70. Jahrgang

Aktuelles von der Deutschen Briefmarken-Revue

Karten und Briefe ab 10 Euro


20.10.2018 | WUNSTORF Für den 17. November 2018, legt Firma Peter F. Harlos KG ihren neuen Katalog zur 39. Auktion vor. Wieder werden 5000 Briefe, Karten und Ansichtskarten, hand­verlesen als Einzellose, aus den meisten Bereichen der deutschen und internationalen Postgeschichte angeboten, oft zu samm­lerfreundlichen Preisen ab 10 Euro. Die sehr niedrigen Ausrufe sollen möglichst vielen Sammlern die Gelegenheit zum Mitbieten geben.


Social Philately wird bei Harlos schon immer sehr groß geschrieben. Ihm geht es meist darum: Wer hat den Brief oder die Karte geschrieben? Wer war der Empfänger? Wa­rum wurde eine Mitteilung gemacht? Ein schönes Beispiel hierzu bietet Los 118, das Postgeschichte und Kulturgeschichte auf das Beste miteinander verbindet. Da schreibt der Künstler Kurt Schwitters aus seinem Ur­laub auf Rügen im Jahr 1923 eine Karte nach Addis Abeba. Er wohnte in Sellin zu­sammen mit Hannah Höch, Renate Taeu­ber-Arp und Hans Arp. Die Urlauber verwendeten eine von Schwitters gedruckte Ansichtskarte mit einem seiner frühen Merz-Bilder (das Original hängt heute im Moma in New York) und machten zugleich Wer­bung für Schwitters neue Merz-Zeitung. Emp­fänger war der Kunstkritiker Neitzel, der zu dieser Zeit Afrika bereiste. Und wieso gehört diese Karte zur deutschen Postge­schichte? Harlos weist darauf hin: Karte portorichtig, seltene Destination. Überraschend ist, dass diese Karte von Afrika den Weg in die Nähe von Schwitters Heimatstadt Han­nover ge­funden hat.

Interessante Briefschreiber sind auf vielen Seiten dieses Auktionskataloges zu finden. Wissenschaftler, Literaten, Weltreisende ha­ben ihre Spuren auf Briefen und Karten hinterlassen. Besonders am Herzen liegen Harlos die vielfältigen Belege zur Geschichte der Juden in Deutschland. Dazu zählen nicht nur die Dokumente aus den Konzen­tra­ti­onslagern, sondern auch "letzte Briefe", die jüdische Einwohner vor einer zu erwartenden Deportation in den Osten an ihre An­gehörigen schrieben, die oft schon in den Ghettos in Shanghai oder auch auf den Phi­lippinen wohnten.
Ein weiteres Beispiel für die Verknüpfung von Postgeschichte und Politik bietet das Los 1518. Dr. Hermann Erben, der Schiffs­arzt des Dampfers Ussukuma, der sich 1939 vor Montevideo selbst versenkte, hatte kurz zu­vor seinen Dienst quittiert und wurde Mit­arbeiter der Gestapo in China. Man störte sich bei der Regierung in Berlin nicht daran, dass Dr. Erben als Hitler verkleidet durch die Straßen Wiens lief und so „Titel­held“ eines Buches wurde.

Schwerpunkte bei Harlos sind diesmal die Ganzsachen des Deutsches Reiches 1872 bis 1945 einschließlich der Rohrpost, die teils in seltenen Verwendungen angeboten werden, die Anfänge der Polnischen Republik ab 1919, Zensur- und Militärgeschichte, Feld- und Kriegsgefangenenpost, Luftpost sowie deutsche Nebengebiete wie Memel, Allenstein und Kolonien.

Über 1000 Lose internationale Postge­schich­te mit Schwerpunkten Österreich, British Commonwealth und China bilden den Ab­schluss des Kataloges.


» www.harlos-auktion.de

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Auktionskalender

DatumAuktion
02.08.2019
bis
03.08.2019
180. Loth-Auktion
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Veranstaltungskalender

DatumVeranstaltung
23.07.2019 Tausch- und Info-Tage
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24.07.2019 Tausch­treffen
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25.07.2019 Postgeschichtlich-philatelistischer AK
42859 Remscheid/Bür­gerhaus Süd, ... [mehr]