70. Jahrgang

Auktionsberichte

61. Rölli-Auktion: Interessante Briefe aus alten Sammlungen


20.01.2018 | Teilnehmer der 61. Rölli-Auktion am 22. und 23. Februar 2018 im schwei­zerischen Luzern erwartet wieder ein attraktives und vielseitiges An­ge­bot weltweiter Philatelie, ergänzt um hochkarätige Goldmünzen. Als klei­nen Vorgeschmack auf die zweitägige Veranstaltung stellen in diesem Vorbericht einige interessante Stücke etwas ausführlicher vor.


Strubli vom Letzttag

Ab Herbst 1854 verausgabte die Schwei­zerische Bundespost eine neue Frei­mar­ken-Serie mit dem Motiv "Sit­zende Hel­vetia". Wegen des einem zerzausten Haarschopf ähnelnden Kranzes auf dem Kopf der allegorischen Gestalt erhielt diese Serie, die wegen ihrer Spezialisierungsmöglichkeiten sehr beliebt ist, auch den Beinamen "Strubel" oder "Strub­li". Die letzten Werte besaßen bis zum 31. Juli 1863 Gültigkeit. Aus einer über viele Jahre zusammengetragenen Samm­lung über die Postgeschichte der Stadt Zofingen kann Rölli eine Letzttagsverwendung des Wertes zu 40 Centimes mit seltener Destination anbieten. Die farbintensive Marke - einmal teilweise knapp, sonst breitrandig und einwandfrei erhalten - befindet sich auf einem attraktiven Damenbrieflein über Baden/ Berlin und Riga nach Dorpat in Estland. Mit den diversen Transit-Stempeln auf der Rückseite lässt sich der Beförde­rungsweg gut nach­vollziehen.

Liebhaber der Schwei­zer Klassik dürfen sich außerdem auf eine schöne Aus­wahl an Kan­tonal-Marken freuen, dar­unter eine dekorative Einzel­frankatur der 4 Rappen von Zürich.

Aus einer mehrfach hoch prämierten Kol­lektion stammen seltene Dienst­brie­fe von Liechtenstein. Dazu gehört ein Falt­brief des Ober­amts Vaduz mit den Stem­peln "FÜRSTL./ LICHTENSTEIN“ und „FELDKRICH“ an die Regierung in St. Gal­len. Der Brief wur­de mit einem Boten nach Feldkirch überbracht und als Dienst­post in Chur aufgegeben. Es handelt sich um eine ex­trem seltene Stempel-Kombination!

Sehr vielseitig zeigt sich auch eine Samm­lung über die britische Kron­kolonie Goldküste, die eben­falls über Jahr­zehn­te aufgebaut wur­de. Bevor sie am 6. März 1957 als Gha­na in die Unab­hän­gigkeit entlassen wurde, erschienen dort seit 1875 ge­nau 150 Briefmar­ken. Be­sonders be­gehrt sind die Erstausgaben und zwar vor allem deshalb, weil es von ih­nen etliche Teilungen gibt: meist Halbierun­gen, aber auch Vierte­lungen und gar Sechsteilungen kommen vor. Die bei Röl­li offerierte postgeschichtliche Samm­lung der Goldküste zeichnet sich vor allem durch die Halbierungen aus, aber auch durch Ganzsachen und interessante geschichtliche Belege. Die Halbierung der 2P. grün mit Stem­pel 566/CAPE COAST befindet sich auf einem sauberen Brief nach Cha­mah.

Auch das restliche Auslands-Angebot ist facettenreich wie ein Unterrand-6er-Block mit Plattennummer "20092" des Höchstwertes zu 2,60 Dollar der US-Sonderserie zum Besuch des Luftschiffs "Graf Zeppelin" 1930 zeigt.

Erwähnung verdient außerdem noch ein vielseitiges Angebot an Goldmün­zen aus aller Welt.


Bildbeschreibung: Letzttagsbrief mit Strubel-Marke.

» www.roelli-auktionen.ch

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