68. Jahrgang

Auktionsberichte

Infla-Lebenswerk gut verkauft!


23.07.2011 | DÜSSELDORF Viele interessierte Kunden aus dem In- und Ausland bescherten dem Auktionshaus Felzmann auf seiner 133. Ver­steigerung vom 28. Juni bis 2. Juli ein gutes Gesamtergebnis von rund 3,3 Mil­lionen Euro (inkl. Aufgelder/ohne MwSt.).


Unter den Hammer kam unter anderem das philatelistische Lebenswerk des großen Sammlers und Forschers Reimer Hadenfeldt. Die umfassende Bogensammlung von über 4650 Infla-Bogen zeichnete sich durch eine enorme Vielfalt und insbesondere durch eine ausgezeichnete Qualität aus. Reimer Hadenfeldt hat seine Forschungsarbeit der letzten 30 Jahre zusammen mit Jürgen Böhme in dem bekannten Handbuch der Inflationsbogen dargestellt. Die Sammlung bestand sowohl aus Einzel- als auch Sam­mellosen - insgesamt rund 60 Positionen, strukturiert nach den verschiedenen Ausga­ben der Inflation. Die Sammlung erzielte bei einem Gesamtausruf von 57 000 Euro ein herausragendes Ge­samt­er­gebnis von rund 130 000 Euro.

"Vive la France" mag man wohl gedacht ha­ben, als die französische „1 Franc vermillon vif“ für 14 000 Eu­ro verkauft wurde. Sie ist eines der schönsten Stücke der legendären klassischen Frankreich-Rarität in der besten und seltensten Nuance - eben ein pièce superbe.

Nicht nur historisch gesehen ist Memel interessant, auch die Briefmarken aus jener Zeit stachen auf der 133. Auktion hervor. Vorhanden waren z.B. Marken aus dem Deut­schen Reich, die mit dem Stempel­aufdruck "Memelgebiet" versehen wurden. Dazu gehörte auch Los 2605, das für 3200 (2500) Euro den Besitzer wechselte. Bei den Sammellosen erzielte Los 5772 mit 2200 (200) Euro ein gutes Ergebnis.

Gute Resultate gab es auch beim Deutschen Reich. Die Burg Rheinstein in Rheinland-Pfalz, heute Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal, ziert eine Marke aus der Zeit der Weimarer Republik. Die grüne 1 RM "Burg Rheinstein" überzeugte die Bieter nicht nur mit ihrer prachtvollen Optik. Die Marke, auf ungummiertem Papier hergestellt, weist eine stärkere Papierunebenheit auf, ist aber darüber hinaus ein einwandfreies Exemplar. So wundert es nicht, dass sie 5700 (5000) Euro brachte.

Traditionell gut lief auch die SBZ. Ein The­aterblock MiNr. 3 AY mit seltenem Wasser­zeichen wechselte zum Ausruf von 16 000 Euro den Besitzer.

Neben hochwertigen Objekten aus Deutsch­land lockte ebenso das reichhaltige Ange­bot an Marken aus Übersee und Europa. Erwartungsgemäß wurden Einzel- und Sam­mellose aus China besonders gut abgesetzt. Begehrt waren auch Briefmarken aus den Niederlanden, die bei Felzmann konzentriert wie selten sonst angeboten wurden. Das Sammellos 5141 erlöste mit 20 000 (4000) Euro einen herausragenden Betrag. Aber auch andere Sammlungen er­zielten Spitzen-Zuschläge wie etwa Los 4906, eine Partie klassischer Thailand-Briefe, die von 500 auf 11 000 Euro sprang. Ein über zwei Generationen aufgebauter Nach­lass von 40 Alben mit Deutschland und Europa startete mit 5000 Euro und wurde am Ende für 12 000 Euro zugeschlagen.


» www.felzmann.de

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