69. Jahrgang

Auktionsberichte

"Bernstein"-Sammlung mit vielen Top-Zuschlägen!


25.06.2011 | HAMBURG Es war die Altdeutschland-Auk­tion des Jahres - so die Meinung vieler Be­rufsphilatelisten, die extra zur 330. Schwan­ke-Auktion am 14. Mai nach Ham­burg an­gereist waren. Die Auktion, die in der phil­atelistischen Fachpresse bereits im Vorfeld sehr beachtet worden war, zeigte, dass die augenblickliche Aufnahmefähigkeit des Marktes für klassisches Material in erlesener Qualität ganz hervorragend ist, auch wenn in der "Bernstein"-Sammlung nur drei altdeutsche Staaten vertreten waren. Die erstklassige Präsentation der Auktions­lose in einem Luxuskatalog und eine "Wohlfühl­stimmung" bei einer klassischen Saal-Auktion machten allen Auktionsteilneh­mern schnell bewusst, dass hier etwas Be­sonderes versteigert wurde.


Hamburg war mit 91 Positionen das kleinste Angebot, aber brachte doch gute Re­sul­tate bei der geschnittenen Ausgabe, wenn auch die beiden 9-Schilling-Franka­turen mit 10 000 bzw. 8500 Euro etwas hinter den Schätzpreisen blieben. Ein Paar der Mi­Nr. 1 (Zuschlag 1400 Euro) und ein Brief mit MiNr. 2, 4 im Paar und 6 nach New York, bei dem eine Marke fehlte (2000 Eu­ro), überraschten ebenso wie eine Ganzsache MiNr. U3 mit Zusatz­fran­katur für 3200 Euro oder ein Brief mit zwei Exemplaren der MiNr. 12 I für 1100 Euro. Der Maracaibo-Brief mit zwei­mal der MiNr. 18 und MiNr. 11 blieb mit 13 500 Euro etwas unter der Taxe.

Lübeck, mit 181 Positionen vertreten, wur­de schon ab den Angeboten der Vorphil­atelie im Saal umkämpft und folglich fast komplett verkauft, wobei folgende Resultate besonders auffielen: MiNr. 3 F auf Briefstück (5400 Euro), Brief mit Paar der MiNr. 4 (5200 Euro), Einzelfrankatur MiNr. 7 (2600 Euro), Buntfrankatur der letzten Ausgabe auf Inseratenrechnung (4700 Euro), Letzt­tagsbrief mit Dreierstreifen der MiNr. 9 (8400 Euro), Viererstreifen der MiNr. 9 B auf Brief (22 000 Euro), Buntfrankatur Wappen­ausgaben auf Ganzsache (4000 Euro) und Postanweisung mit zweimal der MiNr. 14 (8000 Euro).

Oldenburg begann mit der MiNr. 1 im waagerechten Dreierstreifen auf Brief (9000 Euro). Bemerkenswerte Ergebnisse erzielten außerdem eine Mischfrankatur aus MiNr. 3 und 4 auf Brief nach England (4400 Euro), eine Mischfrankatur zwischen der 2. und 3. Ausgabe (4100 Euro), ein Recobrief mit ei­nem waagerechten Paar der MiNr. 7 (10 000 Euro) sowie ein Unterrandpaar der MiNr. 8 auf Brief (20 000 Euro). Die dritte Mar­ken­ausgabe brachte die höchsten Zu­schläge mit 20 000 Euro für einen Drei­erstreifen der MiNr. 10 a auf Brief und mit 9400 Euro für einen Recobrief mit zweimal der MiNr. 13. Auslandspost von Olden­burg ist selten, ganz besonders Post nach überseeischen Ländern. Herausragend in dieser Abteilung war ein Recobrief in die USA, der 16 000 Euro erlöste. Auch die Ganzsachen wurden fast sämtlich verkauft. Zum Highlight wurde das Titelstück des Kataloges, eine Ganz­sa­che MiNr. U1 mit Zusatzfrankatur der MiNr. 11 b und 12, die für 22 000 Euro den Be­sitzer wechselte. Zum Abschluss der Abtei­lung kamen die Abstempelungen von Ol­denburg, die be­merkenswerte Seltenheiten aufwiesen. Be­sonders umkämpft der Stem­pel "Rothenkir­chen" auf Brief mit der MiNr. 6, für den der Hammer bei 5800 Euro fiel.

Insgesamt war es ein Auktionsevent, das so­wohl die anwesenden Sammler als auch Be­rufsphilatelisten in Zeiten von Internet-Auk­tionen und "online-live-bidding" mit Ver­gnügen genießen konnten, zumal der fast siebenstündige Auktionsmarathon durch ein "maritimes" Büfett und Ham­burger But­terkuchen aufgelockert wurde. Allen Auk­tionsteilnehmern wurde ein Son­derdruck des Auktionshauses "Die Stein­druck­fehler von Oldenburg" überreicht.

Am Ende übertraf das Gesamtergebnis den Schätzwert bei weitem. Sämtliche Ergeb­nisse sind auf der Webseite des Auktions­hau­ses einzusehen.
Internet:


Bildbeschreibung: Steigerte von 1500 auf 3600 Euro: Dreifarbenfrankatur aus dem oldenburgischen Brake nach San Francisco.

» www.schwanke-auktionen.de

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