69. Jahrgang

Auktionsberichte

Geld saß locker wie lange nicht


25.06.2011 | AACHEN War es die pure Kauflust oder die Furcht vor der Geldentwertung? So locker wie auf der 48. AIX-PHILA-Briefmarken- und Münzauktion am 20. und 21. Mai saß das Portemonnaie der aus nah und fern angereisten 270 Saalbieter selten.


Deutsche Taler aus der Kaiserzeit verdoppelten bzw. verdreifachten ihre Schätzpreise. Ein württembergisches 20-Markstück von 1904 kletterte von 600 auf 1300 Eu­ro, ein Dop­peltaler Reuss 1853 schoss von 200 auf 1000 Euro, eine Kollektion chinesischer Kurs­mün­zen­sätze von 500 auf 3300 Euro. Nach harten Bie­terkämpfen endete eine Partie Goldmünzen erst bei 10 000 Euro.

Nicht anders sah es bei den Briefmarken aus: Ein gestempelter Block "Deutsche Nothilfe 1933" (Abbildung) stieg von 2500 auf 4000 Euro, die "Pfingst­rosen" aus China verelffachten ih­ren Ansatz von 200 auf 2200 Euro. Aber auch kleinere Positionen waren heiß um­kämpft: Die ei­gentlich nicht übermäßig seltene MiNr. 2 von Luxemburg - hier allerdings in exzellenter Erhaltung - erzielte bei einem Ansatz von 25 Euro unglaubliche 480 Euro.

Den Höhepunkt bildete auch dieses Mal wieder die Versteigerung von ganzen Samm­lungen und Partien. Ein Sammler­nachlass erzielte bei einem Ausruf von 4000 Euro schließlich 8600 Euro, ein al­tes Album mit Ansichts­karten 1700 (300) Euro. Bei einer Spezialsammlung "Berlin" fiel der Hammer bei 5600 (2500) Euro, bei einer Kollektion "Deutsche Zusammen­dru­cke" erst bei 7600 (3000) Eu­ro. Eine kleine Sammlung "Russische Levante" kletterte von 50 auf 1400 Euro, eine historische Dokumentation "Kriegsgefan­genenlager in Japan" von 500 auf 3400 Eu­ro. Den Vogel schossen Samm­lungen der Volksre­publik Chi­na ab, welche un­glaubliche 18 000 bzw. 8000 (3000 bzw. 1500) Euro erzielten.

Natürlich kamen auch wieder die mit einem kleineren Budget ausgestatteten Sammler auf ihre Kosten, gab es doch so manche Partie, die mit 10 Euro ins Rennen geschickt wurde. Doch auch hier wurde um bald jede Position hart gerungen, so dass die Start­preise überwiegend Makulatur blieben. Fast jeder hatte schließlich seine Erfolgserleb­nis­se, so dass es rundum nur zufriedene Ge­sichter gab. Von den 4082 angebotenen Losen wechselten 3440 (84,27%) den Be­sitzer. Der Gesamt-Schätzpreis von 450 945 Euro konnte mit 779 121 Euro deutlich über­troffen werden.


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