70. Jahrgang

Auktionsberichte

227.-233. Corinphila-Auktion: Internationale Spitzenphilatelie setzt Maßstäbe


28.12.2018 | Mit einem ebenso umfangreichen wie hochwertigen Programm sorgte die Versteigerungsserie mit den Auktionen 227-233 der Corinphila aus Zürich bereits im Vorfeld für großes Aufsehen. Ein sensationelles An­ge­bot klassischer Philatelie und Postgeschichte aus aller Welt, präsentiert in sieben Katalogen, ließ zahlreiche Sammlerherzen höher schlagen. Der Vorfreude folgte vom 26. November bis 1. Dezember 2018 eine rekordverdächtige Bieterbeteiligung mit hochspannenden Gefechten, die in teils spektakulären Zuschlägen gipfelten. Neben dem gewohnt großen Andrang vor Ort - zahlreiche Kunden von allen Kontinenten hatten sich in Zürich eingefunden - bot erneut die starke Beteiligung der Online-Bieter Anlass zum Staunen. Dank des überaus intensiven "Zusam­men­spiels" dieser Erfolgsfaktoren stand am Ende eine unglaubliche Ver­kaufs­quote mit Steigerungen um ein Vielfaches der Startpreise sowie di­versen Spitzenergebnissen bei nahezu allen Sammelgebieten.


Ungebrauchte Ausgaben der Klassik im Fokus

Ein Trend, der sich auch in der zurückliegenden Auktion bestätigte, war die anhaltend starke Nachfrage nach un­gebrauchten klassischen Briefmarken aus dem 19. Jahrhundert. Das hochwertige Angebot im Hauptkatalog bot hier viele Gelegenheiten, darüber hin­aus aber auch weitere Seltenheiten wie z. B. einzigartige Briefe oder ge­suchte Stempel verschiedenster Sam­melge­biete. Beispielhaft genannt seien Ägyp­ten, Ceylon und Neuseeland, deren Offerten hart umkämpft waren und herausragende Ergebnisse erzielten. Sensationell präsentierte sich (er­neut!) das Sammelgebiet Rumänien, das mit unglaublichen Zuschlägen be­eindruck­te. Ein Höhepunkt war si­cher­lich der "Burrus-Brief" (Los 1296), eine Mehrfach­frankatur der 6 Parale ziegelrot (MiNr. 9 Ixa im 6er-Streifen sowie zwei waagerechten Paaren) auf Ein­schrei­ben. Die bekannte Rarität mit ex­klu­si­ver Provenienz steigerte nach einem Ausruf von 12 000 Franken auf 38 000 Franken. Süd­ame­rika glänzte mit ei­nem der schönsten Ochsenaugenbriefe Brasiliens (Los 123). Kürzlich noch im Rahmen ei­ner UPU-Ausstellung im Mu­seum für Kom­mu­ni­kation in Bern prä­sentiert, erzielte die literaturbekannte Mehr­fachfrankatur der 60 Reis von 1843 einen grandiosen Zuschlag von 29 000 (10 000) Franken.

Unbestrittener Höhepunkt für Süd­ame­rika-Liebhaber war die "Sammlung Jo­seph Hackmey", eine einzigartige Kol­lektion der "Colon-Ausgaben" (Kolum­bus-Ausgaben) von Chile. Unter höchsten Ansprüchen an Qualität und Sel­tenheit zusammengetragen, überzeugte der erste Teil der Kollektion mit Mar­ken und Briefen von unvergleichlicher Schön­heit. Wie groß das Interesse an den Pretiosen war - dar­unter diverse spektakuläre Einheiten, seltene Probe­dru­cke, aber auch at­traktive Brie­fe -, be­weist die Tat­sache, dass nur zwei Lose unverkauft blieben.

Den Spitzenzu­schlag mit einer be­acht­lichen Steigerung um das Vierf­ache des Ausrufs sicherte sich Los 5137, ein Brief nach Valparaiso mit einem 4er-Streifen der 5 Centavos von 1854 in einzigartiger Kombination mit einer 5-Centavos-Marke von 1855 so­wie einer 10 Cen­tavos von 1854 (Aus­ruf: 5000 Franken, Zuschlag 20 000 Franken). Weitere eindrucksvolle Raritä­ten und Ausnahme­stücke werden mit dem zweiten Teil der Chile-Kollektion von Joseph Hack­mey im Rahmen der Corinphila-Auk­ti­on im Juni 2019 angeboten.

Eine weiterer höchst verheißungsvoller "Auftakt" war der Kollektion "BESANÇON - Kap der Guten Hoffnung" be­schieden. Die wertvollen Seltenheiten dieser klassischen Sammlung mit den weltberühmten Kap-Dreiecken, darunter nur ausgewählte Lose von ungebrauchten Einzelmarken über Einheiten bis hin zu wunderschönen Briefen, über­zeugten auf ganzer Linie. Die hand­verlesenen Stücke waren überaus be­gehrt und steigerten auch in den höheren Preisklassen in beachtliche Sphä­ren. Der legendäre "Woodblock"-Farb­fehldruck ex Ferrari/ex Burrus (Los 6086) wurde nach einem Ausruf von 50 000 Franken auf sage und schreibe 110 000 Franken gesteigert, um nur ein Beispiel zu nennen. Weitere Rari­täten dieser Kollektion werden im Juni 2019 bei Co­rinphila offeriert.

"Meilenstein" bei Australien

Als Abschluss der be­merkenswerten Ver­steigerungsserie des Sammelgebietes Aus­tralien präsentierte Corinphila mit dem letzten Teil des Ver­kaufs der legendären Australien-Kol­lektion "BESANÇON" neben dem Son­der­katalog "Aus­trali­sche Staaten" einen sehr bemerkenswerten Samm­lungsteil "Süd­australien-Dienst­marken 1868-1874", der ebenfalls in einem Sonderkatalog dokumentiert wurde. Der Stellenwert dieser einzigartigen Sammlung der sog. "Depart­men­tals" lässt sich allein an der Tatsache erkennen, dass diese Ausgaben im Stanley-Gibbons-Katalog zwar erfasst, bislang jedoch nicht bewertet sind. Die angebotene Kollektion wies zugleich eine unglaubliche Menge wie auch ei­ne nie dagewesene Vielfalt dieser Dienst­marken auf. War im Vorfeld bereits mit einem hohen In­te­resse ge­rechnet wor­den, übertraf der Verkauf letztlich alle Erwar­tungen. Stei­gerungen bis zum 30-fachen des Aus­rufes, eine un­glaub­liche Verkaufs­quote sowie eine nie da­gewesene Beteil­i­gung der Bieter via Internet sowie vor Ort brachen alle Re­korde. Allein vier Kunden aus Australien nahmen direkt am Geschehen im Zü­richer Auktionssaal teil und kämpften mit gleichzeitig bis zu 50 Online-Bie­tern um die begehrten Lose. Die Er­geb­nisse dürfen zurecht als Meilenstein der Australien-Philatelie gelten und als neu­er Maßstab für eine zukünftige Katalog­bewertung dieser Ausgaben.

Der letzte Sammlungsteil "Australische Staaten" wusste mit mehr als 1000 Lo­sen ebenso zu beeindrucken und war ein würdiger Abschluss des höchst er­folgreichen Verkaufs der "BESANÇON"- Australien-Kollektion. Erneut reich an Höhepunkten waren es diesmal die mit "G.R.I." überdruckten deutschen Kolo­nialausgaben von Deutsch-Neuguinea und den Marshall-Inseln, die die Spit­zenzuschläge erzielten. Eine tadellose ungebrauchte 10-Pf-Brief­marke Deutsch- Neuguineas mit Überdruck 1 d. auf 2 d. von 1915 (Los 3942) brachte es auf einen Top-Zuschlag von 34 000 (10 000) Franken. Der 5-M.-Wert der Mar­shall-Inseln mit Überdruck "5 S." (Los 3987) in ungebrauchter Erhaltung steigerte auf beachtliche 29 000 (10 000) Fran­ken.

Schweizer Philatelie vom Feinsten

Automobil-Pionier Sir Frederick Henry Royce, Mitbegründer der Firma Rolls-Royce, gilt als Urheber des ins Deut­sche übersetzten Zitats: "Die Qualität bleibt bestehen, wenn der Preis längst vergessen ist." Ein Motto, das wohl auch die wahren Liebhaber der Schweizer Phil­atelie beherzigen, wie man vermuten darf. Als bestes Beispiel dürfen die Spitzenstücke der bei Corinphila angebotenen eidgenössichen Raritäten dienen. Allem voran waren es diesmal zwei Basler Tauben, die sich in tadelloser Schönheit auf Brief präsentierten. Das eine Exemplar, ein "wunderschöner Taubenbrief, von seiner Qualität und Attraktivität her geht es nicht mehr besser", wie es in der Losbeschreibung zu lesen ist, war eines der Highlights aus der Sammlung Jack Luder (Los 7018). Nach einem Ausruf von 25 000 Franken wurde das Ausnahmestück auf 95 000 Franken gesteigert. Übertroffen wurde dieses Exemplar von einer weiteren traumhaft schönen "Basler Taube" mit breitem Bogenrand auf Brief nach Mühlhausen aus dem Spezialkatalog Schweiz (Los 8130). Der Beleg erzielte sogar einen Zuschlag von 105 000 (30 000) Franken. Der krönende Höhe­punkt stammte dann wieder aus der Samm­lung Jack Luder: Eine attraktive Rayon I hellblau 5 Rp. im Erstabzug mit vollständiger Kreuzeinfassung, sauber entwertet mit Rautenstempel (Los 7108), erzielte stolze 125 000 (60 000) Franken.

Die vollständige Ergebnisliste ist online unter www.corinphila.ch verfügbar.


Bildbeschreibung: Dieser Ausnahmebrief mit einer "Basler Taube" aus der Sammlung von Jack Luder kletterte von 25 000 auf 95 000 Franken.

» www.corinphila.ch

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12.11.2019 Tausch- und Infor­ma­tionsabend
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12.11.2019 Vereins­abend
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