68. Jahrgang

Auktionsberichte

Neuentdeckte Hamburger Mischfrankatur!


29.01.2011 | HAMBURG Hamburg 1864 - ungezähnt und gezähnt (MiNr. 8 f und MiNr. 12 I a) zusammen auf einem Brief - diese wahrlich sensationelle Neuentdeckung einer wertstufengleichen Mischfrankatur ist das Highlight eines fast 200 Positionen umfassenden "Hamburg"-Angebotes, das am 4. Februar 2011 in der Auktionsgalerie der Firma Schwanke in der Klei­nen Reichenstraße versteigert wird.


Der­ar­tige Mischfrankaturen sind sehr selten, und es sind insgesamt nur eine Handvoll Briefe be­kannt. In dieser Kom­bi­nation, jedoch mit der viel häufigeren MiNr. 12 II b wurde ein Brief in der "Ku­phal"-Samm­lung zum Preis von 26 000 Fran­ken verkauft. Der Start­preis bei Schwan­ke von 5000 Euro lässt sicherlich noch viel Spiel­raum nach oben! Neben diesem Beleg sind sicherlich noch erwähnenswert ein Brief mit der MiNr. 8 c, die den Plattenfehler "linker Stern über linkem Turm retuschiert" zeigt (1200 Euro), oder ein Zierbrief mit der MiNr. 10 (1200 Euro), daneben ca. 80 Lose der verschiedenen fremden Postämter in Hamburg aus dem Zeitraum ca. 1800-1850, die die verwickelten Postverhältnisse im 19. Jahrhundert vorzüglich dokumentieren.

Bergedorfs Briefmarken erschienen vor ge­nau 150 Jahren. Passend zu diesem Jubi­läum bietet Schwanke das "Hegge"-Archiv an, ein Bestand von über 450 (!) Briefen, adressiert an die Firma Hegge in dem kleinen Örtchen "Geesthacht", das zur damaligen Zeit im Landbestellbereich des zuständigen Postamtes Bergedorf lag. So zeigen diese Briefe aus dem Zeitraum 1845-1862 allesamt Transitstempel von Bergedorf und dokumentieren die Verwen­dung verschiedener Stempelformen, -typen und -farben. Derartige postgeschichtlich bedeutende Archive gelangen kaum einmal geschlossen zum Angebot, und der forschende Phil­atelist kann hier noch Vieles entdecken und die vorhandene philatelistische Literatur sicherlich um wichtige Details ergänzen. Der Bestand ist mit 12 000 Euro angesetzt.

Einen weiteren, sehr bemerkenswerten Schwerpunkt der Februar-Angebotes stellen 350 Lose der Deut­schen Kolonien dar. "Ein Traumstück von einer Marke" - das ist gewiss ein Luxus­brief­stück der MiNr. 1 I b der Deutschen Post in Chi­na. Der zentrale und aufrecht stehende Stempel von "Peking 14.12.00" könnte nicht besser abgeschlagen sein und macht dieses Stück zum vielleicht schönsten Exemplar dieser Kolo­nialrarität (10 000 Euro). Andere Hoch­ka­räter sind z.B. sämtliche Werte der Hand­stempelausgabe der Deutschen Post China, erwähnenswert ein besonders attraktives Qualitätsstück der 50 Pfennig (MiNr. 13), das mit 5000 Euro als Startpreis eingeschätzt wird. Ne­ben den Normalausgaben finden sich im Kolonialangebot viele Spe­zialitäten wie postfrische Hausauftragsnum­mern, Stem­pelstudien, Vorläuferausgaben und gute Bedarfspost. Besondere Erwäh­nung verdient eine Barfrankierung von Kiautschou vom Mai 1900. Diese Barfrankierung war aus Mangel an 5-Pf-Marken notwendig ge­worden. Nur eine Handvoll an Belegstücken ist erhalten geblieben; der von Schwanke angebotene Beleg vom Ersttag der Ausgabe (9. Mai 1900) dürfte vermutlich ein Unikat sein und geht mit 8000 Euro ins Rennen.
Aufgelöst in ca. 150 Positionen gelangt eine Sammlung der Besetzungsausgaben des Zweiten Weltkrieges zum Verkauf. Viele be­gehrte Seltenheiten werden offeriert. Spit­zenstück ist ein "Heydrich-Block" von Böh­men und Mähren, der bei einem Start­preis von 4000 Euro ebenfalls erhebliches Stei­gerungspotential haben dürfte.

Neben allen anderen deutschen Gebieten (insgesamt fast 2000 Einzellose Deutsch­land) wird die gewohnt breite Palette europäischer und überseeischer Postgeschichte geboten. Erwähnung verdienen ca. 20 Positionen der Österreichischen Post in China, dabei ein Bedarfs-Einschreibebrief vom April 1907 (1800 Euro), Postein­lie­ferungsquittungen, Telegramme, An­sichts­karten und Rechnungen mit den Marine-Detachements-Stempeln von Pe­king und Tientsin.

Welche schwierigen Postverhältnisse in Bosnien-Herzegowina im Jahre 1873 - also in der Vor-UPU-Zeit - herrschten, dokumentiert ein Brief aus BILECA, der über Ungarn nach Triest lief und eine Mischfrankatur aus einer türkischen Halbierung und ungarischen Kupferdruckmarken des Jahres 1871 zeigt (3500 Euro).

Im Übersee-Teil fallen ca. 80 Lose von Bo­livien ins Auge, mit seltenen und attraktiven Frankaturen und teuren Marken wie dem
Höchstwert 500 Centavos der "11 stars"-Ausgabe 1871 (MiNr. 17), eine der seltensten Marken Südamerikas (900 Euro). Überhaupt lohnt ein Blick auf das Südamerika-Angebot dieser Auktion; so sind Argen­ti­nien, Brasilien und Kolumbien ebenfalls mit guten klassischen Stücken vertreten. Qua­lität ist Trumpf bei einigen schönen Briefen der Konföderierten Staaten der USA. Spit­zenstücke sind die seltene MiNr. 5, 10 cents rosa, auf einem Luxusbrief von "Knoxville, Tenn." aus dem Jahre 1862 (950 Euro) oder die Postmeisterausgabe von New Orleans (MiNr. 3 b) auf einem Luxusbrief nach Nat­chez, Miss. (450 Euro).

Knapp 200 Lose Philatelistische Literatur bie­ten u.a. frühe Postleitkarten ab dem Jah­re 1889 (!), gleich zweimal die "Royal Phil­atelic Collection" von Wilson (250/350 Eu­ro) sowie ein breites Spektrum deutscher und internationaler Klassiker.

Über 1500 Sammlungen und Posten umfassen attraktive Nachlässe, Länder- und Spe­zialsammlungen. Dazu zählt ein Bestand Altdeutschland bis DR Brustschilde in nur ausgesucht guter Qualität - auch als An­lageobjekt ideal - für 7500 Euro.

Das gesamte Angebot umfasst 4600 Lose mit einem Schätzpreis von 1,2 Millionen Eu­ro.


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