68. Jahrgang

Auktionsberichte

Internationale Köhler-Auktion: Beeindruckende Zuschläge für Spitzenphilatelie


29.04.2011 | Die Sammlernachfrage nach hochwertigen Briefmarken ist ungebrochen! Das zeigen die hervorragenden Ergebnisse der 143./144. Hein­rich-Köhler-Auktion vom 19. bis 26 März 2011 in Berlin und Wiesbaden. Dass dieser Trend epochenübergreifend ist, stellte der Verkauf des zweiten Teils der Sammlung Berliner Postgeschichte 1948–1955 von Pe­ter Koegel unter Beweis, wo sich die Bieter auf ausgefallene Verwen­dungen stürzten.


Postgeschichte weiter im Trend!

Postgeschichte von der Klassik bis in die Nachkriegszeit liegt eindeutig im Trend. Exotische Destinationen auf Überseebriefen, ungewöhnliche Fran­ka­turkombinationen oder seltene Dar­stellungen von Postdienstleistungen, etwa aus dem Berlin der Nachkriegs­zeit, sind sehr gefragt und erzielen höchste Zuschläge. Und die Nachfrage nach diesem Material wächst stetig. In einem Sonderkatalog wurde der zweite Teil der Koegel-Sammlung mit Berliner Postgeschichte präsentiert. Viele der 462 Lose waren hart umkämpft. So kletterte eine gelaufene Arbeiter-Ganzsachenkarte mit Bezirks­hand­stem­pel "3/Berlin 66", abgestempelt am 2. Juli 1948, von 800 auf 2000 Euro. 1900 (1000) Euro zahlte ein Liebhaber für eine Vier-Farben-Frankatur Schwarz­aufdrucke einschließlich der 5 Mark auf Einschreibe-Briefteil nach Basel. Von 1200 auf 2000 Euro kletterten Rot­aufdrucke der 40 Pfennig und der 2 Mark auf portogerechtem Einschreibe­brief nach Schweden (siehe Foto oben). Die 60 Pfennig und die 5 Mark "Bauten I" als Gebühr für eine "Stille Versiche­rung" rückseitig auf einen Einliefe­rungs­schein geklebt, steigerten von 600 auf 1150 Euro.

In einem weiteren Son­derkatalog bot Köhler den zweiten Teil der Samm­lung Horst und Armin Knapp "Königreich Sach­sen" an. Die Taxe von 50 000 Euro erzielte der legendäre Viererblock des Farbfehldrucks MiNr. 3 F. Für 16 000 (10 000) Euro konnte der schönste ge­stempelte Viererblock der ersten Auflage der MiNr. 2 I zugeschlagen werden. Zwei "Sachsen Dreier" als seltenes Stadt­postporto mit entsprechendem Stempel von Leipzig wechselten für 28 000 (25 000) Euro den Besitzer. Ein attraktiver Überseebrief nach Australien mit einer Mischfrankatur aus den MiNr. 2 II (3), 8, 12 und 13 schoss von 5000 auf 24 000 Euro. Die 189 Lose der Sammlung "Königreich Sachsen" er­zielten insgesamt 383 000 Euro.

Eben­falls in einem Sonderkatalog zeigte Köhler die Sammlung "Auslandsbriefe der Süddeutschen Staaten 1850-1875" von Dr. Karl Zangerle. Mit 19 000 (10 000) Euro lieferte eine Drei-Farben-Buntfrankatur aus den bayerischen MiNr. 15, 18 und 19 (2) nach Bloem­fontein im Oranje-Freistaat den höchsten Zuschlag. Der Ge­samterlös für dieses Angebot lag schließlich bei 258 000 (154 000) Euro.

China und Russland begehrt

Klassische Russland-Brie­fe waren ebenfalls begehrt, auch wenn die Schätzpreise nicht im­mer ganz erreicht wurden. 108 000 (120 000) Euro bzw. 90 000 (100 000) Euro brachten die beiden einmaligen Mischfrankaturen der ersten Brief­marke Russlands mit ihrer gezähnten Nachfolgeausgabe. 18 500 (15 000) Euro bot ein Interessent für einen ge­stempelten Block aus 50 Exemplaren der Spanien MiNr. 1 II. Weiterhin au­ßergewöhnliche Ergebnisse sind bei Chi­na festzustellen. Ein postfrischer Satz ungezähnter Bogenecken der Mi­Nr. 648-655 aus dem Jahr 1962 sprang von 2000 auf 13 500 Euro. Spit­zen­preise wurden auch für Kolonialmarken von Kiautschou bewilligt. Die MiNr. 3 in ungebrauchter Erhaltung stieg von 12 000 auf 17 000 Euro, die MiNr. 4 postfrisch von 4000 auf 10 500 Euro. Sehr gefragt waren außerdem die britischen Besetzungs­aus­ga­ben GRI von Samoa und Togo. 90 000 (100 000) Euro kostete die postfrische 20 Mark "Sarre" auf Bayern. Die Auflösung der Generalsammlung Deutschland von Dr. Rueger aus den USA erbrachte stattliche 308 000 Euro bei ursprünglich geschätzten 144 000 Euro. "Atembe­raubend" empfanden viele Auktions­teil­nehmer die Resultate für Samm­lun­gen, Posten und Nachlässe.

"Die hervorragenden Ergebnisse sehen wir auch als Ergebnis des von uns in den letzten Jahren entwickelten Kata­logkonzeptes", berichtet Geschäfts­führer Dieter Michelson. "Die Ent­schei­dung, zunehmend Angaben zu philatelistischen und geschichtlichen Hinter­gründen in die Beschreibungen zu integrieren, erweist sich als ‚goldrichtig. In Verbindung mit den zeitgenössischen Darstellungen und Ansichten kommt die Faszination und Bedeutung der Spitzenphilatelie als Kulturgut richtig zur Geltung." Hiervon gehen Impulse für neue Sammler aus, die dadurch ihr Interesse an der Philatelie entdecken, während langjährige Sammler neue Schwerpunkte setzen. Im Ergebnis führt dies zu zusätzlicher Nachfrage und ei­ner positiven Wertentwicklung!


» www.heinrich-koehler.de

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