69. Jahrgang

Auktionsberichte

20. Gärtner-Auktion: Blaue Mauritius für 30 000 Euro!


22.10.2011 | Wer den Termin der 20. Gärtner-Auktion (3. bis 8. November 2011) genauer betrachtet, wird vermutlich erst einmal stutzen, geht er doch über ein Wochenende hinaus. Der Sonntag bleibt dabei allerdings "auktionsfrei" und bietet damit Gelegenheit zur Besinnung und zu Ge­sprä­chen. Geschuldet ist dies wohl der dichten Auktionsfolge in diesem Herbst. Innerhalb von zwei Monaten haben Christoph Gärtner und sein Team annähernd 17 800 Lose (über 12 200 Einzel- und rund 4500 Samm-lungslose) zusammengetragen, die in acht Katalogen offeriert werden.


Herausragende Sammlungen

Einen Schwerpunkt bildet der Spe­zialteil „Internationale Flugpost“ mit rund 2000 Einzellosen und ca. 100 Sammlungen aus den Bereichen Bal­lonpost, Flug- und Zeppelinpost weltweit, Katapult- und Schleuderflugpost, Katastrophenpost und anderen mehr. Von der frühen französischen Ballon­post über die erste offizielle Motor­flugpost in Allahabad vor genau 100 Jahren bis hin zur modernen Rake­ten­post finden sich aus allen Bereichen kleine Kostbarkeiten und große Rari­tä­ten. Im Angebot sind seltene Belege wie z.B. "De Pinebo"-Briefe Neufund­lands (1927), Briefe der italienischen Geschwaderflüge 1933, Belege von Zep­pelinfahrten mit raren Zuleitungen oder auch bedeutende Sammlungen, angeführt von der einzigartigen, um­fassenden Kollektion "Flugpost Neu­fundlands", gespickt mit Seltenheiten und Unikaten (z.B. Belege zum Haw­ker-Flug 1919 oder die "Do X"-Marke von 1932 mit kopfstehendem Aufdruck im Viererblock), die mit 400 000 Euro auch einen entsprechenden Startpreis erfordert.

Sehr bemerkenswert in dieser 20. Auktion ist der Anteil an herausragenden Sammlungen, die bei Christoph Gärt­ner unter den Hammer kommen werden. Ganz au­ßer­gewöhnlich sind da­bei mehrere Kol­lek­tionen von Be­legen und Entwer­tungen aus Aden (Ausruf 600 000 Euro), Britisch So­ma­liland (80 000 Eu­ro), Brunei (70 000 Euro), Irak (80 000 Euro), Trans­jorda­ni­en (50 000 Euro) und Palästina (100 000 Euro), die allesamt sehr umfangreich sind und mit frühen, sehr seltenen Briefen aufwarten.

Hervorzuheben sind außerdem herrliche Ausstellungssammlungen. So kann man eine prämierte Kollektion "Kap-Dreiecke" (natürlich mit "Holzschnit­ten" - Mindestgebot 50 000 Euro), eine Island-Sammlung (vor ca. 1930, 15 000 Euro) oder auch eine spezielle Studie der zweiten Ausgabe Neusee­lands, der sogenannten „First Sidefa­ces“, entdecken (12 000 Euro). Dazu gesellen sich große Kollektionen wie eine Thailand-Sammlung oder eine Sammlung Brustschilde (je 125 000 Euro). Sensationell ist der Archivfund mit Marken­heft­chen des Deutschen Rei­ches 1925-1936 je im Originalbün­del zu zehn Heft­chen (MI­CHEL über 420 000 Euro, Aus­ruf 130 000 Euro).

Frühester argentinischer Auslandsbrief

Unter den vielen tau­send Einzellosen be­finden sich weitere Highlights. Dazu ge­hört eine Blaue Mau­ritius, auch wenn sie "nur" die Inschrift "POST PAID" von 1849 trägt. Die ungebrauch­te Marke war einmal Bestandteil der Fer­rari-Sammlung und startet mit 30 000 Eu­ro. Beachtung verdienen auch die früheste Marke der Malaiischen Staa­ten, eine ungebrauchte 2 Cent von Johor 1876 mit „Halbmond“-Aufdruck (25 000 Euro), ein ungebrauchtes Exem­plar der türkischen "Admiralty"-Marke von 1858 (35 000 Euro) oder eine Bay­ern 6 Kr. von 1849 (Typ I) un­ge­braucht, die mit 25 000 Euro ins Ren­nen geht. Hinzu kommen bedeutende postgeschichtliche Belege, etwa der früheste, frankierte Überseebrief aus Argentinien 1858 in die Schweiz (35 000 Euro), ein Quartett von Briefen 1840 aus Indien nach Großbritannien, die dort jeweils mit einer "Penny Black" frankiert weitergeleitet wurden (nur sehr wenige weitere Briefe bekannt, 35 000 Euro), ein einzigartiger Brief aus Latakia 1867 mit Mischfrankatur der geschnittenen Ausgabe der Russischen Levante mit Frankreich (Unikat, 50 000 Euro) sowie ein sensationeller, einzigartiger Brust­schildbrief nach St. Louis/USA mit 22 Exemplaren der 18 Kr. großer Schild inklusive eines Zwölferblocks, der größten bekannten Einheit dieser Marke, der in Ettlingen 1874 aufgegeben wur­de (ex Boker, 150 000 Euro).

Für Besucher der 29. Internationalen Briefmarken-Börse in Sindelfingen vom 27. bis 29. Oktober bietet die Firma Gärtner einen kostenlosen Shuttle Ser­vice an allen Messetagen zur Besichti­gung der Lose in Bietigheim-Bissingen an.


» www.auktionen-gaertner.de

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Auktionskalender

DatumAuktion
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23.02.2018
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24.02.2018 Therese-Weiser-Auktion
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27.03.2018
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28.03.2018
131. Versteigerung Württembergisches Auktionshaus
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Veranstaltungskalender

DatumVeranstaltung
22.02.2018 Briefmarken-Tausch­­tag
42275 Wuppertal/Har­mannus-Obendiek-Haus ... [mehr]
22.02.2018 Postgeschicht­lich-philatelistischer AK
42859 Remscheid/Bür­gerhaus Süd, ... [mehr]
24.02.2018 Vortrag
Wolfgang Ehrhardt "Zur Postgeschichte von Schwedt"[mehr]
25.02.2018 39. Münz-, Briefmarken- und Sammlerbörse
16909 Wittstock-Dosse/Stadthalle Wittstock, ... [mehr]
25.02.2018 Großtausch­tag
44369 ... [mehr]