69. Jahrgang

Auktionsberichte

20. Gärtner-Auktion: Bieterkampf um einmalige Brustschild-Frankatur!


03.12.2011 | Mit einem wieder einmal umfassenden Angebot wartete Christoph Gärtner zu seiner mittlerweile 20. Versteigerung auf: Mehr als 18 000 Lose, die in acht Katalogen sowie im Internet bestens präsentiert wurden, beeindruckten mit einer selten gesehenen Breite und Variation der weltweiten Philatelie. Gut 800 Einlieferer bildeten dazu die Basis, und annähernd 2700 Bieter beteiligten sich schriftlich, telefonisch oder persönlich. Sie sorgten in herzlicher und harmonischer Umgebung für ei­nen Umsatz von gut 5 Millionen Euro (vor Steuern).


Breites Kaufinteresse

Das absolute Highlight der Auktion war zweifelsohne die einzigartige Paket­kar­te aus der Brustschildzeit, die, nebst ei­ner 7 Kreuzer, mit 22 Exemplaren der 18 Kreuzer (großer Schild) frankiert und für ein 2 kg schweres Paket 1874 von Ettlingen nach St. Louis/USA verschickt wurde. Von den insgesamt verklebten 403 Kreuzern (oder 6 Gulden, 43 Kreuzer), darunter mit einem waagerechten Zwölferblock die größte bekannte Einheit der 18 Kreuzer, entfielen nur 18 Kreuzer für den inländischen Portoanteil! Diese Paketadresse, die zudem noch durch ihre frische, gu­te Erhaltung, die glasklaren Entwer­tun­gen und somit durch ihren hohen Grad an Attraktivität besticht, stammt aus der berühmten Boker-Sammlung und kann mit Fug und Recht als eines der bedeutendsten Stücke der Deutsch­land-Philatelie nach 1872 überhaupt bezeichnet werden. Sie war mit 150 000 Euro angesetzt. Zwei Bieter lieferten sich einen beherzten Kampf, der bei 200 000 Euro (238 000 Euro inkl. Aufgelder) endete.

Ebenso grandios ist die wohl weltweit bedeutungsvollste Sammlung der Flug­post Neufundlands, die "Peter Mot­son"-Kollektion, gespickt mit Raritäten und Unikaten, die zum letzten Mal in London 2010 zu sehen war und mit Großgold ausgezeichnet wurde. Sie konnte für 400 000 Euro zugeschlagen werden. Abbildungen der kompletten Samm­lung können übrigens immer noch im Internet unter www.stamp-auctions.de bewundert werden.

Darüber hinaus gab es weitere bemerkenswerte Resultate.

Volksrepublik China: Ein gestempeltes Exemplar der 1968 nach wenigen Stun­den zurückgezogenen Marke "Das ganze Land ist Rot" (Start 20 000 Euro, Ergebnis 58 310 Euro inkl. Aufgelder) oder eine umfangreiche, meist postfrische Sammlung 1949-1999, die von 30 000 auf 72 000 Euro gesteigert wur­de, belegten das ungebrochene Inte­resse an diesem Gebiet.

Flugpost: Ein "De Pinedo"-Brief von Neufundland 1927 (nicht aus der Gold­sammlung "Motson") steigerte von 5000 auf 7200 Euro, ein Zep­pelinbrief aus 1932 mit einer Misch­frankatur Russland/Deutsches Reich 2 RM "Polarfahrt" von 300 auf 7400 Euro.

Thematik: Eine große, umfassende Aus­stellungssammlung "Geschichte des Weinbaus" startete mit 25 000 Euro und brachte schließlich rund 33 440 Euro (inkl. Aufgeld). Eine große Kol­lektion "Weltraum" in 86 Alben kletterte von 8000 auf 17 000 Euro.

Island: Eine Ausstellungssammlung aus dem Zeitraum 1839 bis 1930 stieg von 15 000 auf 24 000 Euro.

Münzen: Eine 500-$-Silbermünze der Britischen Virgin Islands (Zuschlag 5000 Euro) oder die 12 Unzen-Gold­münze "Panda" der Volksrepublik Chi­nas von 1984 (Start 10 000 Euro, Er­gebnis ca. 34 000 Euro inkl. Aufgelder) sorgten hier für Glanzlichter.

Starker Deutschland-Teil

Im starken Deutschland-Teil fanden u.a. eine Baden 1860 3 Kreuzer violettblau im ungebrauchten Viererblock (Zu­schlag 20 000 Euro), eine Bayern 1849 6 Kreuzer (Typ I) ungebraucht (Ausruf und Zuschlag 25 000 Euro) und eine Württemberg 1921 40 Pf karminrot ungezähnt im gestempelten Paar und in Mischfrankatur auf Brief (Zu­schlag 35 000 Euro) einen neuen Be­sitzer. Dazu gesellten sich viele weitere Besonderheiten bis hin zu einem ganz besonderen Markenheftchen der Bi­zone. Es handelte sich um ein Vorla­gestück von 1945 (AM-Post) mit Auf­druck "Specimen", das für 16 000 (15 000) Euro zugeschlagen wurde.

Zum Abschluss stießen auch die kompletten Nachlässe auf großes Interesse. Ein großer Europa-Nachlass in 140 Alben sprang von 45 000 auf 69 000 Euro. Ebenso begehrt war eine Kol­lek­tion von rund 1000 Belegen aus der Sowjetischen Zone, die von 7000 auf 15 500 Euro davon zog. Ein Posten Mün­zen aus aller Welt - von kleinen in­dischen Goldmünzen bis hin zur Mo­derne - erreichte immerhin 32 000 (20 000) Euro.


» www.auktionen-gaertner.de

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