68. Jahrgang

Auktionsberichte

Polen über MICHEL!


22.05.2010 | HAMBURG Gleich sechs persönlich anwesende Bieter aus Polen sorgten neben ein paar hundert schriftlichen Einzelaufträgen aus dem Heimatland für ein gutes Preis­niveau bei dem auf hochwertige Postge­schichte ausgelegten Polen-Angebot der 324. Schwanke-Auktion am 23. und 24. April. So erzielten zwei Stücke der MiNr. 1 auf Briefen Zuschläge von 1050 bzw. 820 (200 bzw. 100) Euro. Das Titellos des Ka­taloges, die 10 Kr.-Überdruckmarke von 1919 (MiNr. 47), zog bei einem Startpreis von 6000 auf 6400 Euro und erreichte damit – rechnet man die Auktionsaufgelder noch dazu – das Anderthalbfache der derzeitigen MICHEL-Notierung.


Die sogenannte "Frank"-Marke, eine für Polen im Zweiten Weltkrieg von den Engländern verausgabte Spionage-Marke, erlöste 1900 (750) Euro.

An der Versteigerung des kleinen, aber feinen China-Angebotes beteiligten sich neben etlichen Saalbietern gleich fünf Telefonbieter aus Asien. Eine Einschreibkarte aus KASHING aus dem Jahre 1909 zog von 100 auf stolze 4300 Euro, die beliebten "roten" Kleinformate MiNr. 29 I und 31 gingen von 100 auf 1200 Euro, und bei den Ausgaben der Volksrepublik scheint die derzeitige Preisspekulation noch längst den Höhepunkt nicht erreicht zu haben. Als Bei­spiel sei der "Jugendblock" zum Jahr des Kindes (Block MiNr. 19) genannt, der bei einer Katalognotierung von 1400 Euro ei­nen Zuschlag von 1250 Euro erreichte, mit Aufgeldern also ebenfalls weit über "vollen Michel" kostete.

Weitere interessante Stücke in den postgeschichtlichen Bereichen waren u. a. ein Brief der ersten Ausgabe von Westaustralien (eine Mischfrankatur aus einem Paar der MiNr. 1 und 3), der von 1500 auf 3600 gesteigert wurde, und zwei frühe Belege der Deut­schen Südpolar-Expedition 1902-1903, die von je 200 auf 1000 bzw. 1200 Euro sprangen. Frühe Briefe aus dem 17. und 18. Jahr-­hundert wurden in diversen Bereichen an­geboten. Recht be­mer­kenswert das Er­geb­nis eines Dock­wra-Brie­fes aus England aus dem Jahre 1683 mit einem Zuschlag von 1350 (150) Euro oder 620 (250) Euro für einen Galgenbrief – die An­drohung des Galgen sollte dem Ku­rier Beine machen – aus dem 30-jährigen Krieg.

Umkämpft waren zwei Brieflose der Korb­de­ckel-Ausgabe 1924, also der ersten Ausgabe des Deut­schen Rei­ches nach Beendigung der Infla­tion. Bei Schätzpreisen von 500 bzw. 300 Euro kletterten diese Par­tien auf jeweils 1600 Euro. Gute Einzel­marken aus deutschen Sammel­gebieten lagen ebenfalls im Trend und be­stätigen einmal mehr die Zuwendung zu Sachwer­ten. Als Beispiel sei ein Briefstück mit zwei Vorläufermarken der Deutschen Post in der Türkei (MiNr. V25-V26) erwähnt, das von 2000 auf 4800 Euro sprang. Die augenblicklich vorzügliche Käuferstimmung für gute Philatelie und Numismatik zeigte sich auch bei den Samm­lungen und Pos­ten.


Bildbeschreibung: Steigerte bei Schwanke von 1500 auf 3600 Euro: Westaustralien MiNr. 1 B (waagerechtes Paar) und 3 B auf Brief aus Perth nach Melbourne.

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