69. Jahrgang

Auktionsberichte

354. Schwanke-Auktion: Seltenheiten der norddeutschen Klassik


22.01.2016 | Zu den Blickfängen der nächsten Schwanke-Auktion am 5. und 6. Fe­bru­ar gehört die "Sammlung Martina", deren Inhalt in einem Sonder­ka­ta­log nachgelesen werden kann. Zusammengetragen hat sie ein italienischer Gentleman über Jahrzehnte in großen Einsteckbüchern, die Flugpostmarken oder die Blockausgaben separat und damit dem System vieler ausländischer Kataloge folgend. Es gibt kaum ein Land, das man vermissen wird. Auch kleine "philatelistische Zwerge" sind oftmals in be­merkenswert ergiebiger Weise präsent.


Neuentdeckung von Modena

Im Hauptkatalog stark vertreten ist die Klassik der norddeutschen Staaten. Er­wähnenswert sind 120 Lose Hamburg, darunter die Auflösung einer Samm­lung des "Bergischen Postamtes" (1807-1808) in rund 30 Positionen. Viele der kaum einmal angebotenen Transit­stempel sind vertreten. Außerdem verdienen einige sehr schöne Marken­brie­fe Aufmerksamkeit, beispielsweise die auf Brief seltene "preußischblaue" 3 Schilling (MiNr. 15 b) in Mischfrankatur mit der MiNr. 16 nach London (500 Euro). Hübsche Frankaturen und eine nette Stempelabteilung sind bei Han­nover (70 Lose) hervorzuheben. Sehr ungewöhnlich ist eine schwedische Ant­wortganzsache aus dem Jahre 1885, die von HELIGOLAND nach Stockholm zurücklief (2500 Euro) Lübeck lockt mit einen kompletten Bo­gen der MiNr. 3 in taufrischer Erhal­tung (2000 Euro).

Ein Blick lohnt auch auf die Deutschen Kolonien, wo sehr schönes Briefmate­rial insbesondere von Deutsch-Ostafri­ka und Deutsch-Südwest zu finden ist. Nur fünf Exemplare sind von der 10 Pf Togo ohne Wasserzeichen mit dem Auf­druck von San­sa­ne-Mangu bekannt (MiNr. 18 F, 8000 Euro). Ins Auge fällt ein ungewöhnliches An­ge­bot von 15 Losen der Op­pel­ner Notaus­gabe von Oberschle­sien. Sämtliche Stücke sind vom deutschen Ver­bands­prüfer Gru­ber und vom französischen Spe­zial­prü­fer Scheller ge­prüft, eine zusätzliche Si­cher­heit, da dieses Ge­biet auch sehr viel in Frank­reich gesammelt wird.

Den rund 1100 Positionen deutscher Philatelie folgen ca. 1200 Einzellose von Europa und Übersee. Die Ägäischen Inseln mit 30 Positionen und Albanien mit ca. 50 Losen stehen am Anfang der fast genau 800 Europa-Lose. Bei beiden Gebieten gibt es seltene Sätze und Aufdruckvarianten, die teils nur ganz geringe Auflagen haben. Frankreich ist mit fast 100 Positionen ebenso gut besetzt wie Italien. Hier kann Schwanke eine neu entdeckte Drei-Farben-Franka­tur aus den Mi­Nrn. 7, 9 und 10 von Modena an­bie­ten. Die Marken der "Pro­visorischen Re­gie­rung" sind be­reits lose gesucht, auf Briefen auf Grund ihrer kurzen Ver­wen­dungsmög­lich­keit Sel­tenheiten (3000 Eu­ro). Die Ti­telseite ziert eine Fünf-Farben-Fran­ka­tur der Österreichi­schen Levante. Die­ser Brief lief von Smyrna nach Ge­nua, die Postwert­zei­chen wurden bemerkenswerter Wei­se am Unterrand des Briefes platziert. Im österreichischen Ferchenbauer-Spe­zial­katalog wertet eine solche Frankatur mit wenigstens 25 000 Euro. Der Start­preis von 7500 Euro lässt also noch genügend Luft nach oben. Polen (ca. 50 Lose) bringt schöne Stücke der MiNr. 1, gute Aufdruckwerte aus 1921, "Groszy"-Aufdrucke nach 1945 sowie auch Ausgaben der Exilregierung und des polnischen Korps. "In perfekter Er­haltung" bescheinigt das Fotoattest von Fritz Heimbüchler einer gestempelten 108-Parale-Marke, die mit 7000 Eu­ro an den Start geht.

Aus der Robert J. Cooley-Sammlung stammt ein Doppeldruck der MiNr. 18 der Kaiman-Inseln in ungebrauchter Er­haltung. Nur eine Handvoll Exempla­re dieser seltenen Abart sind be­kannt ge­worden. Im Stanley-Gibbons-Kata­log mit 11 000 Pfund notiert, geht das an­gebotene Stück mit 8000 Euro ins Ren­nen. Klassische Ausgaben von Ve­ne­zu­ela sind insbesondere auf Brie­fen sehr selten. Mit 900 Euro wird ein aus Liver­pool kommender Brief ausgerufen, der bei der Ankunft in La Guay­ra im Jahre 1864 für den Weiter­transport nach Ca­racas mit einer ½-Real-Marke (MiNr. 9 b) frankiert wurde.

Die philatelistische Literatur ist bei Schwanke wie immer sehr präsent (280 Lose).

Neben der bereits eingangs erwähnten "Sammlung Martina" kommen am zweiten Auktionstag etwa 1600 Posi­ti­onen unter den Hammer. Substantielle Ländersammlungen gehören ge­nauso dazu wie Nachlass- und Anlage­posten im vier- bis fünfstelligen Ausruf­bereich.


Bildbeschreibung: Ungewöhnlich: in Helgoland aufgegebene schwedische Antwortpostkarte nach Stockholm (2500 Euro).

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