69. Jahrgang

Auktionsberichte

42. Gärtner-Auktion: Außergewöhnliche Raritäten und Sammlungen


27.09.2018 | Nach den beiden erfolgreichen Sonderauktionen in Prag und in Lud­wigs­burg offeriert das Auktionshaus Christoph Gärtner in seiner zweigeteilten Herbst­auktion vom 9. bis 10. und vom 15. bis 19. Oktober 2018 am Fir­mensitz in Bietigheim-Bissingen wiederum ein sehr breit ge­fächertes und nicht alltägliches Angebot an Münzen, Banknoten, Brief­marken, Briefen sowie Sammlungen, Posten und kompletten Nachlässen aus aller Welt.


Eindrucksvolles Unikat der Saarphilatelie

Absolutes Highlight der Herbstauktion ist eine postfrische 20 Mark Bayern-Sarre von 1920. Es handelt sich um ein farbfrisches, hervorragend gezähntes Exemplar aus der rechten unteren Bo­genecke mit der Plattennummer "2" und dem weiteren Aufdruck "SARRE". Eigentlich sollte es diese Marke gar nicht geben, und sie verdankt ihre Exis­tenz einer Reihe von besonderen Be­geben­heiten. Ein bei der Saarbrücker Postver­waltung vorhandenes 16er-Bo­genteil der 20 Mark Bayern (die obere Reihe von vier Marken war abgetrennt worden und kam dem Briefmarken sammelnden Nef­fen des französischen Oberbefehls­ha­bers zu) wurde in wohlmeinender Dienst­ausübung und in Erwartung weiterer Lie­ferungen an 20-Mark-Briefmarken amtlich überdruckt. Zwischenzeitlich er­ging jedoch eine klare Dienstanwei­sung, nur Briefmar­ken bis zum Nennwert von 10 Mark zu überdrucken. Die bereits vorhandenen 16 überdruckten Werte der 20 Mark wurden in Saarbrücken postintern verbraucht und verrechnet, einige Stücke wurden an hochgestellte Per­sönlichkei­ten abgegeben oder an die Postämter in Homburg und St. Ingbert gesandt. Der zusätzliche Aufdruck "SAR­RE" auf dem Unterrand dieser Marke erklärt sich durch die abgetrennten oberen vier Marken. Dadurch erhielt diese Mar­ke den Aufdruck von Feld 16 und der Aufdruck von Feld 20 ist somit teilweise auf dem Unterrand abgeschlagen. In postfrischer Erhaltung ist nur die­ses Stück (aus der Bogenecke) be­kannt. Es startet mit 160 000 Euro.

"Bisher sind mir nur drei weitere vollständige Brücken der 9 Kreuzer grün bekannt. Bei diesem Stück dürfte es sich um die einzige in der blaugrünen Nuance handeln." Das Zitat aus dem aktuellen Fotoattest von Stegmül­ler/BPP bezieht sich auf ein waagerechtes 9-Kreuzer-Paar von 1850 mit 13,5 mm brei­tem Zwischensteg (sogenannte Brü­cke) mit geschlossenem Mühl­rad­stem­pel "243" (Nürnberg). Der Aus­ruf be­trägt 5000 Euro.

Auch darüber hinaus lässt die Deutschl­and-Philatelie mit 3000 Einzellosen kei­ne Wünsche offen. Bayern umfasst 250 Lose, darunter allein 80 Positionen "Schwar­zer Einser", Oldenburg ist mit 100 Lo­sen vertreten, Württemberg mit 200 (et­liche Kreuzerganzsachen mit Zusatz­frankaturen) und Deutsches Reich mit fast 500 (u. a. mit guten Germania-Mar­ken). Bei der Saar warten weitere Lose, z. B. mit interessanten Proben, auf neue Besitzer. Danzig zeigt 100 Lose inklusive einem schönen Teil Ganzsachen, Su­detenland hat über 100 Positionen. Mit einem guten und vielfältigen Angebot (z. B. Alexanderstadt 16 III postfrisch, 10 000 Euro) überzeugen die Deut­schen Besetzungsaus­gaben Zweiter Welt­krieg.

Mit 3000 Einzellosen findet sich im Ka­talog Europa ein vielfältiges Angebot von der Klassik bis zur Moderne. Be­sonders stark ist die französische Klassik mit einer 1 Franc Ver­millon (45 000 Euro) und ungewöhnlichen Farb­probebogen. Der Sonderkatalog "Italien und italienische Ge­bie­te" enthält 1700 Lo­se, darunter fast 800 Lose Altitalienische Staaten (Spitzen oft mehrfach) und 400 Losen Lombardei-Venetien, San Ma­rino und Vatikan.

Der Asien-Teil enthält 2200 Lose. Be­sonders gut vertreten sind dieses Mal die Malaiischen Staaten (Marken und Briefe), China, Philippinen, Portugie­sisch-Indien und Thailand. Indien glänzt mit einer seltenen Ganzsachen­dop­pel­karte mit Zusatzfrankatur aus 1894 nach Deutschland, die von dort am 27. April wieder zurück nach Katlicherra als Ein­schreiben über das Seepostamt Aden-Bombay lief (3500 Euro). Bei China her­vorzuheben ist ein postfrischer 4-er-Block "Rotgoldener" Affe von 1980 mit Druck­kennlinie am linken Rand (3300 Euro). 1400 weitere Lose mit Übersee-Mate­rial rund um den Globus gilt es zu entdecken. Groß­artig ist der Spezialteil mit amerikanischen Marken und Probe­dru­cken vor 1900 (300 Lose). Als besonderes Klein­od sei hier nur ein 4er-Streifen mit der schwarzen 10 c von 1847 mit schönem rotem Gitterstempel genannt (2000 Euro).

Zu erwähnen ist auch noch ein The­matik-Teil mit 1000 Losen, darunter vie­le einmalige Probedrucke u. a. zu den Motiven Pfadfinder, Sport, Olympiade und Tiere.

Der stärkste Teil dieser Auktion ist die Abteilung mit Sammlungen und Nach­lässen (ca. 10 000 Positionen). Vom Ge­botslos bis zu Spezialsammlungen im sechsstelligen Bereich, vom netten kleinen Briefposten über Ländersamm­lun­gen bis hin zu Großposten auf Pa­letten (über 100 Paletten Lose) ist hier alles zu finden.

Internet: www.auktionen-gaertner.de und www.stamp-auctions.de (ausgewählte Samm­lungen sind hier komplett abgebildet)


» www.auktionen-gaertner.de

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