geschmack und Kapital­einsatz aufgebaut, stellt sie - ein phil­atelistischer Glücksfall - eine phantastische Generalsammlung Europa dar. Ihre Schwerpunkte liegen u.a. bei Frankreich und den Französischen Ko­lonien, Großbritannien und dem British Commonwealth, Österreich (insbesondere Ausgaben 1850 bis 1867), Russ­land mit zahlreichen Seltenheiten und Griechenland mit einem Spezialteil "Große Hermesköpfe". Aus derselben Quelle stammt eine der wohl bedeutendsten Spezialsammlungen zu Stem­peln und Fiskalmarken aus aller Welt, die 20 Alben füllt.

Das ungewöhnliche Objekt "Favoriten" umfasst großartige Bestände eines Investors und Sammlers. Sie wurden über einen Zeitraum von 70 Jahren zu­sammengetragen und enthalten hochwertige Standardwerte fast aller europäischen Staaten - und das meist mehr­fach. Der Katalogwert beläuft sich auf insgesamt über 1,5 Millionen Euro.

Umfangreiche, überaus ergiebige Samm­lungsbestände bilden auf den Rapp-Auktionen von jeher einen Schwer­punkt. Auf der nächsten Versteigerung im Herbst 2011 sind wieder zahlreiche, bis zu 150 Bände umfassende Länder- und Spezialsammlungen zu erwarten.


Bildbeschreibung: Eindrucksvolle Fünffarben-Frankatur aus den MiNr. 1 und 3-6.

» www.rapp-auktionen.ch

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