70. Jahrgang

Auktionsberichte

168. Auktion Dr. Reinhard Fischer: Wertvolle Schätze zum Firmenjubiläum


27.04.2019 | In diesem Jahr kann der Bonner Berufsphilatelist Dr. Reinhard Fischer auf sein 35-jähriges Firmenbestehen zurückblicken. Das Jubiläum feiert er am 17. und 18. Mai 2019 mit einer exklusiven Versteigerung, für die er und seine Mitarbeiter einen bemerkenswerten Bestand an wertvollen Schätzen der Philatelie und Numismatik zusammengetragen haben. Angeboten werden 11 000 Lose mit ca. 3,5 Millionen Euro Ausruf in insgesamt vier Katalogen, darunter ein besonders aufwändig produzierter Sonderkatalog.


Start während des VWL-Studiums

Zu Beginn seines VWL-Studiums stieg Dr. Fischer als 20-Jähriger ins Brief­mar­kengeschäft ein, gründete einen Ver­sandhandel, der 1990 schon einen Um­satz von knapp 900 000 DM aufwies. Der Schritt ins Auktionsge­schäft war fast eine logische Folge. Die erste Ver­steigerung am 2. März 1991 um­fasste 2200 Lose, die einen Gesamt­zuschlag von 167 000 DM brachten. Am Ende des Jahrzehnts hatte sich der Umfang auf rund 3,3 Millionen DM jährlich gesteigert und sich Dr. Fischer den Ruf als eines der führenden Häuser für Be­setzungsausgaben des Zweiten Welt­kriegs erarbeitet. In diese Zeit fiel der Kauf der ehemaligen Berliner Lan­des­vertretung und der Umzug in die neu­en Geschäftsräume im Februar 2001. Ab Mitte 2007 kamen Münzen als neu­es Geschäftsfeld hinzu. Die 100. Jubi­lä­ums-Auktion am 17. Mai 2008 trug mit dazu bei, dass der Jahres­umsatz auf 3,3 Millionen Euro stieg. Bei der 112. Auk­tion im Mai 2010 konnte erstmals die Millionengrenze bei einer einzelnen Versteigerung über­schritten werden. Knapp zehn Jahre später hat sich der Jahresumsatz mit 7 Millionen Euro noch mal mehr als verdoppelt. Mitt­ler­wei­le rund 25 Mitar­beiter sorgen für reibungslose Ab­läu­fe innerhalb der Fir­ma und während der Versteige­run­gen.

Im Laufe der Jahre kamen bei Dr. Fi­scher viele Schätze unter den Hammer. Für Schlagzeilen sorgte der "Schatz von Beuel". Bei Ausschachtungsarbeiten im Jahr 1958 wur­de in Limperich ein Mün­zenschatz mit insgesamt 75 Münzen gefunden, die wohl 1619 versteckt wor­den waren. Der Schatz enthielt Mün­zen aus einer Prägezeit von mehr als 100 Jahren und aus zahllosen verschiedenen Ländern, vom Osmani­schen Reich bis Groß­britannien. 32 Mün­zen aus diesem Schatz ka­men in der 134. Auktion am 16. No­vember 2013 zur Verstei­gerung und brach­ten 50 080 Euro plus Aufgeld. Im philatelistischen Bereich stachen be­sonders die be­rühmten Sammlungen "Rolf Pin­gel" (2013), "Horst Küh­ner" (2014), "Eifelperle" zur 150. Auktion 2016 und "Ernst-Ludwig Fi­scher" (2017) hervor. Schon 1999 wurden die "Mann­staedt"-Sammlung, eine der größten Sammlungen der Deut­schen Beset­zungs­ausga­ben im Zweiten Weltkrieg, und im Jahr 2000 die "Mayflower"-Kol­lektion, eine gro­ße USA-Samm­lung, versteigert. Mit allen diesen Samm­lungen wur­den bemerkenswert hochwertige Raritäten an­geboten. Die Auf­­arbeitung und Präsen­tation der Kollektionen fand allseitige Anerkennung. Im Laufe von 35 Jahren konnten über 1 Million Lose angeboten werden, deren Ge­samt­umsatz 85 Millionen Euro übersteigen dürfte.

Gehaltvolle Sammlungen mit vielen Seltenheiten

Für die Jubiläumsauktion haben sich Dr. Fischer und seine Mannschaft richtig ins Zeug gelegt. Der Sonderkatalog mit Hardcover beinhaltet u. a. folgende Top-Kollektionen:

Sammlung "Noris" - Sie enthält Deutsch­land mit Gebieten nur postfrisch ab Altdeutschland bis heute. Bei Alt­deutsch­land ist alles zusammengetragen worden, was postfrisch überhaupt zu ha­ben war. Beim Kaiserreich fehlen genau drei Werte. Der Kata­logwert beträgt rund 1 Million Euro.

Sammlung "Schwanthalerhöhe" - Hier finden sich u. a. die Deutschen Beset­zungsausgaben Zweiter Weltkrieg fast komplett einschließlich Alexanderstadt sowie Altdeutschland, Zusammen­drucke und Deutsche Gebiete. Vom Ka­talogwert her ist sie mit der Sammlung "Noris" vergleichbar.

Sammlung "Schiewenhorst" - Sie zeigt Danzig mit vielen Raritäten und kommt auf einen Katalogwert von ca. 500 000 Euro.

Sammlung "Danubius" - Knapp 40 Ra­ritäten des Sudetenlandes/Niklasdorf präsentiert diese Kollektion.

Das umfassende Angebot im Haupt­katalog reicht von Altdeutschland bis Übersee. Der umfangreiche Samm­lungs-Teil bietet Objekte von Gebot bis 35 000 Euro Ausruf, vom Umschlag bis zum Bestand mit 20 Umzugskartons. Dazu gehört auch der 7. Teil des „Rhein­gold“-Bestandes.

In einem weiteren Katalog werden 2500 Münz-Lose mit einem Gesamt­ausruf von 900 000 Euro offeriert. In der Ju­biläumsauktion sind römische Provin­zialprägungen besonders stark vertreten. Liebhaber keltischer, griechi­scher und römisch-kaiserzeitlicher Mün­zen kommen auch nicht zu kurz. Zu erwähnen sei hier u. a. ein posthum geprägter Stater Alexanders III der Münz­stätte Babylon (Price 3749, 1000 Euro) sowie ein Aureus des Vespasianus (69-71) in ss (1500 Euro). Traditionell stark vertreten sind auch wieder die 2-, 3- und 5-Mark-Stücke aus Silber sowie die 5-, 10- und 20-Mark-Stücke aus Gold des Kaiserreiches. Dazu gehören beispielsweise ein 5-Mark-Stück des Jahres 1903 aus Waldeck-Pyrmont in vorzüglicher Erhaltung (J. 171, 2500 Euro) und das seltene 3-Mark-Stück Hessens aus 1917 zum 25-jährigen Re­gierungs­ju­biläum (J. 77, 3000 Euro). Aus dem Be­reich der Gold­mün­zen und besonders der Kolonialmün­zen sei die begehrte und berühmte 15-Rupien-Gold­mün­ze aus Deutsch-Ost­afrika erwähnt (J. 728a, 2500 Euro).

Für Numismatiker besonders interessant dürfte die Auflösung einer um­fangreichen Spezialsammlung "Osma­nisches Reich" sein, die in mehr als 160 Losen detailliert wird. Gesammelt wurden neben den regulären Münzen aus der Münzstätte Konstantinopel auch Prägungen aus Tripolis, Misir (Ägypten) und Tunis. Sie stammen zumeist von Auktionen im Ausland. Das Prunkstück dürfte wohl ohne Zweifel eine äußerst seltene 2-Kurush (80 Para)-Prägung des Jahres AH 1203/18 unter Selim III aus der Prägestätte Tripolis sein, von der nur wenige Exemplaren bekannt sind (7000 Euro).


Bildbeschreibung: Heydrich-Block, Blockausgabe zur Trauerfreier von Heydrich, postfrisch, Ausruf 10 000 Euro.

» www.reinhardfischerauktionen.de

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