69. Jahrgang

Aktuelles von der Deutschen Briefmarken-Revue

Bund MiNr. 1140: Unter die Räder gekommen


26.11.2010 | Die Abartensucher der Arbeits- und For­schungsgruppe Plattenfehler im Süd­westdeutschen Sammler-Service-Club Ellerstadt e.V. haben wieder einmal einen erstaunlichen Fund gemacht. Er betrifft die bundesdeutsche Allerwelts-Freimarke "Schloss Wilhelmstal" zu 80 Pf (MiNr. 1140 A) in allseits gezähnter Erhaltung, die aus Bogen oder Marken­rollen stammt.


Angesichts einer Ge­samt­auflage von mindestens einigen hundert Millionen Stück (und letztlich womöglich mehr als 1 Milliarde Exem­plaren, falls die vollständigen Zahlen denn jemals bekannt gegeben werden sollten) ist es gar nicht erstaunlich, dass bisher immerhin fünf Plattenfehler dieser Dauermarke im MICHEL-Spezial­band katalogisiert sind. Etliche weitere sind den Spezialisten für die Ausgabe "Burgen & Schlösser" jedoch bekannt und in der Literatur gelistet.

Aber keine dieser Abarten ist auch nur annähernd so spektakulär wie das hier im Bild gezeigte Exemplar, das einer genaueren Beschreibung eigentlich gar nicht bedarf. Optische Erscheinungen wie diese – ein sehr breiter, völlig unbedruckter Streifen, der schräg von Zäh­nung zu Zähnung über die gesamte Markenhöhe verläuft – kennt man sonst eigentlich nur von Marken mit sogenannten Quetschfalten, die beim Druck zunächst gestaucht, dann bedruckt und hernach wieder entzerrt worden sind und dann breite unbedruckte Mar­kenpartien zum Vorschein bringen. Die vorliegende Marke jedoch ist offenkundig nicht "gequetscht" ge­wesen. Auch ist der fehlende be­druckte, stattliche 4 Millimeter breite Streifen augenscheinlich nicht der zeitweiligen Anhaftung zum Beispiel eines Klebestreifens (etwa im Postverkehr) zum Opfer gefallen, denn entsprechende Spuren sind nicht auszumachen, und der Stempelabschlag vom August 1985 überlagert die große Fehlstelle.

Dass der Markenverwender diesen augenfälligen Fehler nicht bemerkt haben sollte, ist freilich kaum vorstellbar. Zudem hätte man gerne die sich oben und unten anschließenden Mar­ken aus dem Bogen oder der Mar­kenrolle gesehen. Marken mit derart markanten Fehlern hätten eigentlich in der Druckerei als Makulatur ausgesondert und vernichtet werden müssen. Um in der Druckerei "geklemmte" Ma­kulatur scheint es sich indessen nicht zu handeln, denn solche kommt einem praktisch stets - wenn sie denn kommt - ohne Stempelung unter die Augen. Was genau seinerzeit beim Druck vorgefallen ist, lässt sich im Nachhinein schwer ermitteln. Vorstellbar ist je­doch, dass beim Druck ein auf die Papierbahn geratener oder mit eingerollt gewesener schmaler Papierstreifen mit eingezogen, dann bedruckt worden und späterhin wieder abgefallen ist. Legitime Abart oder nicht, ein solches Stück wird wohl niemand des Albums verweisen.


Bildbeschreibung:

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