70. Jahrgang

Auktionsberichte

Neuer deutscher Rekord: Baden-Fehldruck für 1,26 Mio. Euro bei Köhler versteigert!


13.07.2019 | Der legendäre Baden-Fehldruck, die Ikone der deutschen Philatelie, war der Höhepunkt der ersten Versteigerung begehrter Pretiosen Altdeutschlands aus der Sammlung ERIVAN. Im Rahmen der Heinrich-Köh­ler-Auk­tion am 8. Juni 2019 im Grandhotel Nassauer Hof in Wiesbaden ersteigerte ein Sammler aus Deutschland die Rarität für 1,26 Millionen Euro. Das Startgebot lag bei 800 000 Euro. Damit ist der Baden-Fehl­druck die teuerste Briefmarke Deutschlands! "Es gibt keine andere deutsche Brief­marke, die für siebenstellige Beträge zugeschlagen wurden. Ein Rekord für Deutschland", resümierte Auktionator und geschäftsführender Ge­sellschafter des Auktionshauses Heinrich Köhler, Dieter Michel­son, di­rekt nach dem Zuschlag.


Spitzenergebnisse für Altdeutsche Staaten

Insgesamt konnten die 330 Lose, die in Wiesbaden unter den Hammer kamen, mit knapp 4 Millionen Euro Zuschlag ihren Ausruf verdoppeln.
Bereits im Vorfeld wurde mit einem hohen Interesse der Sammler gerechnet - der Verkauf übertraf letztlich alle Erwartungen. "Sammler und Händler aus der ganzen Welt zeigten sich überaus motiviert und steigerten die Aus­rufpreise in intensiven Wettkämpfen zwischen Saal-, Telefon- und Online-Bie­tern in teils sensationelle Höhen", fasste es Tobias Huylmans, Geschäfts­führer des Auktionshauses Heinrich Köhler, nach der Versteigerung zusammen.

Neben dem unbestrittenen Höhe­punkt, dem Verkauf des "Baden-Fehl­drucks" an einen privaten Sammler aus Deutschland, bot die Versteigerung
zahlreiche weitere Highlights und Spit­zenergebnisse. Die erste Briefmarke Deutsch­lands, die 1 Kreuzer Schwarz aus Bayern, sorgte mit dem bekannten "Kehr­druck-Block" für Furore. Das be­gehr­te Juwel der bayrischen Philatelie, be­rühmt aufgrund ei­ner kopfstehenden Marke in der 15er-Einheit des "Schwar­zen Einser", wurde bis auf 500 000 (200 000) Euro ge­steigert. Eine weitere Rarität erster Klasse, das Oldenburg-Block­stück von 1859 aus zwölf zusammenhängenden Exem­plaren der Briefmarke 1/3 Groschen schwarz auf grün (Los 158), erhielt den Zuschlag bei 320 000 (150 000) Euro.

Sechsstellig war auch der Zuschlag von Los 32, dem wohl spektakulärstem Brief von Bayern mit einem Zwischen­stegpaar der 1 Kreu­zer Rosa. Nach einem Ausruf von 30 000 Euro erzielte die wun­derschöne Bunt­fran­katur sensationelle 100 000 Euro. Der einmalige Vie­rer­strei­fen des "Sach­sen-Drei­er" fand für 90 000 (80 000) Euro einen neuen Be­sitzer (Los 225). Ei­ne einmalige Misch­frankatur aus Lü­beck kletterte um weit mehr als das Vierfache auf sagenhafte 70 000 (15 000) Euro (Los 122). Ein seltenes Paar der preußischen 1 Sil­bergroschen auf rosa im waagerechten Paar mit Bo­genrand und vollständiger Plattennum­mer auf Brief brachte es auf einen bemerkenswerten Zuschlag von 48 000 (18 000) Euro (Los 181). Württemberg bot unter anderem einen senk­rechten 5er-Streifen der 18 Kreu­zer hellblau von 1857 auf kleinem Brief­ku­vert in die USA (Los 304). Das seltene Stück wurde für 46 000 (10 000) Euro zugeschlagen. Eine weitere Rarität, die Nummer 1 a von Schleswig-Holstein auf Brief, brachte es auf beeindruckende 42 000 (30 000) Euro (Los 270).

Wie begehrt das seltene Angebot war, zeigte sich auch bei den "kleineren" Lo­sen mit Ausruf im drei- und vierstelligen Bereich. Diese wurden ausnahmslos um ein Mehrfaches gesteigert und erreichten häufig fünfstellige Größen­ord­nungen, die selbst Kenner nicht er­wartet hätten. Die Auktion schloss mit einer eindrucksvollen Quote von 98,5 Prozent verkaufter Lose.

Sammlung ERIVAN - Fortsetzung folgt!

"Historische Momente der Philatelie lie­gen vor uns. In den nächsten fünf Jah­ren werden die Unternehmen des Glo­bal Philatelic Network, Heinrich Köhler in Wiesbaden, H. R. Harmer in New York und Corinphila Auktionen in Zü­rich, die Ehre haben, den krönenden Ab­schluss von Erivan Haub im Ge­schichts­buch der Philatelie zu schreiben", sagt Karl Louis, geschäftsführender Gesell­schafter des Heinrich-Köhler-Auktions­hauses.
Die nächste große Altdeutschland-Ver­steigerung wird am 14. Dezember 2019 in Wiesbaden stattfinden.


Bildbeschreibung: Die beiden geschäftsführenden Gesellschafter des Auktionshauses Hein­rich Köhler, Dieter Michelson (links) und Karl Louis (rechts), mit dem Ba­den-Fehldruck, der für 1,26 Millionen Euro in Wiesbaden versteigert wur­d. (Copyright: Milton Arias Fotografie).

» www.heinrich-koehler.de

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