69. Jahrgang

Auktionsberichte

366. Heinrich-Köhler-Auktion: Herausragende Zuschläge für seltenes Material


23.04.2018 | Zur Frühjahrsauktion des Traditionshauses Heinrich Köhler erstrahlte vom 19. bis 24. März 2018 in Wiesbaden erneut ein philatelistisches Angebot der Spitzenklasse in vollem Glanz. Die ausgerufenen Lose in den insgesamt sechs Katalogen (davon fünf Sonderkataloge) waren wieder einmal heiß begehrt. Dank der starken Beteiligung von Bietern aus aller Welt wechselten die zahlreichen wertvollen Briefmarken, Belege und Sammlungen nach spannenden Gefechten und oftmals herausragenden Zuschlägen den Besitzer. Einmal mehr bestätigte sich die gute Nachfrage nach seltener, qualitativ hochwertiger Philatelie und Post­geschichte. Insbesondere außergewöhnliche Stücke, z. B. klassische Brie­fe mit seltenen Destinationen, erzielten Spitzenpreise. Erneut hervorzuheben ist die großartige Beteiligung von Online-Live-Bietern an allen Auktionstagen, die gegen die zahlreichen Sammler im Saal, die Kom­mis­sionäre und Telefonbieter sowie gegen die schriftlichen Gebote antraten und dabei häufig den längeren Atem hatten.


Spezialsammlungen sorgen für zahlreiche Höhepunkte

Hervorragend im wahrsten Sinne verlief der Verkauf der Sammlung "Bruns­viga", die eine beeindruckende Zu­sam­menstellung seltener Briefe und Mar­ken des Herzogtums Braunschweig prä­sentierte. Die wunderschönen Fran­katuren, seltenen Destinationen und außergewöhnlichen Verwendungen - darunter zahlreiche extrem rare Stücke - konnten den Gesamtausruf fast verdoppeln! Einen Spitzenpreis erzielte unter anderem ein Ortsbrief mit einer 1/3-Gr.-Marke, Ausgabe 1864, als Ein­zelfrankatur innerhalb Braun­schweigs gelaufen (Los 8113), der von 4000 Eu­ro Ausruf auf einen grandiosen Zu­schlag von 11 000 Euro gesteigert wur­de.

Wie begehrt die außergewöhnlichen Stü­cke der Gebiete Altdeutschlands sind, zeigte auch ein Braunschweig-Beleg aus dem Haupt­katalog mit einer Misch­frankatur der 3 Sgr. von 1852 mit einer 2 Sgr., Ausgabe 1853, auf Einschrei­bebrief nach Rostock (Los 2949 - Ausruf: 1500 Euro), der ebenfalls bei 11 000 Euro zugeschlagen wur­de - eine Steige­rung um mehr als das Sie­ben­fache! Glücklich schätzen dürfte sich auch der neue Besitzer ei­nes
Bayern-Briefes, der 1853 aus Nürn­berg nach Batavia (Niederländisch-Indien) verschickt wurde (Los 2683). Das ebenso schöne wie seltene Stück mit Teil­frankatur in Form von zwei 9-Kr.-Mar­ken wurde nach heftigem Bie­ter­gefecht für 19 000 Euro zugeschlagen (Ausruf: 8000 Euro). "Exotische Desti­nationen" liegen immer im Trend, wie zahlreiche weitere Stücke eindrucksvoll belegen konnten: zwei Sach­sen-Cou­verts mit Zu­satzfrankatur aus der Samm­lung Ar­nim Knapp nach Alex­an­drien (Los 9182) bzw. Hongkong (Los 9185) wurden für 5400 Euro und 3400 Euro zugeschlagen, ein Ein­schrei­bebrief aus Würt­temberg in die Walachei mit seltener Mischfrankatur (Los 3155 - Ausruf: 5000 Euro) erreichte 13 000 Euro, und bei einem spektakulären Hannover-Be­leg nach Calcutta (Los 3020 - Aus­ruf: 5000 Eu­ro) fiel der Hammer bei sen­sationellen 14 000 Euro.

Einen bleibenden Eindruck hinterließ auch die Sammlung "Griechische Ge­biete" aus dem Nachlass von Johann Ulrich Schmitt, die ebenfalls ihren Ge­samtausruf verdoppeln konnte. Mit solch großem Interesse hatten im Vor­feld vermutlich nur wenige Sammler gerechnet. Ein schönes Beispiel gibt ein Brief der Ägäischen Inseln aus dem Jahr 1867 aus Chios mit 1-Pia.-Marke aus Ägypten (Los 5640 - Ausruf: 1500 Eu­ro), der einen Zuschlag von 8000 Eu­ro erzielte. Generell fanden die An­gebote der Sonderkataloge wie auch die Spe­zial-Sektionen des Hauptkata­loges, dar­unter hervorragend die Sam­melge­biete Chile und Zeppelinpost, reges In­ter­es­se.

Einmal mehr ein Höhepunkt der Auk­tionswoche waren die Offerten der Samm­lungen, die unter beeindruckender Beteiligung zahlreicher Händler versteigert wurden. Nach einem langen Auktionstag stand im Ergebnis auch hier eine Verdopplung im Ge­samt­zuschlag dem Ausrufpreis gegenüber.

In der Rückschau betrachtet hat sich erneut gezeigt, dass die Käufer großen Wert auf Qualität und Werthaltigkeit legen. Seltene Briefmarken, egal ob postfrisch oder gestempelt, besondere Belege und substanzstarke Sammlun­gen sind stets gefragt. Die mit Span­nung geladene Auktionsatmosphäre trieb die Bieter an und die Preise in die Höhe. Dank der einzigartigen Auswahl wie auch der moderaten Ansatzpreise war das Interesse groß und die Betei­ligung vom Saal in Wiesbaden bis in die Sphären des Internets mit Bietern aus aller Welt großartig.

Alle Ergebnisse der Auktion sind im In­ternet unter www.heinrich-koehler.de zu finden.


Bildbeschreibung: Dieser Bayern-Brief mit seltener Destination Niederländisch-Indien kletterte von 8000 auf 19 000 Euro.

» www.heinrich-koehler.de

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