68. Jahrgang

Auktionsberichte

Heftige Bietergefechte!


29.04.2011 | BERLIN Nach der "Usambara"-Sammlung, der Kollektion "Kaiserliche Marine­schiffspost" und nicht zuletzt der spek­takulären Hepburn-Auktion präsentierte Schlegel, das Berliner Auk­tionshaus für Philatelie, mit seiner jüngsten 8. Auktion vom 17. bis 19. März neben dem Hauptkatalog mit 8000 Losen gleich noch zwei Son­derkataloge zu den Themen Osma­nisches Reich und Zeppelinpost. Und einmal mehr schrieb Schlegel wieder Geschichte, nicht nur mit spektakulären Zuschlägen.


Die bereits auf der IBRA/NAPOSTA 2009 erstmalig präsentierten Ler­quin-Farb­proben wurden vielfach be­boten und erzielten hohe Zuschläge. So beispielsweise der Vorlagekarton der 24 und 75 Pf Heinrich von Stephan, der bei einem Ausruf von 400 Euro mit 3500 Euro verkauft wurde. Ähnlich herausragende Ergebnisse waren bei dieser Schlegel-Auktion bei nahezu allen deutschen Ge­bieten zu beobachten. Ein besonders farbtiefes Luxusstück des "Sachsen Dreiers" brachte 12 000 Euro, eine 10 M. Wertziffer Dienstmarke von 1922 mit liegendem Was­serzeichen „Waffel“ wurde für 14 400 Euro versteigert und eine 50 Pf Germania mit "China"-Handstempel­auf­druck erzielte be­achtliche 5700 Euro.

Bemerkenswerte Zuschläge realisierte Schle­gel auch mit seinem breitgefächerten An­gebot Europa und Übersee. Hier ist exemplarisch eine verkehrt geschnittene Doppel­genf zu nennen, die für 16 500 Euro abgesetzt wurde, oder ein von 200 Euro auf 4100 Euro hochgesteigerter Brief Mexiko Vorphilatelie von 1808 aus der Texas-Pe­ri­ode. Ein Brief der Dänischen Besetzung Se­rampore (Indien) verdoppelte den Ausruf von 1600 Euro und wurde mit 3400 Euro zugeschlagen. Der Schauspielkunst-Block aus China von 1962 kostete bei einem Aus­ruf von 3000 Euro stolze 6200 Euro, ein Brief aus Angola von 1886 in die Schweiz 3700 Euro und ein ägyptischer Brief von 1878, frankiert mit interner Gebühr Bulaq im Paar, landete letztendlich bei 4600 Euro. Eine handgemalte Karte von Gustav Klimmt mit seiner Unterschrift brachte 14 500
(10 000) Euro.

Heftige Bietergefechte gab es auch bei der Sonderauktion Osmanisches Reich. Mit 2887 Belegen war dieses Angebot eines der umfangreichsten seiner Art gewesen. Drei internationale Experten haben detailliert die Belege beschrieben. Der Aufwand hat sich gelohnt: Die Resonanz war überwältigend. Die an der Auktion teilnehmenden Sammler und Händler aus der Türkei, Griechenland, Libanon, Frankreich und anderen Ländern zeigten sich überrascht von den hohen Zuschlagspreisen. Ein Brief eines Seeka­det­ten der "H.M.S. Semiramis" aus 1860 von Beirut nach London wurde von 500 Euro auf 5000 Euro gesteigert, ein Brief der französischen Streitkräfte in Grie­chenland von 1854 erlöste 2200 (700) Euro. Ähnliche Steigerungen erfuhren auch die Lose der in das Osmanische Reich adressieren Post. Erwähnenswert ist hier ein Brief von Indien, frankiert mit einer 4 und 8 An­na, über den Leitweg „via Alexandrie or Marseilles“ nach Smyrna, der von 1000 auf 9800 Euro kletterte. Ein syrischer Konsulats­brief stieg von 10 000 auf 19 000 Euro.

Die Sonderauktion "Osmanisches Reich" war ein Marathon für alle Beteiligten: Sie dauerte 15 Stunden, von mor­gens 9 Uhr bis Mitternacht!
Anschließend (!) konnte Schlegel noch eine faszinierende Sammlung Zeppelinpost mit Schwerpunkt bei der deutschen Abwurfpost auflösen. Auch hier gab es interessante Er­gebnisse: Der Abwurf Jakutsk von der Welt­rundfahrt erzielte 1850 (500) Euro, der Ab­wurf Altona von der Deutschlandfahrt 1929 1650 Euro, eine von der Gräfin Bran­den­stein-Zeppelin geschriebene Karte von der Orientfahrt 1300 Euro und eine bisher un­bekannte Libanon-Zuleitung zur Pendel­fahrt 1935 2650 Euro. Als der letzte Ham­mer fiel, war es schließlich 2.30 Uhr!


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