69. Jahrgang

Auktionsberichte

178. Dresdner Briefmarkenauktion: Sachsen-Prüfsammlung von Tilo Rismondo


27.09.2018 | Zu den Schwerpunkten der 178. Dresdner Briefmarkenauktion am 14. und 15. November 2018 gehört neben Spezialangeboten für die Sammelgebiete SBZ und DDR die Prüfersammlung "Königreich Sachsen" des im Sommer letzten Jahres verstorbenen Experten Tilo Rismondo. Der am 30. Oktober 1938 in Chemnitz geborene Philatelist kam im Zuge der Wiedervereinigung in den Bund Philatelistischer Prüfer (BPP) und be­treute dort mit großer Leidenschaft und Sachkenntnis die Prüfgebiete "Sachsen" und "Alt-Österreich". Rismondo, der zahlreiche Beiträge verfasst hat und auf nationalen wie internationalen Ausstellungen erfolgreich seine Exponate zeigte, verfügte schon seit 1985 über Prüfer­fah­rung.


Pionier der Sachsen-Philatelie

Seiner Prüf­samm­lung "König­reich Sachsen" widmet das Auk­tionshaus einen Sonder­kata­log mit über 500 Lo­sen. Das Vor­wort dieses Katalo­ges von Arnold Vaatz, seinem Nach­fol­ger als Prü­fer, cha­rakterisiert sein Wirken innerhalb und außerhalb der Philatelie, aber auch die Güte seiner Sammlung:

"Hinter dem bescheidenen und zuvorkommenden Auftreten und dem zu­wei­len aufblitzenden spitzbübischen Lä­cheln von Tilo Rismondo verbarg sich ein nahezu kompendialisches Wis­sen über alle Nuancen der sächsischen und österreichischen Postgeschichte, eine prä­zise Beobachtungsgabe und die Fä­hig­keit, sich in die Logik von Manipula­tio­nen von Briefen und Mar­ken aller Art hineinzudenken. Ti­lo Ris­mondo war ein Pio­nier der Sachsen-Phil­atelie. Er verstarb nach kurzer, schnell vor­an­schreitender Krank­heit am 1. Juli 2018.

Tilo Rismondo hat­te entsprechend der fa­miliären Tradition das Kürschner­hand­werk erlernt. Ne­ben der Tätigkeit im seinem Hand­werks­be­trieb widmete er sich mit großer Hin­gabe der Philatelie. Schon als Kind im zerstörten Chemnitz setzte er die wenigen Groschen Taschengeld mit Vorlie­be für den Kauf von Briefmarken ein. In den DDR-Jahren betreute er junge Brief­markensammler in Arbeitsgemein­schaf­ten des Kultur­bundes, knüpfte Kontak­te zu den da­maligen Matadoren der Sachsenphil­atelie Arthur Dietrich, Erich Schmidt und Horst Milde, amtierte bei vielen Gelegenheiten als Juror von Aus­stellun­gen und avancierte zum Brief­mar­ken­prüfer.

Mit der deutschen Wiedervereinigung wurde er Mitglied des Bundes Phil­ate­listischer Prüfer. Die Forschungsge­mein­schaft Sachsen e. V. wurde seine wissenschaftliche Hei­mat. Erkenntnisse aus dem Prüferall­tag stellte er in den Rundbriefen der Forschungsge­mein­schaft zur Ver­fü­gung. Um für den
reibungslosen Fort­gang der Prüf­tä­tigkeit in seinem Prüfge­biet zu sor­gen, in­ves­tierte er in vorbildhafter Weise seit 2012 enorme Energie in die Ausbildung eines Nach­fol­gers, dem er dann auch als Mentor im ersten Jahr sei­ner Tätig­keit stets mit Rat und Tat zur Verfü­gung stand.

Mit der Wie­der­ver­einigung wur­de ihm enormes philatelistisches Ma­terial zu­gäng­lich. Viele Stücke von besonderem wissenschaftlichen In­teresse oder ho­hem Dokumenta­tionswert baute er in seine überaus reichhaltige Prüfer-Ver­gleichssammlung ein, die von Jahr zu Jahr anwuchs. Er hinterließ ein in seiner Systematik und Präzision beeindrucken­des Gesamtwerk - beginnend mit der enormen Qualität seiner Zertifikate. Sei­ne Atteste und Befunde werden noch viele Jahre weltweit kursieren und Maß­stäbe setzen. Die Sachsen-Vergleichs­samm­lung von Tilo Rismon­do, die nun in seiner sächsischen Hei­mat zum Ver­kauf gelangt, muss besonders im Hin­blick auf ihre Aussagekraft und die Qua­lität der Spitzenstücke zu den großen Sachsen-Sammlungen ge­rechnet werden."

95 Prozent der Sachsen-Stücke stammen aus der Sammlung von Rismondo, d. h. das Angebot wurde mit einem klei­nen Teil aus anderen Quellen ergänzt.


Bildbeschreibung: Beleg mit dem berühmten "Sachsen Dreier" (MiNr. 1 b), entwertet mit dem Zwei­kreis-Ortsstempel von Chemnitz, der Geburtsstadt Rismondos.

» www.dresdner-briefmarkenauktion.de

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