68. Jahrgang

Auktionsberichte

Altdeutsche Spitzenstücke


30.03.2011 | HAMBURG Mit vielen Spitzenbelegen von Altdeutschland wartet die 329. Schwanke-Auktion am 15. und 16. April auf.


Gleich mit einem einmaligen Stück beginnen die "bajuwarischen" Quadratausgaben: Ein Brief mit einem Sechserblock der MiNr. 5 und zusätzlich einer MiNr. 4 (mithin also einer Frankatur zu 60 Kreuzern = 1 Gulden!) von München nach Straßburg aus dem Jahre 1852 startet mit einem moderaten Ausruf von 5000 Euro und ziert zugleich den Titel des Auktionskataloges. Gleich 40 schöne Brief-Einzellose von Braunschweig sind außerdem hervorzuheben. Dazu gehören die MiNr. 14 A im waagerechten Drei­erstreifen auf Brief von "Oker" nach Iserlohn (1000 Euro) und die MiNr. 17 im waagerechten Dreierstreifen auf Brief von Blan­kenburg (2500 Euro) - die ist die größte bekannte Streifeneinheit dieser Marke auf Brief und zierte bereits berühmte Vorgän­ger­sammlungen! Neben ca. 100 Losen von Hamburg und 80 Losen von Hannover ist ein wertvolles Angebot von Schleswig-Hol­stein zu nennen, u.a. mit MiNr. 1 (zweimal gestempelt, dabei ein tadelloses Exemplar mit einem Schätzpreis von 2000 Euro) und ein Zehnerblock vom Unterrand (teils postfrisch) mit einem Startpreis von 4000 Euro. Eine kleine postgeschichtliche Rarität ist ein Brief von Thurn & Taxis mit einer MiNr. 3 von "Stadthagen" nach Ha­genburg vom 1. Januar 1857; das Por­to von ½ Silbergro­schen war ein Son­derporto für ei­nen Brief bis 3 Meilen und nur kurze Zeit möglich (1000 Euro).

Allerfeinste Sel­ten­hei­ten beinhaltet das Angebot Deutsches Reich, hier insbesondere die Brust­schild-Abteilung. Zu er­wäh­nen wären ein postfrischer Sechserblock der MiNr. 2 a vom rechten Bogenrand (10 000 Eu­ro) und ein Viererblock der MiNr. 14 (dabei drei Werte
postfrisch!) mit einem Startpreis von 7500 Euro. Daneben finden sich einige seltene Belege, so z.B. MiNr. 11 auf Auslandsbrief nach Frankreich und als Einzelfrankatur auf Paketkarte (je 500 Euro). Bei den großen Brustschilden sind zu nennen eine Einzel­frankatur der MiNr. 24 (2000 Euro) und ein Brief mit gleich drei Exem­plaren der seltenen Farbnuance MiNr. 27 c (1000 Euro). Über 500 Positionen umfasst das "Deut­sches Reich"-Angebot und lässt keine Wün­sche offen, von guter Standard­ware bis zu Flug- und Zeppelinpost sowie Zusam­men­drucken. Die nachfolgenden 200 Lose Deutsche Auslandspostämter und Kolonien bieten u.a. eine bemerkenswerte Abteilung Postgeschichte von Deutsch-Ostafrika und hier insbesondere die Welt­kriegszeit und die nachfolgende Periode der Britischen Beset­zung. Dabei soll die Aus­gabe MiNr. 21-25 der Britischen Besetzung der Insel "Mafia" in ungebrauchter Erhal­tung mindestens 2000 Euro einspielen. Die Deutschen Ge­biete sind mit guten Werten "Danzig", "Ab­stimmungsgebiete" sowie "Saar" bestückt, auch die Ausgaben der Besetzungen des Zweiten Weltkrieges bieten Spitzenstücke. Ein ganz besonderes Los sind Propagan­damarken für England "Liquidation of Empire" (MiNr. 9-14), die in Sechserstreifen
angeboten werden und in dieser Form praktisch kaum einmal auf dem Auktionsparkett zu sehen sind (3000 Euro). Nachkriegs­deutsch­land umfasst 400 Posi­tionen.

Nicht alltäglich ist sicherlich die Offerte von 25 Losen "Island-Ganzsachen" im Europa-Teil, hier nur ausgefallene Stücke von Pro­bedrucken in verschiedenen Farben über verschiedene Drucktypen bis hin zu guten Auslandsdestinationen, z.B. in die USA und zurück (350 Euro). Italien, Österreich und die Schweiz mit einem "Rundum"-Angebot sowie einige gesuchte Abarten der Sowjet­union (dabei z.B. MiNr. 564 B postfrisch, 400 Euro) verdienen ebenso Erwähnung wie ein ungewöhnlich reichhaltiges Ange­bot der Türkei, das in diesem Fall zwar we­nig Postgeschichte, dafür aber fast alles an seltenen Marken bringt, was das osmanische Reich bis 1940 zu bieten hat.

Ungewöhnlich ist eine Sammlung der Post­geschichte Vietnams im Übersee-Teil. Auf­geteilt in 21 Lose, bietet Schwanke insgesamt 1200 (!) Belege an, von der frühen französischen Militärpost ab 1883 über die Ausgaben Französisch-Indochinas, die Aus­gaben Nord- und Südvietnams bis hin zur Wiedervereinigung. Besonders selten ist ei­ne Positionen von 74 Stücken Auslandspost aus Nord-Vietnam nach Europa aus den Jahren 1955–61 (Schätzpreis 5000 Euro). Nur wenige Europäer waren zu der Zeit in Vietnam (meist Ingenieure aus Osteuropa, z.B. Ungarn, CSSR oder der DDR), und entsprechend gering war das Postaufkommen ins Ausland! Hochwertige Stücke finden sich weiterhin bei südamerikanischen Gebieten (namentlich Argentinien, Bolivien), bei China (u.a. eine Ganzsachenkarte aus dem Jahre 1898 mit Hongkong-Zusatzfrankatur und seltenem Stempel von "Swatow" für 1500 Euro), bei den Britischen Kolonien (z.B. die seltene Marke Ceylon MiNr. 4y ge­stempelt, 1500 Euro), bei Thailand mit gu­ten frühen Aufdruckwerten sowie USA mit postgeschichtlich reizvollen Stücken u.a. der amerikanischen Militär- und Auslands­post.

250 Lose Philatelistische Literatur bieten mit einem Exemplar des berühmten "Sperati"-Werkes sicherlich ein Highlight (1000 Euro). Ein sehr rares Angebot zur "Olympia"-Phil­atelie stellt ein offizielles Gedenkblatt aus dem Jahre 1896 dar, das den kompletten ersten Olympiade-Satz Griechenlands, Mi­Nr. 96 bis 107 trägt und mit dem offiziellen französischen Komitee-Stempel entwertet wurde (5000 Euro). Ein reichhaltiger Samm­lungs-Teil bildet den Abschluss.
Internet:


» www.schwanke-auktionen.de

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