70. Jahrgang

Auktionsberichte

234.-243. Corinphila-Auktion: Briefmarken der Sammlung ERIVAN erzielten Höchstpreise


13.07.2019 | Der erste Teil des Verkaufs der legendären Briefmarkenkollektion "Ös­ter­reich & Lombardei-Venetien" aus der Sammlung ERIVAN war einer der zahlreichen Höhepunkte der Corinphila-Versteigerungsserie vom 11. bis 17. Juni 2019 in Zürich. Ein anonymer Bieter aus Italien ersteigerte die wertvollste Rarität, den "Vicenza-Brief" von Lombardei-Venetien, für 150 000 Schweizer Franken. Diese und weitere Raritäten waren Teil der beispiellosen Briefmarkensammlung des deutschen Unternehmers Eri­van Haub. Insgesamt erzielten die 90 seltenen Briefmarken und Brie­fe, die am 14. Juni 2019 in Zürich unter den Hammer kamen, eine Sum­me von über einer halben Million Schweizer Franken!


Bestätigung für positiven Trend in der Philatelie

Im Jahr des 100-jährigen Firmenju­bi­läums kam mit den Auktionen 234 bis 243 das größte und wertvollste Ange­bot der vergangenen 20 Jahre zum Aus­ruf. Zehn Auktionskataloge, davon neun Sonderkataloge, boten Philatelie und Postgeschichte der Spitzenklasse, be­gehr­te Raritäten, einzigartige Samm­lun­gen und zahllose Höhepunkte an al­len Tagen.

Die eidgenössische Philatelie beeindruckte er­neut mit beachtlichen Zu­schlä­gen. Die Schwe­izer Klassik bot begehrte Ein­zelmarken, Brief­stücke und Brie­fe, die erneut auf gro­ße Nach­fra­ge trafen. Den Spitzenzuschlag sicherte sich die abgebildete Rayon II 10 Rp im Erstabzug mit vollständiger Kreuzeinfassung, die 95 000 (70 000) Franken er­zielte (Los 8318). Ei­ne Genfer Waadt 4 im waagerechten Paar auf Briefstück wurde für 90 000 (60 000) Franken zu­geschlagen (Los 8105). Eine wunder­schöne Basler Tau­be im sog. Probe­druck im senkrechten Luxus­paar mit großer Bo­genecke konnte ihren Start­preis von 20 000 Fran­ken sogar mehr als verdoppeln und wurde für 46 000 Fran­ken verkauft (Los 8121). Mit einer Stei­gerung um mehr als das Vierfache be­eindruckte eine Zürich 4 mit farblosem Prägestempel des Papierherstel­lers, die für 25 000 (6000) Franken einen neuen Besitzer fand (Los 8033).

Ein Trend, der sich auch in der zu­rückliegenden Auk­tion eindrucksvoll bestätigte, war die anhaltend starke Nach­frage nach un­gebrauchten Briefmarken der Klas­sik und Semi-Klas­sik. Sammelgebiete von Europa bis Übersee setzten mit den begehrten Aus­gaben des 19. Jahrhunderts neue Maß­stäbe, wie diverse Beispiele belegen. Eine wunderschöne, ungebrauchte 4 Pence von Ceylon aus dem Jahr 1859 erzielte sensationelle 65 000 (30 000) Franken (Los 284, Abbildung oben), ein ungebrauchter zinnoberroter Mer­kur von Österreich steigerte von 7000 Franken Startpreis auf beeindruckende 27 000 Franken (Los 1901), und eine ungebrauchte 8 Pence von Neusüdwales erhielt den Zuschlag bei 17 000 (7500) Franken (Los 3512). Honduras bot mit seinen beiden ersten Luftpostmarken eine sagenhafte Stei­gerung um mehr als das Zehnfache des Startpreises: Die beiden Marken wurden für 28 000 (2500) Franken zugeschlagen (Los 5463).

Auch der Son­der­katalog "Groß­bri­tannien 1840-1910" begeisterte mit Spitzen­er­geb­nissen für un­gebrauchte Mar­ken: ein tadelloser Vie­rer­block
der "One Penny Black" aus der Ferrari-Sammlung (1922) erzielte 42 000 (30 000) Fran­ken (Los 3009), ein waagerechter Viererstreifen der 2 d. Blau aus der Kollektion von König Carol II von Ru­mänien (1951) fand für 65 000 (60 000) Franken ein neues Zuhause (Los 3016), und ein spektakulärer un­gebrauchter Block von zehn Marken der 10 d. Braun von 1848 wurde für 50 000 Franken zugeschlagen (Los 3083). Das Angebot "Kap der Guten Hoff­nung" aus der Kollektion Besançon be­stach mit einem exquisiten Paar der 1 S. grün, das auf 27 000 (20 000) Fran­ken gesteigert wurde (Los 4074, Ab­bildung oben). Einen beachtlichen Zu­schlag von ebenfalls 27 000 Franken konnte eine Woodblock 1 d. erzielen, die bei 10 000 Franken gestartet war. Erwähnenswert ist auch eine ungebrauch­te Woodblock 4 d. in Blau, die für großartige 42 000 (30 000) Franken zugeschlagen wurde (Los 4103).

Herausragend verlief der Verkauf des Angebotes "Chile - Kolumbus Aus­ga­ben" (II) aus der Sammlung von Jo­seph Hackmey. Die ungebrauchten klassischen Ausgaben erzielten Zu­schläge, die in weiten Teilen deutlich über den Preisen von MICHEL und Scott lagen - mit Steigerungen um ein Vielfaches der Startpreise. Beispielhaft genannt sei eine seltene ungebrauchte 5 C. Ko­lum­bus Mattbraun (Los 6060), Katalogwert nach Scott 1000 US Dol­lar, die für 500 Franken ausgerufen und bis auf 4600 Franken gesteigert wurde. Das entspricht 460% des Katalog­wertes! Auch das darauf folgende Los (6061), eine ungebrauchte 5 C. Ko­lumbus in Oran­gebraun, erzielte nach einem Startpreis von 500 Franken beachtliche 3000 Fran­ken - bei einer Katalognotierung von 1450 US Dollar im Scott satte 210% Katalogpreis! Und dies sind nur zwei Beispiele. Die Briefmarkenkataloge Scott und wohl auch MICHEL müssten nach dieser Auktion ihre Katalogpreise er­heb­lich anpassen.

"Provenance sells"

Ein weiterer Faktor, der in den letzten Jahren zunehmend mehr an Bedeu­tung gewonnen hat, ist die Provenienz seltener Stücke. "Provenance sells", brachte Karl Louis, geschäftsführender Gesellschafter des Corinphila-Auktions­hauses, diesen Trend bereits in der laufenden Auktion auf den Punkt. Inten­sive Bietergefechte und vielfach außergewöhnlich hohe Zuschläge waren Fol­ge der starken Nachfrage nach Mar­ken mit prominenter Herkunft. Der "phil­atelistische Stammbaum" beflügelt das Interesse und die Fantasie der Brief­mar­kensammler. Das Wissen da­rum, dass eine seltene Marke oder ein interessanter Brief bereits die Kollektion eines berühmten Vorbesitzers krönte, steigert das Engagement der Bieter spürbar, wie die zurückliegende Verstei­ge­rungs­serie eindrucksvoll belegen konnte.

Erfolgsfaktor: Online-Live-Bieten

Die Entwicklung der vergangenen Jah­re lässt keinen Zweifel daran: On­line-Live-Bieten via Internet ist Gegen­wart und Zukunft des Auktionswesens. Die aktuellen Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Eine Zuschlagsquote bei überseeischen Sammelgebieten von mehr als 50% an Internet-Bieter, die über das bewährte System zum Online-Live-Bieten erfolgreich an der Auktion teilgenommen haben, belegt den Trend eindrucksvoll.
Im Vergleich zu konkurrierenden „Auk­tionsplattformen“ im Internet liegen die Vorteile für den interessierten Käu­fer auf der Hand. Anstelle eines starren, zeitgebundenen Verkaufs ge­gen Höchst­gebot zu einem festgelegten Zeit­punkt, bietet die Kombination aus traditioneller Saalauktion mit Online-Teil­nahme in Echtzeit alle Möglich­keiten: spontane Entscheidungen können ohne Zeitdruck getroffen werden, der Bieter kann kurzfristig reagieren, wenn es darauf ankommt, ein Zuschlag er­folgt erst, wenn keine Gebote mehr ein­gehen, und es besteht immer die Möglichkeit, kurzfristig das Budget an­zupassen und nochmals ins Auk­tions­geschehen einzugreifen. Bieter aus aller Welt nutzen diese Vorteile mit großem Erfolg, wie die Auktionen der letzten Jahre gezeigt haben - Tendenz steigend.

Auch für Einlieferer, die so eine weitaus größere Reichweite für den Verkauf ihrer philatelistischen Schätze erreichen, ist dies ein entscheidender Erfolgsfaktor. Die Wahl eines Auktions­hau­ses, das diese Entwicklung aktiv mitgestaltet und alle Möglichkeiten der Teil­nahme bietet, zahlt sich für den Ein­lieferer nachweislich aus.

Die vollständige Ergebnisliste ist online unter www.corinphila.ch verfügbar.

Die nächste Corinphila-Auktionsserie findet vom 3. bis 7. Dezember 2019 in Zürich statt. Im Rahmen der Dezem­ber-Auktionsserie werden unter anderem die ersten Teile der Kollektionen "Schweizer Kantonal- und Bundesmar­ken" sowie "Zeppelinpost" aus der Samm­lung ERIVAN ausgerufen. Hier bietet sich erneut die Gelegenheit zum Erwerb größter Seltenheiten aus der einmaligen Sammlung des Unter­neh­mers Eri­van Haub.


Bildbeschreibung: Erzielte mit 150 000 Franken den Top-Zuschlag: der "Vicenza-Brief".

» www.corinphila.ch

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Auktionskalender

DatumAuktion
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30.08.2019
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06.09.2019
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07.09.2019
14. Versteigerung Auction Galleries Hamburg
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DatumVeranstaltung
22.08.2019 Briefmarken-Tausch­­tag
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25.08.2019 Tausch­­tag
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25.08.2019 Tausch­tag
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