70. Jahrgang

Auktionsberichte

Insider wussten Perlis-Postkarte zu schätzen


30.06.2012 | BIETIGHEIM-BISSINGEN Befragte man Christoph Gärtner nach seiner Mai-Auktion zum Grad seiner Zufrieden­heit, so konnte man schon an der entspann­ten Miene des Auktionators ablesen, dass diese wieder einmal sehr erfolgreich über die Bühne ge­gan­gen war. Dank der erneuten Re­kord­be­teiligung von über 1000 Einlieferern in der 22. Auktion vom 8 bis 12. Mai kamen mehr als 21 500 Lose aus der ganzen Welt zusammen. Über 3000 Bieter er­möglichten einen Ge­samtumsatz von über 5,8 Millionen Euro (vor Steuern).


Ein Antwortteil einer chinesischen Ganzsa­chen­karte aus 1908 mit Zu­satzfrankatur re­tour ge­sandt von Island kletterte von 35 000 auf 47 000 Euro. 26 000 (25 000) Euro brachte eine Mischfrankatur Bayern-Indien aus 1855 auf umgeleitetem Brief. Eine eingeschriebene Postkarte aus Perlis, einem malaiischen Staat, aus 1910 nach Norwe­gen schoss von 400 auf sensationelle 18 000 Euro Zuschlag. Ein Brief vom Hin­den­burg-Absturz 1937 wechselte für 7800 (4000) Euro den B­e­sitzer. Ein Ersttagsbrief der One Penny Black von Großbritannien stieg von 30 000 auf 36 500 Euro. Die nicht verausgabte 12 Kreuzer blau von Österreich 1850 mit Versuchs­stempel erzielte 105 000 (100 000) Euro. Zum Schätzpreis von 30 000 Euro lief eine bayerische Paketkarte nach Guatemala. 19 000 (15 000) Euro war ei­nem Bieter eine seltene Dreifach-Misch­fran-katur des Deut­schen Reiches auf eingeschriebener Orts-Postkarte wert. 25 500 (25 000) Euro brachten die beiden letzten, nicht mehr verausgabten Marken des Deut­schen Reiches.

Auch im Sammlungs-Bereich gab es bemerkenswerte Zuschläge, etwa 10 500 (1000) Euro für ein Objekt VR China 1950-1972 mit Schwerpunkt Kulturrevolution. Eine gehaltvolle Sammlung Britische Kolonien 1840-1900 sprang von 15 000 auf 27 000 Euro. 16 000 (11 000) Euro kostete eine vorzügliche Kollektion Olympische Spiele 1896-2000. Eine Großbritannien-Sammlung 1840-1980 kletterte von 10 000 auf 21 000 Euro, eine postfrische Luxussammlung Liechtenstein 1912-1961 von 50 000 auf 60 000 Euro. 19 Kartons mit dem Nachlass "Hindenburg" mit Schwerpunkt auf diesem Thema erlösten 48 000 (20 000) Euro. Eine Sammlung mit 180 Baden-Belegen aus dem Zeitraum 1851 bis 1871 lief zur Taxe von 80 000 Euro. Zum Ausruf von 50 000 Euro wurde eine große Bayern-Spezialsammlung zugeschlagen. Ein ebenfalls spezialisiertes Objekt des Deutschen Reiches 1900-1936 steigerte von 17 000 auf 21 000 Euro. Ein kleiner "Schatz" mit 32 Gold- und Silbermünzen brachte den Schätzwert von 20 000 Euro.


Bildbeschreibung: Sprang bei Christoph Gärtner von 400 auf 18 000 Euro: Postkarte aus dem malaiischen Staat Perlis.

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