70. Jahrgang

Auktionsberichte

Baden-Fehldruck und Alexandria Blue Boy: Der ERIVAN-Briefmarkenschatz kommt unter den Hammer


24.05.2019 | Am Samstag, dem 8. Juni 2019, startet in Wiesbaden die mehrjährige Versteigerungsserie der "Sammlung ERIVAN", der beispiellosen Briefmarkensammlung des ehemaligen Tengelmann-Chefs Erivan Haub. Zu den Highlights zählen zwei Ikonen der Philatelie: der Baden-Fehldruck 9 Kreu­zer (Startpreis: 800 000 Euro) und der Alexandria Blue Boy, der bei dem zur Köhler-&-Corinphila-Gruppe gehörenden amerikanischen Traditions­unternehmen H. R. Harmers am 22. Juni 2019 in New York versteigert wird (Startgebot: 1 Million US Dollar). Die Versteigerungsserie der Samm­lung Altdeutschland wird vom ältesten Briefmarkenauk­tions­haus Deutsch­lands, Heinrich Köhler Auktionen in Wiesbaden, durchgeführt.


Juwelen der Philatelie

Die Sammlung ERIVAN umfasst die bedeutendsten Briefmarken und Briefe der Sammelgebiete "Altdeutsche Staa­ten", "Lokalausgaben, Private Post­diens­te und Bundesmarken der Ver­einigten Staaten", "Postbeförderung mit Zep­pe­linen", "Schweizer Kantonal- und Bun­desmarken", "Österreich und Lombar­dei-Venetien" sowie "Raritäten aus aller Welt". Der international bekannte Un­ternehmer und begeisterte Philatelist Erivan Haub hat diese Samm­lung zeit seines Lebens zusammengetragen. Die geplante Versteige­rungsserie mit rund 8000 Auktions­losen (Altdeutschland ca. 3500 Lose) umfasst in den kommen­den fünf Jahren insgesamt 30 Briefmarken­auk­tionen in Wiesbaden (zehn Auktio­nen), New York, Zürich, Stockholm, Lon­don und Essen. Dieser philatelistische Schatz spannt den Bogen von den größ­ten Seltenheiten der jeweiligen Sam­mel­gebiete über weltweite Raritäten zu vermeintlich günstigen Objekten von herausragender Qualität.

"Einer solchen Sammlung zu begegnen, zählt zu den unvergesslichen Mo­menten eines Sammlerlebens. Viele der angebotenen Marken und Briefe waren seit Jahren oder so­gar Jahr­zehnten nicht mehr am Markt", sagt Dieter Michelson, ge­schäfts­führender Gesell­schafter des Auk­tionshauses Hein­rich Köhler. "Die Sammlung ERIVAN ist die bedeutendste Versteigerungs­serie exklusiver Brief­marken seit dem Verkauf der Alt­deutsch­land-Kollek­tion des amerikanischen Indus­triellen John Boker jr. zwischen 1985 und dem Jahr 2000. Wir freuen uns, diese sensationellen Kollektionen nun Sammlern aus aller Welt anbieten zu können."

Zu den begehrtesten philatelistischen Stücken zählt der legendäre Baden-Fehl­druck, der bereits in der ersten Auk­tion in Wiesbaden am 8. Juni 2019 als Los 5 zur Versteigerung kommen wird. Die Aufsteigerung kann bei 800 000 Euro beginnen. Der Ba­den-Fehldruck wechselte letztmals 1985 den Besitzer. Eine Unaufmerk­samkeit des Druckers in den 1850er Jah­ren führte zur Entstehung dieser philatelistischen Berühmtheit - bei der Herstellung der 9-Kreu­zer-Marke griff er versehentlich zu grünem statt rosafarbenem Pa­pier, das eigentlich für die 6-Kreu­zer-Marken vorgesehen war. Nur ein weiterer Brief (im Besitz des Berliner Post­museums) und ein Briefstück dieser sagenumwobenen Marke sind bisher bekannt.

Schauplatz des ersten Teils der Ver­steigerung der ERIVAN-Samm­lung Altdeutschland ist erneut der Saal "Jawlensky" im Hotel Nas­sauer Hof in Wiesbaden. Ein historischer Ort für Phil­atelie-Auktionsge­schich­te. Hier wur­de bereits von 1985 bis 1988 die Altdeutschland-Sammlung von John R. Boker jr. in einer Serie von acht Auk­tionen versteigert. Viele Stücke von da­mals, aber auch viele Sammler und Auk­tionsteilnehmer der Boker-Versteige­run­gen, finden jetzt erneut den Weg hierhin.

Zu den philatelistischen Juwelen der ersten Versteigerung gehören neben dem Baden-Fehldruck der "Elster-Kehr­druckblock" der 1 Kreuzer Schwarz von Bayern (Los 25; Startpreis 200 000 Eu­ro) sowie der ungebrauchte Olden­burg-12er-Block der 1/3 Groschen von 1859 (Los 158; Startpreis 150 000 Eu­ro). Das berühmte Blockstück krönte die erlauchtesten Kollektionen, darunter die von Arthur Hind (1934), Mau­rice Burrus (1964), Tomasini (1976) und John R. Boker jr. (1987).

Herausragend ist auch der gestempelte 4er-Streifen des "Sachsen Dreiers" (Los 255; Startpreis 80 000 Euro). Er gehört zu den erlesenen Seltenheiten nicht nur der Sachsen-, sondern der gesamten Altdeutschland-Philatelie! Seine Prove­nienzen führen durch die Kollek­tionen der Sachsen-Prüfer-Legende Walter Opitz, dann Isaac Seligson und Dr. H. Schmidt. Dabei wechselte er in der Ver­gangenheit seine Besitzer nicht über Auktionen, sondern diskret über Privat­verkäufe. Vermutlich wird er jetzt erstmalig über eine Versteigerung verkauft. Insgesamt bietet der 1. Teil der ERIVAN-Sammlung Altdeutschland bei Heinrich Köhler 323 Auktionslose mit Startprei­sen von 80 bis 800 000 Euro, darunter in der Mehrzahl herrliche Qualitäts­stü­cke in der Preislage zwischen 100 Euro und 1000 Euro.

Außergewöhnliche Sammlung

Die Anfänge der einmaligen Sammlung ERIVAN gehen bis in die 1950er Jahre zurück. Damals besuchte Erivan Haub erstmals Briefmarkenauktionen. Die Sammlung ist eng mit den Stationen und Weltanschauungen dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit verbunden. Viele Stücke sind Unikate oder äu­ßerst seltene Marken und in dieser Er­haltung kaum zu übertreffen.

"Über ein halbes Jahrhundert schuf Eri­van Haub Kollektionen, die bereits zu seinen Lebzeiten zu Legenden wurden. Sein Leitgedanke bei der Auswahl war die geschichtliche Entwicklung, die sich in den kleinen Kunstwerken abbildet - die Geschichte der Welt seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, die Geschichte der Menschheit, die Geschichte der Kom­munikation. Nun öffnet sich sein philatelistischer Tresor", sagt Karl Louis, ebenfalls geschäftsführender Gesellschaf­ter der Köhler-&-Corinphila-Grup­pe.

Mit der Versteige­rung der Samm­lung ERIVAN beauftragt sind die Briefmar­ken-Auk­tionshäuser Heinrich Köhler in Wiesbaden, H. R. Harmer in New York sowie Corinphila Auktionen in Zü­rich. Die drei Auktions­häu­ser gehören zur Un­ter­nehmens­grup­pe Global Philatelic Net­work mit insgesamt fünf Standorten in Europa, Ame­rika und Asien.

Die vollständigen Kataloge der ERIVAN-Auktionen sind im Internet unter www.heinrich-koehler.de als PDF-Ka­taloge (identisch mit der Druck­version) und als Online-Kataloge mit praktischer Stichwort-Suchfunktion verfügbar. Vom 29. Mai bis 2. Juni 2019 können alle Lose der Sammlung ERIVAN zudem auf der internationalen Ausstellung STOCKHOLMIA 2019 besichtigt werden (Stand 1, Level 5).

Interessenten, die nicht nach Wies­ba­den reisen können, aber dennoch zeitgleich während der Versteigerungs­tage direkt gegen den Auktionssaal bieten möchten, sei das bewährte System zum Online-Live-Bieten unter www.heinrich-koehler.de empfohlen.


Bildbeschreibung: Der legendäre Baden-Fehldruck startet mit 800 000 Euro.

» www.heinrich-koehler.de

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