69. Jahrgang

Auktionsberichte

169.-172. Corinphila-Auktion: 162 000 Franken für eine Schweizer Währungs-Mischfrankatur!


29.09.2011 | Ungeachtet der Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten wurden bei der am 10. September 2011 beendeten Corinphila-Auktion in Zürich Spitzenpreise für seltene Briefmarken der Schweiz verzeichnet. Das teuerste Stück wurde mit 135 000 Franken zugeschlagen, im Endergebnis mit Auktionsaufgeld also 162 000 Franken. Dabei handelt es sich um einen Währungs-Mischfrankaturbrief aus dem Jahr 1850 mit drei Genfer Briefmarken "Waadt 5" zu 5 Centimes, die mit zwei Brief­marken der damals neu gegründeten Schweizer Bundespost zu jeweils 10 Rappen auf einem Brief von Genf nach Rheinfelden verwendet wurden (Abbildung siehe DBR 8/11, Seite 54).


Erlös für Projekte eines Kinderhilfswerks

Weitere herausragende Ergebnisse wa­ren 120 000 Franken (inkl. Aufgeld) für einen Streifen von neun ungestempelten Exemplaren der "Waadt 5" mit oberem Bogenrand sowie 96 000 Fran­ken (inkl. Aufgeld) für einen Brief der ersten Schweizer Briefmarke, einer "Zü­rich 4 Rappen" aus dem Jahr 1843. Das Besondere an dieser Verwendung war das handschriftlich taxierte Nachporto von 2 Rappen, denn für die Strecke von Zürich nach Altstetten waren 6 Rappen Kantonales Porto erforderlich.

Bei den Schweiz-Stücken handelt es sich um die Pretiosen einer großen Schweizer Briefmarkensammlung, die in vier Teilen bis 2013 unter dem Pseu­donym "SEEBUB" angeboten wird. Der gerade abgeschlossene Verkauf des ersten Teils erbrachte einen Erlös von weit über 1,3 Million Franken. Der Verkauf erfolgt zu Gunsten eines Fonds, dessen Erträge helfen sollen, die Projekte des Schweizer Kinderhilfswerkes Kiriat Yea­rim in Israel langfristig finanziell zu un­terstützen. Über den anonymen Spen­der ist bekannt, dass er Schweizer Bür­ger ist und Kindheit und Jugend am Zürichsee verbrachte.

Die über 30 Jahre aufgebaute Brief­markensammlung, die Experten seit vielen Jahren unter dem Pseudonym "SEEBUB" kennen und die auf der Brief­marken-Weltausstellung IBRA ’99 in Nürnberg den Grand-Prix Interna­tional erhielt, enthält die wertvollsten Rari­tä­ten der Schweizer Philatelie.

Das mit der Spende begünstigte Schwei­zer Kinderdorf Kiriat Yearim hilft sozial benachteiligten jungen Menschen aller Konfessionen in Israel, ihre Zukunft positiv zu gestalten. Das Kinderhilfs­werk ist seit 60 Jahren mit Bildungs­programmen für die israelisch-arabische Bevölkerung in Israel tätig. Kiriat Yearim erfüllt die Qualitätsanfor­de­run­gen der in der Schweiz offiziell anerkannten Zertifizierungsstelle ZEWO.

Höchster Preis für eine Marke der Ukraine!

Ein weiterer Hö­hepunkt der Auk­tion war der Ver­kauf der Ukraine-Kollektion des ka­nadischen Samm­lers Dr. Ron Ze­lonka. Aus aller Welt waren Samm­ler und Händler angereist und lieferte sich heftigste Bietgefechte im voll gefüllten Auktionssaal. Herausragendes Stück war eine Überdruckmarke der West­ukrai­ne auf einer österreichischen Feld­postmarke zu 10 Kronen aus dem Jahr 1919, für die ein Ergebnis von 52 800 Franken (inkl. Aufgeld) verzeichnet wur­de. Ein Experte erklärte noch im Auktionssaal, dass dieses Ergebnis den höchsten jemals erzielten Preis für eine Marke des Gebietes Ukraine darstellt.

Ein seltener Fehldruck der Ausgabe 1859 von Kolumbien, eine irrtümlich in die Druckplatte der 20 Centavos eingefügte 5-Centavos-Marke im Paar mit der 20-Centavos-Normalmarke, er­reich­te 31 200 Franken (inkl. Aufgeld).

Rumänien mit dem 2. Teil der internationalen Grand-Prix-Ausstellungs­samm­lung "MOLDAU" erzielte ebenfalls ho­he Preise (alle Angaben mit Aufgeld):
102 000 Franken für einen Brief mit zehn Exemplaren der Ausgabe 1862, 3 Parale auf grünlich-blauem Papier;
74 400 Franken für die oben abgebildete rosa-blaue Kom­bination der Och­senköpfe 1858, 27 Parale mit 81 Pa­rale;
66 000 Franken für den Brief mit je­weils einem Paar 40 Parale und 80 Pa­rale der Ausgabe 1858, zweite Aus­gabe Ochsenköpfe.

Bei Österreich brachte ein herr­liches ungebrauchtes Stück des "Zinnober Merkur" 66 000 Franken (inkl. Auf­geld). Ein Brief der Dop­pel­adler-Aus­ga­be von 1863/64 nach Shanghai in Chi­na erzielte 40 800 Franken (inkl. Auf­geld).

Karl Louis, Geschäftsführer von Corin­phila Auktionen, berichtete von zunehmendem Interesse nach seltenen Brief­marken in den letzten Monaten. Viele Kunden hätten in der Vergangenheit in komplex strukturierten Kapitalanlagen erhebliche Verluste erlitten und würden sich nun wieder Sachwerten mit zusätzlich emotionalem Werten zu­wenden.


» www.corinphila.com

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