69. Jahrgang

Auktionsberichte

Postgeschichte gefragt


27.02.2010 | KIRCHLENGERN Auf der 142. Pumpenmeier-Auktion am 23. Januar sorgte vor allem Briefmaterial wieder für bemerkenswerte Steigerungen.


Für 420 (360) Euro wurde eine Mischfrankatur von Aitutaki mit den MiNr. 3 (3), 4 (2), 5 (3) und 6 (2) über Neuseeland nach Bre­men mitgenommen. Für 810 (380) Euro wurde eine Mischfran­katur Ma­laiische Staa­ten/Straits Settlements ab Singapur in die Schweiz zugeschlagen. Von 240 auf 320 Euro kletterte ein Brief aus Reunion 1878 in die Schweiz mit einer dekorativen Misch­fran­­katur französische Kolo­nialmarken mit all­gemeiner Ausgabe. Zum Schätzpreis von 1000 Euro wechselte ein eigenhändig von Napoleon am 10. Au­gust 1807, vor der Schlacht bei Jena und Auerstedt, unterschriebener Briefbogen den Besitzer. Ebenfalls zur Taxe, hier allerdings 1600 Euro, ging ein portogerechter Einschreibebrief mit der MiNr. 5 II (2) der Österreichischen Post in der Levante von Alexandrien nach Zürich in neue Hände.

Bei den altdeutschen Staaten verbuchte Brief­ma­terial im kleinen und mittleren Preis­bereich Ste­i­ge­­rungen, etwa ein dekorativer Schiffs­frachtbrief aus Brake 1852, der von 40 auf 130 Euro sprang. Ein Preisgarant waren wieder die Deutschen Besetzungsausgaben. Die MiNr. 11 II F des Etappengebietes West auf Briefstück (Ab­bildung) stieg von 280 auf 420 Euro.

Im modernen Deutschland-Teil fielen zu­nächst einige SBZ-Frankaturen auf, etwa MiNr. 113 ya als Einzelfrankatur auf Fir­menkarte mit Sonderstempel Leipzig, die 130 (70) Euro einspielte. Die MiNr. 115 ya ebenfalls als Einzelfrankatur, diesmal mit Sonderstempel Gotha, wurde für 130 (75) Euro verkauft. Bei Berlin verbuchte ein Währungsgeschädigten-Block mit zwei Ersttagsstempeln von Berlin W30 immerhin 640 (550) Euro. Zehn Briefe mit 37 verschiedenen Zusammendrucken aus dem Ber­liner Markenheftchenbogen 2 kosteten 1320 (1000) Euro. Bei Bund sorgte eine sehr seltene Mehrfachfrankatur für Auf­sehen, nämlich zwei Exemplare des Beet­hoven-Blocks von 1959 auf Luftpostbrief nach Kanada. Ein Bieter legte dafür 1600 (600) Euro auf den Tisch! Den Schätzpreis von 1200 Euro brachte ein Abwurfbeutel mit Stempel des Zeppelins „Schwaben“ vom 27. Mai 1912. Eine Zensur-Karte aus dem KZ Theresienstadt über Berlin mit Hitler-Dauermarke nach Marokko war ei­nem Bieter 380 (170) Euro wert.


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