69. Jahrgang

Auktionsberichte

Sonderauktion bei Christoph Gärtner: Ein Feuerwerk an Raritäten


25.08.2018 | Einzigartige Preziosen aus den Sammlungen "Saar" und "Süddeutsch­land" von Peter Zgonc sowie Raritäten aus der ganzen Welt erwarten die Sammler am 1. September auf der 2. Sonderauktion von Christoph Gärtner im Schlosshotel Monrepos in Ludwigsburg. Das exklusive Ange­bot wird in drei Sonderkatalogen präsentiert: "Die Peter-Zgonc-Samm­lung SAAR, Teil 1", "Die Peter-Zgonc-Sammlung SÜDDEUTSCHLAND" und "International Rarities Volume 27".


Sammlungen Peter Zgonc

Das Highlight der Saar-Samm­lung ist die un­verausgabte 20 Mark Bayern-Sar­re von 1920 auf Briefstück mit Ein­kreisstempel
"ROHRBACH b. ST. INGBERT | 10. APR. 20 -5-6". Diese Marke war ursprünglich zur Ausgabe vorgesehen, jedoch er­folg­te keine Lieferung mehr aus München. Deshalb wurde lediglich der vorhandene Restbogen von 16 Exemplaren überdruckt. Ursprünglich wurden diese Marken von der Oberpostkasse intern verrechnet bzw. verbraucht, doch einige Stücke gingen auch nach Homburg und St. Ingbert. Die vorliegende Marke stammt von Feld 6 des Urmarken­bo­gens, der Aufdruck aber von Feld 2 der Überdruckplatte. Dies erklärt sich da­durch, dass nur ein Urmarkenbogen mit fehlender oberster Reihe überdruckt wurde. Von den 16 möglichen Exem­pla­ren sind aktuell 15 registriert; dies ist das schönste der beiden bekannten Briefstücke. Der Ausruf beträgt 250 000 Euro.

Nur noch etwa die Hälfte der ohnehin niedrigen Auflage von 20 Exemplaren ist von der Germania-Sarre 3 Mark schwarz-violettgrau nachweisbar. Der Wert zu 3 Mark war nicht zur Ausgabe vorgesehen, aber auf Ver­anlassung eines französischen Be­sat­zungsoffiziers wur­de dennoch ein Bo­gen zu 20 Marken überdruckt. Die be­deutende Saar-Ra­rität MiNr. A 17 startet mit 30 000 Euro.

Herausragende Ein­zel­stücke von Baden, Bayern und Württem­berg bietet die Peter-Zgonc-Sammlung "Süd­deutsch­­land". Baden beeindruckt mit der seltensten ungebrauchten Marke, einer Mi­Nr. 13 b, von der nur zwei Exem­plare bekannt sind (10 000 Euro). Ba­yern-Liebhaber können sich auf ein be­deutendes Angebot der ersten deutschen Briefmarke, des "Schwar­zen Ein­sers", freuen. Im Blick­punkt steht aber ein sog. Osterhofen-Provisorium, ge­nau­er gesagt die rechte Hälfte einer schräg halbierten 10 Pf-Marke mit 5 Pf Nachporto auf portopflichtiger Dienst­sache (15-250 Gramm) des Notars Gott­fried Brugger zu Osterhofen mit rückseitigem Dienst­siegel. Diese Halbierung ist vermutlich auf ein zeitweises Fehlen der 5-Pf-Wertstufe in Osterhofen zu­rück­zuführen und wurde vom Postbeamten veranlasst (Nachportomarken durften nicht ans Publikum verkauft wer­den). Es sind nur noch zwei weitere Be­lege mit dieser Halbierung (vom gleichen Absender) bekannt.

Zu den großen Sel­tenheiten Würt­tem­bergs zählen die amt­lichen Neu­dru­cke in gestempelter Erhal­tung, denn ob­wohl sie frankaturgültig wa­ren, kommen sie echt gebraucht nur äu­ßerst selten vor. Aus dieser Sammlung stammt eine 18-Kreuzer-Marke, ein amtlicher Neudruck vom Mai 1865, mit Stutt­gar­ter Kreis­stempel. In ungebrauchter Er­haltung ein Unikat ist die abgebildete 75 auf 3 Pf schwarzorangebraun "Volks­staat Württemberg", bei der beide Aufdruck­teile kopfstehend sind. Bei Anbringen des Wert­aufdruckes wurde der schon vorhandene kopfstehende "Volks­staat"-Aufdruck nicht erkannt und die Marke entsprechend in die Druckma­schine eingelegt.

Internationale Raritäten

Der Band 27 glänzt ebenfalls mit beeindruckenden Marken und Briefen von Bayern und Württemberg. Darüber hin­aus ist besonders erwähnenswert ein imposantes Angebot Italien sowie ein attraktives Angebot Schweiz-Preziosen, Frankreich Klassik und Bal­lonpost. Mit 30 000 Euro angesetzt ist eine "Tri­na­cria" von Nea­pel. Zu den bislang sechs bekannten Exemplaren der Schweiz MiNr. 74 Cd gesellt sich ein neuentdecktes 7. Stück, das nun bei Gärtner ebenso zu haben ist wie eine seltene Nachtaxierung der Zürich 4 Rappen, weil der Empfänger außerhalb des Orts­bereiches wohnte (15 000 bzw. 12 500 Euro). Ein ungebrauchtes Exemplar der 1 Franc Vermillion von Frankreich geht mit 45 000 Euro ins Rennen.


Bildbeschreibung: Bayern-Perle: rechte Hälfte eines Osterhofen-Provisoriums auf Brief.

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Auktionskalender

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